Knoblauch ist lecker, gesund und pflegeleicht. Aber man findet ihn nur in wenigen Gärten, dabei braucht man Knoblauch nur in die Erde zu stecken! Jeder Gärtner sollte deshalb ein wenig Knoblauch anpflanzen, denn es ist ganz einfach. Diese Zwiebeln sind mit ihrem einzigartigen Aroma und ihren gesundheitsfördernden Eigenschaften aus keiner Küche mehr wegzudenken. Und falls Du Probleme mit Vampiren hast – Knoblauch pflanzen hilft! :-)

Rund um den Globus wird in den Gärten aber auch auf großen Feldern viel Knoblauch angebaut. Warum nicht auch in Deinem Garten? In diesem Artikel lernst Du, was beim Knoblauch stecken zu beachten ist.

Ausgangsmaterial

Knoblauch anpflanzen ist leicht, man steckt einfach die Zehen in die Erde.
Nur einheimischer Knoblauch soll zum Knoblauch pflanzen benutzt werden

Wenn man Knoblauch im eigenen Garten anpflanzen möchte, dann braucht man entweder Brutzwiebeln oder Knoblauchzehen. Brutzwiebeln brauchen jedoch 2 Jahre, bis man fertigen Knoblauch ernten kann. Am besten lässt sich Knoblauch aus Knoblauchzehen anbauen, denn dann erntet man schon im darauf folgenden Jahr.

Sortenauswahl

Man sollte in jeden Fall Pflanzknoblauch aus dem Fachhandel nehmen. Diese Sorten sind einheimisch und kommen mit unserem Klima gut zurecht. Wenn man Knoblauch aus dem Supermarkt benutzt, kann das sein, dass man südamerikanischen oder sogar chinesischen Knoblauch erwischt – der wächst bei uns nicht so gut. Vielleicht kannst Du auch bei Deinen Gartennachbarn einige Knoblauchzehen von ihrem selbst angebauten Knoblauch abstauben und stecken – der wächst dann garantiert auch in Deinem Garten wunderbar.

Bekannte Sorten sind z.B. Arno, Vivalto, Germidour uvm. Eine breite Auswahl bekommt man in Gartenmärkten und natürlich online im Internet. Bevor man sich die Knoblauchzwiebeln kauft, sollte man sie auf Beschädigungen, faulige Stellen und Schimmel überprüfen. Es dürfen nur einwandfreie Knoblauchzehen eingepflanzt werden!

Pflanzzeit

Knoblauch pflanzt man am besten im Herbst, von September bis Oktober ist beste Pflanzzeit. Über den Winter kann er schön einwurzeln und im Frühling dann so richtig loslegen. Um Frost und Kälte muss man sich dabei aber keine Sorgen machen – Knoblauch ist frostfest!

Im Herbst ist die beste Pflanzzeit für Knoblauch.

Im Frühling kann man zwar auch noch Knoblauchzehen stecken, diese wachsen jedoch nicht so kräftig wie die, die man im Herbst pflanzt. Die Herbstpflanzung ist immer der Frühjahrspflanzung vorzuziehen.

Aus Knoblauchzehen werden später Knoblauchpflanzen
Knoblauchzehen treiben in der Erde aus und werden neue Knoblauchpflanzen

Knoblauch bildet oben, da wo die Blüte ist, kleine Brutzwiebeln (Bulbillen) aus. Wenn man Knoblauch aus Brutzwiebeln wachsen lassen will, dann setzt man diese direkt nach der Ernte in die Erde, also im Sommer. Alle 3cm steckt man ein Zwiebelchen in die Erde. Man dünnt sie aus, nachdem man sehen kann, welche angewachsen sind und welche nicht. Man kann die Überschüssigen Knoblauchpflänzchen übrigens auch essen – schmeckt hervorragend!

Standort

Knoblauch liebt die Sonne und die Wärme. Ein sonniges Plätzchen auf einem Beet mit locker Erde, die sich schnell erwärmt, gefällt ihm gut. Er hasst Staunässe und Böden mit schlechtem Wasserabzug. Die Knollen faulen leicht. Bei sehr schwerem Boden kann man ihn im Hochbeet anbauen!

Knoblauch freut sich über Beete, die in der Vegangenheit immer gut mit Humus und Kompost versorgt worden sind. Frische Düngung dagegen mag er gar nicht. Knoblauch ist ein Mittelzehrer.

Wenn immer ein leichter Wind durchs Knoblauchbeet ziehen kann, dann schützt man den Knoblauch gleichzeitig vor der Knoblauchfliege. Die kann bei Wind nicht so gut zielen und fliegt einfach vorbei ;-)

Knoblauch mag es locker, humos und nicht zu feucht.

Knoblauch eignet sich übrigens hervorragend für Mischkultur! Es muss also nicht nur Knoblauch auf dem Beet wachsen. Mehr zu geeigneten guten Nachbarn liest Du etwas weiter unten.

Bodenvorbeitung

Wenn man ein passendes Beet gefunden hat, wo der Knoblauch gepflanzt werden soll, muss man erstmal den Boden vorbereiten. Die Erde wird oberflächlich gelockert (Knoblauch ist ein Flachwurzler) und das Unkraut wird gründlich entfernt. Schwere Böden kann man mit Sand verbessern und so einen guten Wasserabzug schaffen. Wenig gedüngte Böden bekommen etwas gut abgelagerten Kompost mit eingearbeitet.

Knoblauch wird 5cm Pflanztiefe gepflanzt
Die Pflanztiefe bei Knoblauch beträgt etwa 5cm. Die gezogenen Rillen vereinfachen das Knoblauch pflanzen.

Knoblauch pflanzen

Zuerst markiert man sich mit einem Faden die Reihen, in denen der Knoblauch gesteckt werden soll. in Abstand von mindestens 20cm ist ratsam. Steht der Knoblauch in Mischkultur, dann sollte der Abstand natürlich noch größer sein, damit noch anderes Gemüse dazwischen passt. Die Rillen müssen ca. 5cm tief sein, denn das ist die empfohlene Pflanztiefe.

5cm Pflanztiefe, 15-20cm Abstand

Die Knoblauchzehen werden nun mit der flachen Seite in die Rillen gepflanzt. Man steckt sie 5cm tief, in windigen Lagen bzw. auf leichten Böden auch etwas tiefer, damit die Pflanzen nicht umfallen. Zwischen den Knoblauchzehen lässt man wieder 15-20cm Abstand. So kann sich der Knoblauch später gut entfalten.

Die Knoblauchzehen werden mit der Unterseite nach unten gesteckt
Knoblauchzehen müssen richtig herum eingepflanzt werden. Die Spitze muss immer oben sein, sonst wächst der Knoblauch nach unten ;-)

Pflege / Düngen

Die weitere Pflege von Knoblauch ist einfach. Ausser ein wenig Unkraut jäten und Boden lockern ist nicht viel zu tun. Vorsicht, Knoblauch ist ein Flachwurzler. Beim Hacken kann man leicht die Wurzeln verletzen. Gedüngt wird der Knoblauch nicht. Er ist Mittelzehrer und mit der Kompostgabe beim Pflanzen bestens bis zur Ernte versorgt. Wenn man mag, kann man 1-2 mal mit Brennesseljauche gießen. Beim Thema Wasser ist Knoblauch sehr genügsam. Normalerweise braucht er nicht zusätzlich gegossen zu werden, außer in längeren Trockenperioden.

Winterschutz

Einheimischer Knoblauch ist winterhart. Gerade bei bei frisch gestecktem Knoblauch ist aber eine Mulchschicht als Winterschutz günstig. Sie schützt vor starker Kälte und starkem Austrocknen. Es wird aber nur dünn gemulcht. Laub oder Reisig sind auch ein prima Winterschutz. Man sollte diese Mulchschicht im zeitigen Frühjahr jedoch wieder entfernen, denn der Boden muss sich schnell erwärmen können. Der Knoblauch braucht zum Wachsen warmen Boden.

Während der Wachstumsperiode, ab etwa April, kann man Stroh als Mulchschicht aufbringen.

Eine Mulchschicht schützt den Knoblauch im Winter vor Kälte
Als Winterschutz für den Knoblauch eignet sich eine Mulchschicht z.B. aus Grasschnitt oder Laub.

Krankheiten

Knoblauch ist relativ unanfällig für Krankheiten, er hilft sogar, Krankheiten und Schädlinge bei benachbarten Gewächsen zu vertreiben (darum auch wunderbar für Mischkultur geeignet). Manchmal wird der Knoblauch jedoch von Lauchmotten bzw. Lauchminierfliegen (Zwiebelfliegen) befallen. Die Larven fressen sich durch den Knoblauch und schädigen ihn von innen. Das passiert aber nur ganz selten. Man kann diese Tierchen mit engmaschigen Gemüsenetzen fern halten oder den Knoblauch an windige Stellen pflanzen.

Gute Nachbarn – Mischkultur

Knoblauch ist das perfekte Gemüse für eine Mischkultur. Gurke, Möhre, Erdbeeren oder Tomaten sind perfekte Nachbarn. Ungünstig ist es jedoch, Knoblauch in die Nähe von anderen Zwiebelgewächsen (z.B. Tulpen, Lilien, Gemüsezwiebeln) zu setzen.

Ernte

Knoblauch hat eine Kulturdauer von 90-110 Tagen. Er wird geerntet, wenn das Laub fast abgestorben ist. Es ist dann noch etwas grün.Im Juli/August sollte es soweit sein. Die Knollen müssen aber noch geschlossen sein! Sie verderben sonst zu schnell. Wenn man die Knoblauch-Knollen ausgeraben hat, werden sie an einem trockenen, warmen Ort nachgetrocknet. Wer mag, kann Knoblauchzöpfe daraus flechten!

Ernten, wenn das Laub fast abgestorben ist

Hat man Knoblauch aus Brutknöllchen gesteckt, dann bilden sich im ersten Jahr nur kleine Knoblauchzwiebeln. Im zweiten Jahr erntet man dann jedoch die bekannten Knoblauch-Knollen mit bis zu 30 Zehen.

Tipp: Von der Knoblauchernte sichert man sich die schönsten und dicksten Knollen für die erneute Aussaat im Herbst! So muss man kein Saatgut mehr kaufen.

Fazit zum Knoblauch anpflanzen

Knoblauch stecken ist recht einfach. Doch nur wenige Gärtner pflanzen ihn an! Mit wenig Aufwand bekommt man eigenen Bio-Knoblauch aus dem eigenen Garten. Ganz nebenbei schützt der Knoblauch andere Pflanzen, die mit ihm in Mischkultur wachsen.

Zusammenfassung

Den Anbau von Knoblauch kann man kurz zusammenfassen. Knoblauch pflanzt man im Herbst in lockeren, humosen Boden in sonnigster Lage, der nicht vernässt. Knoblauch fault leicht. Man benutzt zum Stecken nur einheimische Knoblauchzehen. Mit etwas Winterschutz (z.B.Mulch), der im Frühling wieder entfernt wird, wurzelt er schnell ein und treibt im Frühling aus. Er braucht wenig Pflege, man muss nur Unkraut entfernen und den Boden lockern (Vorsicht – Knoblauch ist Flachwurzler). Düngen ist nicht notwendig. Im Juli/August kann geerntet werden. Jetzt im Herbst kann man übrigens auch Wintersteckzwiebeln stecken! Viel Spaß beim Knoblauch anpflanzen!

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Knoblauch - Über 65 fantasievolle Rezepte mit der beliebten Knolle*
  • Jenny Linford, Manuela Schomann (Übers.)
  • Herausgeber: ars vivendi verlag GmbH & Co. KG
  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
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Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

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