Garten in einer KleingartensparteKleingarten – Ab geht’s!

Yeah! Deine Entscheidung steht fest – ICH WERDE KLEINGÄRTNER! Und was braucht man zum Kleingärtnern?  EINEN KLEINGARTEN natürlich. Doofe Frage. Doch nun kann es kompliziert werden. Das Leben als angehender Gärtner wird Dir aber versüßt, wenn Du meine Tipps und Ratschläge zum Thema „Kleingarten pachten“ durchliest ;-)

Als erstes setze ich mal voraus, das Du Dir bereits sicher bist, auch wirklich einen Kleingarten beackern zu wollen. Dafür habe ich eine Entscheidungshilfe geschrieben, die Du sicherlich schon gelesen hast – wenn nicht:

Entscheidungshilfe „Soll ich einen Kleingarten pachten oder nicht“

Nun weißt Du, was Dich erwartet und Du kannst den Blick auf Dein eigenes (gepachtetes) Stückchen Mutterboden – Deine persönliche Krume – lenken.

 

Eigentumsverhältnisse des Gartens

Man gärtnert grundsätzlich immer in Erde – die Eigentumsverhältnisse dieser „Erde“ können jedoch recht unterschiedlich sein.

Entweder Dir gehört das Fleckchen Erde selbst, oder Du pachtest Dir gegen eine geringe monatliche Gebühr einfach Dein eigenes Stück Land auf Zeit. Um letzteres handelt dieser Ratgeber.

Eigenes Gartenland

Bei Eigentumsland gestaltet sich Einiges ein Stückchen einfacher. Man unterliegt nicht den Regelungen des Bundeskleingartengesetzes, sondern man muss sich nur an die allgemein gültigen Gesetze und Regelungen halten. Adjeu Plan von der eigenen Hanfplantage ;-)  Gärtnern auf eigenem Land kann sehr schön sein – es fehlen aber meist die Nachbarn und das Gemeinschaftsgefühl, was sich auf Pachtland in einem Kleingartenverein entwickeln kann. Und genau das finde ich so spannend.

Pachtland

Bei einem Pachtgarten tritt man auch meistens in einen Verein ein, der auch der Haupt-Pächter des jeweiligen Flurstücks ist. Dabei gibt es im Vorfeld einiges zu beachten und abzuklären.

Wichtig wäre es zu wissen, in welchem Zeitraum der Pachtvertrag des Vereins läuft. Wenn z.B. in 2 Jahren der Vereins-Pachtvertrag ausläuft, ist es wahrscheinlich, dass sich nach diesem Zeitraum der Pachtzins oder gar die Pacht an sich verändert. Im schlimmsten Fall wird Dein Pachtland nach Auslaufen des Pachtvertrags zum Eigenheim- oder Industriestandort – und Du musst Deinen Garten abreißen. Aber das ist die Ausnahme. Deshalb der Tipp: Frag Deinen Verein, wie lange der Hauptpachtvertrag des Vereins läuft, ob es geplante Änderungen im Pachtzins und in den Besitzverhältnissen des Pachtlandes gibt.

Ein Anruf bei der Kommune (manchmal auch Kirche, je nach Besitzer des Pachtlandes) bringt meist endgültige Klarheit. Auskunft über den Besitzer des Landes, auf dem sich Dein Kleingarten befindet, gibt immer das Grundbuchamt.

Dein zukünftiger Garten

Staudenbeet Im Kleingarten

Das Wichtigste in Deinem Kleingärtnerdasein ist – DER GARTEN! JAAAAAAAAAAAAAAAA! Und darauf sollte man ein besonderes Auge werfen, bevor man sich über Jahre daran bindet. Aber nicht schwer, hier ist, worauf Du achten müsstet:

Lage des Gartens

Die Lage des Gartens ist das A und O Deines Gärtnerspaßes. Schau Dir genau an, wo sich Deine zukünftige Parzelle befindet. Du machst am besten einen kleinen ausführlichen Rundgang durch die Gartensparte.

Die Gartensparte sollte für Dich leicht zu erreichen sein. Bei jedem Wetter. Sehr wichtig ist, das sie auch nicht allzu weit weg ist von Deinem Zuhause! Man fährt vielleicht das erste halbe Jahr gerne 2x die Woche 20 Kilometer, um in den Garten zu gelangen. Aber danach nicht mehr ;-) Ich empfehle maximal 15 Minuten mit dem Auto als größte Entfernung zum Garten. Man sollte auch mit dem Rad bequem den Garten erreichen können (sonst bleibt einem der Rotweingenuss im Mondschein verwehrt!). Und gut für die Fitness ist es allemal! Und total Öko!

Günstig ist, wenn öffentliche Verkehrsmittel in direkter Nähe des Gartens halten, falls Du gerne mit Deiner Monatskarte unterwegs bist.

Gibt es in der Parzelle ausreichend Parkplätze und Fahrradständer? (obwohl das Fahrrad auch theoretisch im eigenen Garten abgestellt werden kann)

Ist die Gartensparte schön ruhig und gibt es genug saubere Luft, damit man sich so richtig erholen kann? Wenn ihr in der direkten Nähe einer stark befahrenen Straße oder sogar eines Flughafens eine liebliche Parzelle erspäht habt – überlege es Dir noch einmal. Gibt es Kindergärten oder Schulen in der Umgebung? Industrieanlagen, Tierzuchtbetriebe (Gestank) oder Atomkraftwerke? Alles keine empfehlenswerten Stellen für eine Erholungsoase ;-) Warnung auch vor Windrädern in direkter Nachbarschaft – die Dinger sind echt laut!

Lage des Gartens in der Sparte

Du hast nun die Lage der Gartensparte ausreichend überprüft und flanierst nun zu Deiner Traumparzelle. Schon auf dem Weg dorthin kannst Du Dir über einige wichtige Dinge ein Bild machen. Sind die Wege gut? Es ist supergünstig, wenn man auch bei Regen matschfrei und ohne Gummistiefel seinen eigenen Garten erreichen kann. Die Wege sollten auch ausreichend breit sein, um mit einer voll beladenen Schubkarre durchfahren zu können. Das wist Du nämlich öfters tun ;-) Versprochen!

Nun erreichst Du die angepriesene Parzelle – bleib einfach kurz davor stehen und schau nach rechts und links.

Was siehst du? Ist Dein Garten ein Eckgarten mit Wegen an zwei oder sogar drei Seiten? Dann bist du nie alleine und hat immer Menschen, die über Deinen Gartenzaun gucken. Hast Du ein Durchgangsgrundstück vor Dir, wo jeder vorbei muss, der in der Gartensparte unterwegs ist? Vielleicht sogar direkt auf dem Weg zur Gartenspartentoilette? ;-)

Du darfst nicht vergessen, das ein Kleingarten Teil des öffentliches Grüns ist, so in etwa wie ein Park. Jeder der möchte, darf durch den Garten spazieren und sich daran erfreuen – innerlich natürlich. Und je mehr Wege um Deine Parzelle führen, desto mehr Leute werden daran vorbei kommen.

Eine große Publikums-Exponiertheit des Gartens kann man mit Sichtschutz begegnen- vielleicht hat der Garten ja hohe Hecken und lauschige Eckchen, in denen man sich vor den Blicken der Neugierigen schützen kann!

Gaensebluemchen rotLicht oder Schatten?

In unseren Breiten ist Licht der Faktor, an denen Gemüse- undObstanbau steht oder fällt. Hat der Garten den ganzen Tag über Sonne? Gibt es hohe Bäume, die Schatten auf den Garten werfen? Schön ist im Sommer ein Fleckchen, an dem man sich in der Mittagsglut in den Schatten flüchten kann. Für die Gemüsebeete gibts aber nix Besseres als den ganzen Tag Sonne!!! Ist es ein Schatten- oder Sonnengarten?

Größe des Gartens

Wirf jetzt einen Blick auf die Größenverhältnisse im Garten. Traust Du Dir zu, diese Größe zu bewirtschaften? Sei ehrlich zu Dir selber. Rasen ist schneller gemäht als auf der selben Fläche Gemüse angebaut und Unkraut gejätet! Lieber am Anfang etwas weniger Gemüse, dafür etwas mehr Rasen. Und generell VORSICHT vor zu großen Gärten. 200m² für den Anfang sind schon sportlich.

Nachbarn

Ja, wenn Du Dir einen Garten pachtest, bekommst Du auch automatisch Nachbarn! Ganz viele!!! Und Du wirst selbst zum Nachbarn.
Wenn Nachbarn zum Zeitpunkt der Besichtigung da sind, geh einfach mal hin und sag HALLO! Die freuen sich! Dabei kann man schon erste Freundschaften knüpfen, vielleicht sogar auch das ein oder andere Kennenlern-Bier leeren ;-) Nette Nachbarn sind Gold wert!

Aber auch wenn die Nachbarn nicht da sind, kann man einiges über sie erfahren. Schau Dir einfach ihre Gärten an! Wenn Du Linealgärten entdeckst  mit Hecken und Wegen im 90 Grad-Winkel, Nagelscheren-Rasen und unkrautfreien Beeten – dann weißt Du schon mal, was von Dir später erwartet wird. Entspannter Wildwuchs (auch ohne Unkraut) in der direkten Nachbarschaft sieht da schon besser aus. Du wirst sicherlich auf eine Mischung von all dem Treffen – wenn ja – alles gut. Bei dem Garten solltest Du bleiben.

Der Vorbesitzer

Der direkte Vorbesitzer Deines Traumgartens ist die ultimative Info-Quelle für alles, was Du über diesen Garten wissen willst. Sei nett zu ihm – er kennt sich aus. Aber Du wirst eventuell nicht das Glück haben, ihn zu treffen. Aller Wahrscheinlichkeit ist er verstorben oder man hat ihn aus der Gartensparte gejagt. Andere Möglichkeiten, einen Kleingarten zu verlassen, gibt es meiner Meinung nicht ;-)

Er weiß bescheid über die Sparte, die Marotten der Nachbarn, die Besonderheiten des Gartens, über die Laube, wo die Kabel und Leitungen in der Erde verlaufen, falls ihr mal graben müsst (ich sage nur ROHRBRUCH), wo die Haustiere der Kinder beerdigt sind (potentiell gruselige Knochenfunde beim Löcher buddeln) und so weiter. Er wird euch in die Geheimnisse eures zukünftigen Gartens einweihen und ihr tut gut daran, mit ihm Telefonnummern auszutauschen und ihn ab und an zu einer Hopfenkaltschale einzuladen!

Kleingarten vor der Ubernahme

Anstehende Arbeiten

Mit dem Vorbesitzer und auch mit dem Vereinsvorstand gilt es vor Abschluss des Pachtvertrages noch zu klären, ob größere Arbeiten in der Sparte oder in Deinem Wunschgarten anstehen. Die können gerade für Garten-Einsteiger  ganz schön nervig und zeitraubend sein.

Bei uns in der Sparte wurde z.B. letztes Jahr die Elektroanlage und die Wasserleitungen komplett erneuert – da musste jeder mitmachen und auch Geld bezahlen. Wenn sowas in Deinem ersten Gartenjahr passiert, schwindet die Lust am Gärtnern zusehends.

Auch in Deinem Wunsch-Garten können große Arbeiten anstehen.

Ist die Laube in Ordnung? Muss an der Elekrik was gemacht werden. Funktioniert sonst alles? Wasserleitungen dicht? Ist der Garten an sich in einem guten baulichen Zustand? Kann man Rasen und Beete erkennen oder muss Du erst einmal Grundlagenarbeit mit Bagger und Schaufel erledigen?

Zäune sind auch immer ein Knackpunkt. Der Verein fordert oft, das die in Ordnung sein müssen und so ein Meter Zaun kann ordentlich ins Geld gehen. Zäune sollten in Deinem zukünftigen Garten vor der Übernahme in Ordnung sein, damit man damit keinen Stress hat.

Was man oft auch nicht weiß, was aber ziemlich ärgerlich für Dich sein kann: zu hohe Bäume auf dem Gartengrundstück. In der Gartenordnung ist häufig eine maximale Baumhöhe definiert. Wenn Bäume auf Deinem zukünftigen Garten stehen, die diese Höhe überschreiten, ist es Deine Aufgabe, diese Bäume zu fällen. Also mir fällt besseres ein, als erstmal im Garten Bäume fällen lassen zu müssen! So ein 5m hoher Baum, der auf Nachbars Laube zusteuert ist nix Schönes :-) Klärt solche Details vorab mit eurem Vorstand!

Ausstattung des Gartens

Jetzt geht es ans Wichtigste: Was ist bei dem Garten alles dabei?

Schau Dir den Garten an und entscheide erstmal aus dem Bauch heraus.

Du brauchst Rasenflächen (ok, geht auch ohne), Gemüsebeete, Stauden-/Blumenbeete, funktionsfähige und ordentliche Wege, eine Laube, Regentonnen, ein Klo (evtl.gibts eine Gemeinschaftstoilette in der Sparte), einen Kompostplatz, einen funktionsfähigen Wasser- und Stromanschluss, evtl. sogar (LUXUS!!) einen Abwasseranschluss.

Du musst schauen, auf was Du verzichten kannst. Im Idealfall ist alles vorhanden.

Idealerweise darfst Du auch Geräte und Möbel von Deinem Vorbesitzer übernehmen – das ist supertoll, dann kannst Du direkt loslegen!

Der Gartenboden

Gemuesebeete Fruehling KleingartenWas Du Dir unbedingt vorher anschauen solltest, ist der Boden, den Du beackern wirst. Im Normalfall werden Gartensparten nicht auf Sand gebaut, aber man kann ja mal mit einer Schaufel ein bischen im Boden wühlen (bzw. den Vorbesitzer oder Nachbarn fragen, welche Erfahrungen er mit der Bodenbeschaffenheit gemacht hat).

Es gibt verschiedene Bodenarten. Von sandig über humos bis lehmig. Irgendwas dazwischen ist am besten.

  • Bei sandigem Boden waschen die Nährstoffe schnell aus und dieser Boden kann schlecht das Wasser speichern.
  • Humoser Boden ist locker, lässt sich leicht mit der Hand zusammenpressen und wird zu einem lockeren Klumpen, der nicht sofort auseinander fällt. Dieser Boden enthält viele organische Bestandteile, hat ein gutes Bodenleben und kann gut Wasser speichern – ideal für den Gemüsebau!
  • Lehmiger Boden trocknet nach Regen schlecht ab, klebt an den Schuhen bei Nässe und ist sehr fest und schlecht zu bearbeiten. Möhren und anderes Wurzelgemüse können sich schlecht in diesem Boden entwickeln.

Eine sehr wichtige Frage ist auch, wie der Boden in den letzten Jahren gedüngt wurde. Eine Bodenanalyse sollte unbedingt durchgeführt werden, um den Düngezustand des Bodens genau zu erfahren. Dadurch erfährt man auch gleich die eventuelle Schwermetallbelastung und man bekommt bei guten Anbietern gleich noch eine Düngeempfehlung. Sehr hilfreich! Oftmals ist der Gartenboden maßlos überdüngt und man braucht sich die ersten Jahre über Düngung überhaupt keine Gedanken machen.

Ein Garten, der Jahrelang mit Kunstdünger gedüngt wurde, wird ein desaströses Bodenleben aufweisen. Ein Garten, der jedoch mit Kompost und organischen Materialien versorgt wurde, hat ein gesundes Bodenleben, was auch dem Pflanzenwachstum zu Gute kommt. Und man muss keine Chemie mitessen ;-)

Bitte frage auch unbedingt, ob auf den Wegen oder sonstwo RoundUp (Unkrautvernichter/Glyphosat) verwendet wurde. Das Zeug ist das pure Gift und HAT IM GARTEN NICHTS ZU SUCHEN!

Geraeteschuppen im KleingartenAltlasten im Garten

Wenn Du einen Garten pachtest, kann es sein, das eine oder mehrere Altlasten in den Ecken und Dachböden auf Dich warten. Viele Kleinärtner sind nämlich auch Sammler und können sich schlecht von Dingen trennen :-)

Schau Dir das Dach der Laube an – in früheren Jahren wurde oft Asbestmaterial als Dachabdeckung verwendet (oft graue Wellplatten oder auch Fassadenplatten). Asbest stellt auf dem Dach an sich keine große Gefahr dar – aber wenn mal etwas kaputt geht, musst Du ran – mit Asbest ist nicht zu spaßen. Die Fasern sind hochgradig krebserregend. Asbestdächer sollten bei der nächsten Gelegenheit FACHGERECHT ausgetauscht werden.

Halte im Garten Ausschau nach einer Müllecke! Wenn Du eine findest, schau nach, was sich dort befindet. Schrott lässt sich leicht beseitigen (gibt sogar noch Geld bei der Altmetallannahme), aber z.B. Farbreste, Bitumenanstriche, Dachpappe, Hausmüll o.ä. stellt Dich vor die Herausforderung der Entsorgung. Sag Deinem Vorstand, das Du den Garten gerne ohne Müll übernehmen möchtest. Das gilt auch für Reste in der Gartenlaube / im Werkzeugschuppen – Gifte aller Art, Farbreste, Wunderdünger oder Fläschchen mit ungeklärtem Inhalt. Frage vor der Übernahme, wer sich um die Entsorgung kümmert.

Unangenehme „Mitbewohner“

Gärtnern kann so schön sein. Wenn da nicht die ungebetenen Gäste im Garten wären ;-)

Schnecken Gehaeuse im GartenTierische Mitbewohner

Eine lohnende Frage an die Nachbarn oder an den Vorbesitzer ist, ob es Wühlmäuse gibt. Die können Dir den Spaß am Gärtnern vermiesen, ehe Du „waswackeltdenndaimBeet“ sagen kannst. Wühlmäuse fressen von unten Stauden, Sträucher, Rosen, Blumenzwiebeln, Wurzelgemüse – ja sogar Bäume ab. Das ist sehr unangenehm und mit dem Tod der Pflanze verbunden. Ich habe noch niemanden gesehen, der wirkungsvoll Wühlmäuse vertrieben oder gefangen hat. Fängt man eine, kommen zwei neue nach. Das Gangsystem einer Wühlmaus ist mehrere hundert Meter groß! Besonders bei Gärten in Waldnähe hat man viele Probleme mit diesen kleinen Nagern.

Maulwürfe sind jedoch kein Problem, sie stehen sogar unter Naturschutz. Wenn ihr euch an den Maulwurfshügeln stört, recht sie einfach breit. Maulwürfe sind sehr nützlich.

Unerwünschte Pflanzen

Andere ungebetene Gäste sind Pflanzen, die man nicht haben möchte – Unkräuter.

In erster Linie fällt mir dabei Quecke und Giersch ein. Beides Pflanzen, die man nur schlecht wieder los wird. Hat man einen Gierschgarten vor sich, würde ich persönlich eher die Finger davon lassen. Alle, die einem sagen: „Da kann man doch schön Limonade draus machen!“ – glaubt ihnen nicht ;-) So viel Limonade verbraucht man im Leben nicht. Giersch muss man entfernen, sonst überwuchert er den ganzen Garten. Und für Gierschentfernung kann man sich 2-3 Jahre intensives und gründliches Unkrautjäten einplanen. Giersch sieht so aus.

Auch Neophyten – also eingewanderte Pflanzen – sind in Gärten nicht erwünscht (in Kleingartensparten sogar verboten).
Es sollten keine in Deinem zukünftigen Garten stehen. Hier gibt es eine schöne Übersicht über die Neophyten, die im Garten zu erwarten sind. Halte Ausschau nach ihnen!

Die Laube – der Stolz des Kleingärtners

Gesamtansicht der Laube vor der Renovierung

Eine Laube ist der Zufluchtsort jeden Gärtners bei schlechtem Wetter, Schutzhütte bei plötzlich aufkommendem Gewitter, Lagerort für Garten-Zubehör und Ort spannender Abenteuer. Bestimmt steht auf dem Garten Deiner Wahl auch eine Laube.

Schau sie Dir genau an. Alles in Ordnung optisch?

Bitte lass Dir vom Vorstand / Vorbesitzer bestätigen, das die Laube baurechtlich okay ist. Wie groß ist die Laube? Bei Lauben ab einer bestimmen Quadratmeterzahl verlang das Finanzamt Grundsteuer von Dir.

Ist die Laube aus Holz oder aus Stein? Holzlauben brauchen etwas mehr Pflege. Steinlauben sind dafür sehr viel teurer, aber lassen sich meist auch heizen!

Sind die Elektroinstallationen in Ordnung? Gibt es Bestandsschutz für Elektroinstallation etc.(Prüfprotokolle vorhanden oder alles Marke Eigenbau?)

Gibt es in der Laube / an der Laube / auf dem Garten / im Vereinsgelände eine Toilette? Sehr wichtige Frage! ;-)

Sind anstehende wichtige (teure) Arbeiten notwendig? Meistens sind diese Schäden nicht auf den ersten Blick zu erkennen. (Dach undicht, Wasserflecken an der Decke, Wasser und Strom funktionieren nicht, Bausubstanz nicht in Ordnung, Putz bröckelt ab, Wasser im Keller) Im Zweifel unbedingt einen Fachmann rufen. Laubenreperaturen sind langwierig und teuer.

Gibt es einen Abwasseranschluss oder sogar eine (verbotene) Sickergrube im Garten? Kläre diese Fragen bitte vor dem Pachten des Gartens.

Kosten des Gartens

So ein Garten kostet einmalig einen Kaufpreis. Diesen Preis ermittelt im Idealfall ein Sachverständiger, der sich den Garten genau anschaut und ihn dann bewertet. Aus dieser Bewertung wird ein Preis ermittelt. Erkundige Dich, was in diesem Preis alles inklusive ist!

Danach folgt jährlich die zu zahlende Pacht und der Vereinsbeitrag. Hinzu kommen die verbrauchsabhängigen Kosten für Wasser, Abwasser und Strom (sofern vorhanden). Das ist aber erfahrungsgemäß nicht viel. Über die zu erwartenden Kosten kann der Vorbesitzer viel sagen oder auch der Vereinsvorstand.

Wenn Deine neue Laube eine gewisse Größe (Grundfläche) überschreitet, kann Grundsteuer fällig werden.

Falls Du Deinen Garten versichern möchtest, musst Du das ebenfalls in die Betriebskostenrechnung mit einkalkulieren.

Bitte frage auch unbedingt den Vereinsvorstand, ob in den nächsten Jahren größere Ausgaben seitens des Vereins geplant sind, für die Du im Rahmen einer satzungsmäßig vereinbarten Umlage zur Kasse gebeten werden könntest. Das vermeidet unangenehme Überraschungen. In meiner Sparte haben wir letztes Jahr komplett die Wasser- und Stromleitungen ausgetauscht und dafür waren von jedem Mitglied 500 Euro einzuzahlen. Das ist in Ordnung – steht auch so in der Satzung. Man muss es nur vorher wissen, damit man sich darauf einstellen kann ;-)

Verein und Regeln

Bei den meisten Gartensparten muss man in den Gartenverein eintreten, um einen Garten pachten zu können. Informiere Dich vorab über die Satzung und die Kosten, die damit verbunden sind. Wenn der Verein der (Landes-/Bundes-)Kleingartenordnung unterliegt, schadet es nicht, diese durchzulesen. Daneben gibt es oft noch eine spezielle Gartenordnung, wo z.B. abweichende Ruhezeiten etc. geregelt werden. Wenn Du den Vorstand nett fragst, kannst Du Dir je ein Exemplar mit nach Hause nehmen und in Ruhe durchlesen.

Die Regeln im Verein sollte man beachten, um die friedliche Nachbarschaft aufrecht zu erhalten. Das ist wichtig, denn man soll sich ja im Garten erholen und nicht mit den Nachbarn einen Clinch anfangen ;-)

Ruhezeiten

Die Ruhezeiten sind immer ein Knackpunkt. Aber es ist einfach: Mittags solltest Du grundsätzlich eine Siesta einlegen – egal, ob gerade die Laube grundrenoviert wird, oder ob nur der Weg zu kehren ist. In den meisten Sparten herrscht Mittagsruhe (alles auf Zimmerlautstärke, auch das Handy und das Radio)! Du wirst somit zur Entspannung gezwungen – jedoch nach einiger Zeit feststellen, wie herrlich das ist ;-) Ich empfehle eine Hängematte.

Ruhezeiten gelten auch abends ab einer bestimmten Zeit. Ab dann nur noch in Zimmerlautstärke am Lagerfeuer singen!

Haustiere und Tierhaltung

Wenn Du Hunde oder Katzen hast, die den Garten besuchen sollen, erkundige Dich, ob Haustiere erlaubt sind.

Auch Tierhaltung im Garten ist normalerweise erlaubnispflichtig  (Bienen, Kaninchen, Hühner etc.). Ich empfehle (bis auf Bienen) jedoch KEINE Tierhaltung im Garten. Das stresst einfach zu sehr.

Im Verein wird viel Wert auf ein gutes Miteinander gelegt. Streithähne und leicht erregbare Menschen sollten sich nicht in so einen Verein begeben ;-)

Garten Vogelperspektive

Fazit

„D’rum prüfe, wer sich ewig bindet…“ – das gilt auch für einen Kleingarten.

Schau Dir alles genau an, achte auf Dein Bauchgefühl und stelle viele Fragen an den Vorstand, die direkten Nachbarn und an den Vorbesitzer.

Ich weiß, das man manchmal nicht viel Auswahl an freien Gärten hat – sofern man überhaupt einen ergattern kann. Aber einmal mehr hinsehen vermeidet Frust in den kommenden Jahren, die eigentlich aus schöner und gemütlicher Gartenarbeit bestehen sollen.

Ich hoffe, das euch meine Tipps helfen, EUREN persönlichen Traumgarten zu finden und ihr jahrelang Spaß darin haben werdet! Frohes Gärtnern!

Die hat dieser kleine Ratgeber gefallen? Teile ihn mit Deinen Freunden – vielleicht stehen die auch kurz vor der Entscheidung, einen eigenen Garten pachten zu wollen. Sie freuen sich sicher über eine kleine Entscheidungshilfe!

 

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Autor

Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

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