Die sind klein, rund, sehen ein bisschen aus wie Pralinen und sie machen kahle Flecken in der Landschaft grün – Samenbomben!

Jeder Guerilla-Gärtner braucht sie, jeder Guerilla-Gärtner hat sie! Ruckzuck lassen sich mit diesen kleinen Freudenspendern (so rein platonisch natürlich) kleine Farbkleckse in die Landschaft zaubern! Samenbomben selber machen geht schnell, ist ungefährlich und ein großer Spaß für Groß und Klein. Gerade Kinder finden es extrem fantastisch, wenn Sie sich mal so richtig dreckig machen dürfen und die Mama und der Papa fleissig mitmachen! ;-)

 

Samenbomben Saatgut

1. Das Saatgut auswählen

Als erstes muss man sich um das Saatgut kümmern, was in die Samenbomben eingearbeitet werden soll. Das ist gar nicht mal so einfach! Es sollten einheimische Pflanzen sein, die das lokale Ökosystem nicht schädigen. Es sollten auch Pflanzen sein, die bei Frost komplett absterben. Sonnenblumen, Ringelblumen, Studenten, Jungfer im Grünen – das benutze ich immer dafür. Im Grunde kann man auch in der Saison einheimisches Saatgut sammeln (immer ein Papiertütchen dafür in der Handtasche haben!)  und es im Frühling zu Samenbomben verarbeiten. Kühne Guerilla-Gärtner verarbeiten nicht nur Blumensamen, sondern auch das ein oder andere Gemüse!

Zum Thema Guerilla-Gärtnern empfehle ich euch übrigens wärmstens dieses Buch – es ist ein Genuß, es zu lesen!

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Guerilla Gardening*
  • Richard Reynolds
  • Herausgeber: orange-press
  • Auflage Nr. 2 (01.11.2010)
  • Taschenbuch: 224 Seiten

Samenbomben Lehmpulver Erde

2. Zutaten zusammentragen

Man braucht zur Samenbombenproduktion:

  1. Blumenerde – etwa 2 Teile
  2. Lehmpulver – etwa 1 Teil
  3. Kompost – etwa 1 Teil
  4. etwas Wasser nach Gefühl
  5. die Saatgutmischung – nicht zu viel – auch ca. 1 Teil

Das Lehmpulver kann man durch Lehm aus der Erde ersetzen. Lehmpulver gibts beim Öko-Baubetrieb / Lehmbauer des Vertrauens (Lehmputz geht super) oder im gut sortierten Baumarkt. Man braucht davon nicht viel, ein kleines Eimerchen reicht völlig!

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Lehmpulver - braun 5 kg*
  • reines Naturprodukt
  • trocken und gemahlen
  • Bindekraft: 80g/cm ²
  • Rohdichte: 1800-1900 kg/m ³

3. Mischen, Wässern, Kneten

Jetzt wird es interessant für alle, die schwarze Ränder unter den Fingernägeln gut finden ;-)

Alle Zutaten – Lehm, Blumenerde, Samenmischung und Kompost werden trocken (!) gut durchmischt. Alles muss gleichmässig verteilt werden, damit das nachher auch alles zusammenhält. Wenn alles durchmischt ist, kommt das Wasser ins Spiel.

Samenbomben alles Mischen

Samenbomben Kneten bis Konsistenz erreicht

Samenbomben Wasser hinzugeben

Man gießt in kleinen Portionen Wasser in die Trockenmischung. Kleine Portionen deshalb, weil die Masse nicht zu nass und nicht zu trocken werden darf. Ist sie zu naß, läuft sie auseinander und es lassen sich keine Kugeln formen. Ist sie zu trocken, fallen die Kugeln wieder auseinander.

Ich gieße immer erst eine kleine Menge Wasser in die Mischung und knete alles durch. Dann lässt man die Masse eine Weile ruhen (der Lehm braucht eine Weile, um sich mit Wasser vollzusaugen). Immer wieder kneten und immer wieder versuchen, Kugeln zu formen. Wenn die Kugeln ohne Probleme zusammenhalten und sich gut formen lassen, hat man die richtige Menge Wasser. Wird die Masse matschig, muss man Lehm oder Erde nachgeben. Ist es zu trocken, einfach Wasser zugeben. Die richtige Konsistenz der Masse würde ich als „teigig“ bezeichnen wollen.

Samenbomben rollen

4. Kugeln formen

Man nimmt eine kleine Menge der teigartigen Masse (dann ist die Konsistenz richtig) in die Hand und rollt sie zwischen den Handflächen und drückt sie anschließend zwischen den Fingern zusammen. Dadurch entstehen kleine Kugeln (ca. 1,5 cm Durchmesser), die ideal für den angedachten Einsatzzweck sind. Fertig sehen die kleinen Kugeln so aus. Fast so wie die Dinger, die die Mistkäfer durch die Prärie rollen – sie duften aber besser ;-)

Samenbomben Detail

Samenbomben schmutzige Haende

Nach einiger Zeit später sind die Kugeln fertig und die Hände so richtig dreckig! Dank der großartigen Erfindung der Seife sind sie aber schnell wieder sauber. Wenn man dazu noch eine Bürste benutzt, kann man kaum glauben, das man gerade eben noch mit Erde und Lehm gearbeitet hat.

Samenbomben roh

Nun sollen die Kugeln recht zügig trocknen. Wenn sie zu langsam trocknen, kann das Saatgut bereits beginnen zu keimen und wenn sie zu schnell trocknen, können sie reißen und auseinander fallen. Das wäre auch nicht so gut. Ein luftiger Ort mit etwas Windbewegung und ein bis zwei sonnige Tage sind ideal!

Samenbomben fertig getrocknet

Samenbomben fertig getrocknet Detail

5. Die Samenbomben sind fertig!

Da liegen sie (ca.2-3 Tage später) – knochentrocken, fest und kugelrund – die Samenbomben sind fertig. Sobald sie durchgetrocknet sind, können sie auch schon verwendet werden!

Jetzt kann man die kleinen Kugeln verpacken – ich verstaue sie gerne in Frühstücktstütchen. Diese Tütchen sind aus Papier, sehr günstig und einfach zu recyceln. Und man kann schöne Bilder draufmalen oder einen Stempel draufdrucken und somit die Samenbomben personalisieren (z.B. zum Verschenken ).

So sehen meine aus:

Parzelle94 Samenbomben

 6. So benutzt man die Samenbomben

Mit einem laut ausgerufenen „HUIIIIIII“ oder auch mit einem leise, nur für sich selbst gedachten „Nimm das, du kahle Stelle in der Landschaft!“ wird eine solche Samenbombe entweder in hohem Bogen geworfen oder behutsam auf einer unbewachsenen Stelle Erdboden platziert – da, wo in einigen Monaten Blüten und viel Grün sprießen sollen. Perfekt eignen sich Stellen, die etwas Regen abbekommen und wo weit und breit kein Rasenmäher oder Unkrautzupfer in Sicht ist. Verantwortungsvolle Guerilla-Gärtner schauen ab und zu nach ihren Zöglingen und sind auch immer mit einer kleinen Gießkanne (Mineralwasserflasche) bewaffnet, um nötigenfalls bewässernd nachzuhelfen.

Noch ein Hinweis: Guerilla-Gärtnern hat immer auch den Hauch von etwas Illegalem an sich. Und so ist das leider auch. Theoretisch darf man diese kleinen Kugeln nur dafür verwenden, um den privaten Garten zu verschönern. Aber wer kann schon verhindern, das auch auf fremden Boden die ein oder andere Kugel aus der Handtasche kullert ;-)

 

Viel Spaß beim Samenbomben basteln!

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Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

2 Kommentare

  1. Avatar

    Oh wie schön, das wird das amapodo Team gleich am Wochenende einmal ausprobieren. Vielleicht fällt ja die ein oder andere Samenbomen-Kugel auch in Deinen Garten?

    ;-)

    • Stefan
      Stefan

      Kannst Du, wenn Du noch eine freie Stelle findest ;-)

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