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Lesedauer 9 Minuten

Beim Gärtnern kam man lange Zeit nicht an Torf vorbei. Es wurde als das wahre “Wundermittel” im Gartenbau hoch über den grünen Klee gelobt und in unglaublichen Mengen zu Blumenerde und zu Substraten aller Art verarbeitet. Auch Du hast mit Sicherheit schon Torf verwendet. Torf schädigt jedoch das Klima, setzt CO2 frei und der Abbau zerstört wertvollen Lebensraum. In Kooperation mit der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. habe ich diesen Blogbeitrag verfasst, um Dir das wichtige Thema “torffrei Gärtnern” ein Stückchen näher zu bringen und um Dir Alternativen zu Torf zu zeigen. Davon gibt es nämlich immer mehr und immer bessere, doch lies selbst.

Warum wird Torf so oft beim Gärtnern verwendet?

Torf hat wirklich tolle Eigenschaften, die wir beim Gärtnern eigentlich ganz gut gebrauchen können und wegen derer Torf so unglaublich beliebt ist und so oft eingesetzt wird. 

Erstens kann Torf das Wasser gut halten, es läuft nicht so schnell nach unten durch. Torf speichert es lange Zeit und macht es für die Pflanzen verfügbar. Dabei ist er frei von Unkrautsamen und Schaderregern wie z.B. Bakterien und Pilzen. Das ist besonders wichtig, um unsere Pflanzen gesund zu erhalten, die in diesem Substrat wachsen sollen. Torf ist sehr leicht und daher einfach zu transportieren. Nährstoffe allerdings müssen beim Torf nachträglich hinzugefügt werden, denn er enthält von Natur aus so gut wie gar keine. Das ist jedoch auch ein Vorteil von Torf, denn so kann man ihn für fast jede beliebige Pflanzenart aufdüngen.

Vergleich von torffreier Erde mit torfhaltiger Erde
Linke Hand: torfhaltige Erde, rechte Hand: torffreie Erde.

Was ist Torf?

Ganz grob gesagt, ist Torf nichts anderes als langsam vermoderte Pflanzenreste. Die befinden sich seit Jahrhunderten als Bestandteil im gewachsenen Boden von Mooren und sind von Wasser umgeben. Trockener aufbereiteter Torf fasst sich fluffig weich an, manchmal erkennt man noch die Pflanzen, aus denen er entstanden ist. Er hat eine bräunliche Farbe und eine faserige Struktur.

Wie entsteht Torf?

Ein Moor beherbergt eine riesige Vielfalt von Pflanzen – ein paar langsam wachsende und ganz viele schnell wachsende Arten. Torf entsteht, wenn diese Pflanzen absterben und anschließend unvollständig verrotten. In immer feuchten Mooren funktioniert das besonders gut, weil Wasser die abgestorbenen Pflanzenteile umgibt und vom Sauerstoff abschneidet. Das beeinflusst die Verrottung, die dann nicht mehr vollständig stattfinden kann, weil der dazu notwendige Sauerstoff fehlt. Die abgestorbenen Pflanzenteile sinken zu Boden (quasi auf den Grund des Moores), verändern sich irgendwann nicht mehr und bilden den “Boden” für neue Pflanzen, die daraufhin irgendwann später wieder absterben und sich ablagern. So wächst der Torfboden ganz langsam heran. Pro Jahr bildet sich im Durchschnitt etwa 1 mm Torf in Hochmooren. Intakte Moore sind in Deutschland allerdings nur noch selten anzutreffen und machen 3 % der bundesweiten Fläche aus.

Wie wird Torf abgebaut?

Um an den Torf zu gelangen, muss man zuerst das Moor trockenlegen, das den Torf hat entstehen lassen. Dazu werden die Schichten, die den Torf enthalten, entwässert. Früher wurde nach diesem Schritt der Torf per Hand gestochen. Heutzutage erfolgt jedoch der Torfabbau in einer Art “Tagebau”. Bagger und Fräsen ernten den Torf großflächig oberirdisch ab.

Problemfall Torf

So toll der natürliche Rohstoff Torf auch sein mag, die Probleme, die er verursacht, sind vielfältig und beginnen bereits beim Abbau. Torf entsteht in Mooren. Moore sind ein komplexes Ökosystem, welches seltenen Pflanzen und Tieren Schutz, Lebensraum und Nahrung bietet. 

Warum ist Torfabbau schädlich für die Umwelt

Moore benötigen unglaublich lange, um sich zu bilden und sind daher besonders schützenswerte und seltene Naturflächen. Zwar werden Moore nach dem Torfabbau in der Regel wiedervernässt, die Natur braucht jedoch extrem lange, um das Moor wieder entstehen zu lassen, wenn überhaupt. 

Das zweite Problem ist die Freisetzung von klimaschädlichem CO2. Moore sind gigantische Kohlenstoff-Speicher. Sie binden doppelt so viel Kohlenstoff wie unsere Wälder! 

Der Kohlenstoff, der im Torf gespeichert ist, wird jedoch freigesetzt, sobald der Torf aus seinem feuchten Umfeld ins Trockene geholt und verarbeitet wird. Chemische Vorgänge sorgen für die Freisetzung des Kohlendioxids (der im Torf gebundene Kohlenstoff oxidiert zu Kohlendioxid, da jetzt Sauerstoff verfügbar ist). Nur wenn der Torf im Moor verbleibt – unter Sauerstoff-Abschluss – erfüllt er seine Funktion als Kohlenstoff-Speicher.

Kann man Torf beim Gärtnern ersetzen?

Torf kommt beim Gärtnern in Substraten zum Einsatz. Gartenbaubetriebe benutzen torfhaltige Substrate in großen Mengen zum Eintopfen und zur Anzucht von Pflanzen. Hobbygärtner benutzen zudem torfhaltige Pflanz- und Blumenerde zum Beispiel zum Befüllen von Hochbeeten, Kübeln, Töpfen und Balkonkästen.

Zu diesen torfhaltigen Substraten sind jedoch mittlerweile immer mehr torffreie Alternativen erhältlich! Die Hersteller forschen mit Hochdruck an Torfersatzstoffen. Torffreie Substrate sind mittlerweile in großer Vielfalt im Handel erhältlich. Die Schwierigkeit besteht darin, die besonderen positiven Eigenschaften des Torfes mit klimafreundlichen Rohstoffen nachzubilden, jedoch unschädlich für das Klima und gut für die Umwelt.

Tipp: Ganz am Ende dieses Beitrags findest Du einen Link zur aktuellen Produktübersicht für torffreie Substrate. Dort kannst Du Dich vor Deinem nächsten Einkauf informieren.

Wodurch wird Torf ersetzt?

Anstelle von Torf kommen in den torffreien Erden organische, klimafreundliche Rohstoffe zum Einsatz. Einer dieser Rohstoffe ist Grüngutkompost. Den kennen wir Gärtner schon aus dem eigenen Garten! 

Grüngut fällt in großen Mengen an und kann in Großkompostierungsanlagen zu perfektem, hochwertigen Kompost umgewandelt werden. Holzfasern (z.B. aus Rinde) sorgen in den torffreien Substraten für die nötige Struktur und speichern das Wasser. Oft enthalten torffreie Erden noch Kokosprodukte (Fasern etc), Ton, Lavagranulat und Pflanzenkohle – alles Inhaltsstoffe, die helfen, die Eigenschaften von Torf nachzubilden. Jedoch unschädlich für das Klima und gut für die Umwelt.

Wie sieht die Zukunft der torffreien Erden aus?

Das Bundeskabinett hat im “Klimaschutzprogramm 2030” beschlossen, die Verwendung von Torf in Substraten zu reduzieren und Moore besser zu schützen. Durch Informationskampagnen für Privatanwender und Unternehmen soll das Bewusstsein für die Klimaschädlichkeit von Torf geschärft werden. Der Einsatz von Torf im Garten- und Landschaftsbau soll stark vermindert werden. Auch Vergaberichtlinien für öffentliche Aufträge sollen zukünftig Vorgaben zur Verwendung von Torfersatzstoffen enthalten. Gleichzeitig unterstützt die Regierung Forschungsvorhaben zu Torfersatzstoffen. 

Ziel ist es, die Verwendung von Torf im Hobbygartenbau komplett zu beenden. Angestrebt ist der vollständige Verzicht bis zum Jahr 2026. Es wäre wirklich wünschenswert, dieses Ziel innerhalb dieser Zeitvorgabe zu erreichen. Es sind jedoch noch einige Steine aus dem Weg zu räumen.

Die Verfügbarkeit der nötigen Torfersatzstoffe wie z.B. Grüngutkompost und Holzfasern ist momentan eingeschränkt, was die Herstellungsmengen von torffreien Substraten begrenzt. Die Versorgungsketten für Kokos-Rohstoffe sind durch die Corona-Krise gestört und der Borkenkäferbefall unserer Wälder schränkt die Versorgung mit Rindenhumus ein – nur um zwei Probleme zu nennen. Es ist jedoch zu erwarten, dass auch diese gelöst werden können und dass die Verwendung torffreier Erden weiter zunehmen wird.

Daten aus der Wirtschaft? Wird zunehmend Torf ersetzt?

In Deutschland wird jährlich auf 12.000 Hektar Torf abgebaut. (Quelle BMEL). Wichtig: Es werden jedoch keine Moore mehr in Deutschland trockengelegt.

Wurden in Deutschland im Jahr 2005 noch ca. 8 Millionen Kubikmeter Torf gefördert, waren es 2019 nur noch etwa 4,7 Millionen Kubikmeter. Der Rückgang liegt jedoch daran, dass es in Deutschland einfach nicht mehr genügend Torf gibt. Der Bedarf kann dadurch nicht gedeckt werden. Die fehlenden Mengen Torf müssen importiert werden, hauptsächlich aus dem Baltikum.

Im Jahr 2021 wurden in Deutschland 570.000 Kubikmeter komplett torffreies Substrat (Blumenerde) für Hobbyanwender hergestellt, ca. 60.000 Kubikmeter für den Erwerbsgartenbau (Quelle IVG). Demgegenüber steht die Gesamtmenge der in Deutschland konventionell hergestellten Substrate: 12.000.000 Kubikmeter. Der Torfanteil an der Gesamtmenge der produzierten Substrate konnte bei Blumenerden für den Hobbygartenbau auf 48% gesenkt werden und auf 78% bei Kultursubstraten für den Erwerbsgartenbau. Das ist immer noch eine Menge Torf, die eingesetzt wird, aber die Mengen sinken. Wenn auch langsam.

Kräuter in Töpfen in torffreier Erde
Beim Gärtnern auf der Fensterbank kann man wunderbar auf Torf verzichten.

Wie kann man zuhause auf Torf verzichten?

Für uns Hobbygärtner kann es leider immer noch zu einer kleinen Challenge werden, auf Torf zu verzichten. Nicht immer ist klar deklariert, ob ein Produkt Torf enthält. Zum Beispiel bei getopften Pflanzen, wie Kräutern, Stauden oder Balkonpflanzen. Bei diesen Produkten lohnt es sich, genau auf die Verpackung zu schauen, ob sie klar als “torffrei” gekennzeichnet sind.

Leichter ist es, bei Kultursubstraten, wie z.B. Blumenerde, auf Torf zu verzichten. Diese Erden haben einen eindeutigen Aufdruck auf der Verpackung: “ohne Torf”, “torffrei” oder ähnlich. Doch Achtung: Manchmal findet man die Angabe “torfreduziert”. Das bedeutet lediglich, dass der Torfanteil in der Erde verringert wurde. Diese Erden enthalten immer noch Torf!

Wenn wir in unseren Gärten und auf unseren Balkonen zukünftig auf Torf verzichten, leisten wir einen großen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

Wo kauft man torffreie Substrate?

Torffreie Erden sind mittlerweile problemlos in jedem größeren Bau- und Gartenmarkt erhältlich, auch online. Es sind zahlreiche Marken und Qualitäten erhältlich, so dass man die freie Wahl hat. Vor dem Einkauf lohnt sich jedoch ein Blick in die Produktdatenbank auf torffrei.info. Hier kann man sich vor dem Kauf über die verfügbaren torffreien Erden informieren und die Produkteigenschaften kennen lernen. Momentan sind über 250 Erden in der Datenbank verzeichnet!

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Ganz wichtig ist, dass die Erde als “torffrei” oder “ohne Torf” gekennzeichnet ist. Nur dann ist sichergestellt, dass auch wirklich kein Torf darin verarbeitet wurde. Wenn man unsicher ist, lohnt ein Blick auf die Rückseite der Verpackung, denn dort sind die Inhaltsstoffe deklariert. Findet man darin “Torf”, dann ist die Erde nicht torffrei.

Tipp: Hat man das Glück, in der Nähe eines Erdenherstellers, der torffreie Substrate herstellt, zu wohnen, dann greift man am besten auf dessen Produkte zurück. Die Nähe zum Hersteller verkürzt die Lieferwege und trägt zusätzlich zur Einsparung von CO2 bei. Gleichzeitig unterstützt man dadurch regionale Wirtschaftskreisläufe.

Nur torffreie Erden sind mit „torffrei“ gekennzeichnet!

Was ist der Unterschied zu torfhaltigen Erden?

Torffreie Erden können Torf ersetzen, haben aber ein paar Besonderheiten. Das hat mit der Zusammensetzung und den Rohstoffen zu tun, aus denen torffreie Erden hergestellt werden. Wenn man diese Besonderheiten kennt, dann kann man mit den torffreien Erden problemlos und vor allem klimaschonend gärtnern.

Wasserhaltefähigkeit

Torffreie Erden werden schneller trocken als man es von torfhaltigen Substraten gewöhnt ist. Sie beanspruchen etwa 10% mehr Wasser. Das liegt daran, dass Torf ein hervorragendes Wasserrückhaltevermögen hat. Mit den Torfersatzstoffen kann man diese Eigenschaft leider noch nicht zu 100% nachbilden. Daher trocknen die torffreien Substrate etwas schneller aus und müssen häufiger gegossen werden (sind aber leichter wiederzubefeuchten als torfhaltige). Um eine höhere Wasserspeicherfähigkeit zu erreichen, werden einige Substrate mit Ton oder Tongranulat aufgewertet, was für bessere Wasserspeichereigenschaften sorgt.

Nährstoffgehalt

Ähnlich wie mit dem Gießen verhält es sich bei torffreien Substraten auch mit dem Düngen. Die Fähigkeit, Nährstoffe zu halten, ist etwas geringer als bei torfhaltigen Erden. Wenn man jedoch darauf achtet, regelmäßig Nährstoffe nachzudüngen, lässt sich dieser Nachteil leicht wieder ausgleichen. Die Pflanzen danken diese gleichmäßige Nährstoffzufuhr mit üppigem und gesundem Wachstum.

pH-Wert

Torffreie Erden haben naturgemäß einen leicht erhöhten pH-Wert. Pflanzen, die einen niedrigen pH-Wert benötigen, wie z.B. Lavendel, Rhododendron, benötigen torffreie Spezialerden, die ebenfalls im Handel erhältlich sind. In der Produktdatenbank findet man Empfehlungen für die jeweiligen Bedürfnisse der einzelnen Kulturen.

Zusammensetzung und Haltbarkeit

Während torfhaltige Erdmischungen einen sehr hohen Torfanteil besitzen, dem noch andere Stoffe wie Grüngutkompost, Holzfasern und andere Bestandteile beigemischt werden, kommt torffreie Erde komplett ohne Torf aus. Dort dominieren die Kompostbestandteile, Rindenhumus, Tongranulat, Holzfasern und einige andere Inhaltsstoffe. Diese spezielle Zusammensetzung führt dazu, dass in torffreien Erden Mikroorganismen besonders gut wirken können. Man sollte diese Erden – einmal geöffnet – daher nicht all zu lange lagern.

DIY: Frische Kräuter auf der Fensterbank ziehen

Frische Kräuter gehören zum Kochen und für Salate einfach mit dazu. Zum Glück sind sie so problemlos heranzuziehen, dass man sie einfach zuhause auf der Fensterbank wachsen lassen kann. Es gibt ein paar Sorten, die regelrechte Sprinter sind! Nach wenigen Tagen zeigen sie erstes Grün und nach ein paar weiteren Tagen sind sie auch schon erntefertig.

Empfehlenswerte Kräuterarten

Ich liebe Basilikum! Basilikum mag das Klima im Zimmer, deshalb gelingt es auf der Fensterbank besonders gut – das ganze Jahr über. Ich baue auch gerne Kresse im Topf an, denn dieses Kraut schmeckt so herrlich scharf und intensiv. Dost bzw. Oregano ist ebenfalls bestens für den Zimmeranbau geeignet, bei diesem Kräutlein braucht man jedoch ein bisschen mehr Geduld, denn es wächst recht langsam. Mein besonderer Geheimtipp ist Rukola. Den ziehe ich mir regelmäßig im Haus an. Er wird sogar im Topf schön groß und lecker.

Töpfe mit torffreier Erde befüllen

Zum Aussäen nehme ich meine Tontöpfe. Die befülle ich bis kurz unter den Rand mit torffreier Anzucht- oder Kräutererde. Gut festdrücken, damit die Wurzeln der kleinen Kräuter nachher nicht ins Leere greifen! :) Ich gieße vor der Aussaat kräftig an, so dass sich die Erde gut mit Wasser vollsaugen kann.

Kräuter aussäen, hell stellen

Jetzt säe ich die Kräuter aus. Basilikum ist ein Lichtkeimer, Oregano auch. Diese Eigenschaft des Saatguts sollte man unbedingt kennen, denn sonst keimt es nicht. Ein Blick auf das Samentütchen bringt jedoch schnell Klarheit. Wenn das Saatgut mit Erde bedeckt werden soll, dann handelt es sich um einen Dunkelkeimer. In diesem Fall kann man eine Untertasse oder einen Teller auf den Blumentopf legen, um die Verdunstung des Wassers zu verringern und um es schön dunkel zu machen. Bei mir im Blog gibt es eine Liste mit bekannten Licht- und Dunkelkeimern zum Nachschlagen.

Sobald sich das erste Grün zeigt, brauchen die kleinen Pflänzchen so viel Licht wie möglich. Besonders im Winter wird das schnell zum Problem, doch glücklicherweise bekommt man im Handel mittlerweile ganz brauchbare stromsparende Pflanzenlampen. Mit dieser Hilfe gelingt es, die Kräuter auch in der dunklen Jahreszeit wachsen zu lassen.

Tipps für die beste Aufzucht

Die kleinen Kräuter-Pflänzchen brauchen nicht viel, um glücklich zu sein. Viel Licht, torffreie Kräuter- oder Anzuchterde, mäßig Wasser und Dünger und natürlich eine kleine Portion Liebe sind die Gelinggarantie. Die Töpfe mit den Anzuchten sollten auch nicht allzu warm stehen. Erstens trocknet Wärme die Erde schnell aus und zweitens stimuliert die hohe Temperatur das Wachstum sehr stark, so dass die Keimlinge – besonders in Kombination mit wenig Licht – sehr lang werden können.

Auch auf der Fensterbank kann man wunderbar torffrei gärtnern.

Gieß + Düngetipps

Wir haben gelernt, dass torffreie Erde ein bisschen schneller trocken wird, als konventionelles Substrat. Da wir diese Besonderheit kennen, können wir uns wunderbar darauf einrichten! Mehrmals in der Woche prüfe ich die Feuchtigkeit im Topf. Das funktioniert am besten mit der Fingerprobe. 

Dazu steckt man den Zeigefinger 1-2 cm in die Erde. Fühlt sie sich frisch und feucht an, ist alles gut. Wenn sie aber trocken ist, dann wird gegossen. Ich benutze dazu sehr gerne meine Ballonbrause, denn sie macht einen besonders zarten Wasserstrahl, den die jungen Pflänzchen ganz toll finden. Einmal in der Woche dünge ich die Kräuter mit einem milden organischen Flüssigdünger. Der wird einfach über das Gießwasser verabreicht.

Fazit

Das Gärtnern mit torffreier Erde ist gar nicht so schwer. Es gibt ein paar Kleinigkeiten zu beachten, wie z.B. die etwas geringere Wasserhaltefähigkeit und den Düngerbedarf, doch wenn man das immer im Hinterkopf behält, bemerkt man zu konventionellen Erden keinen Unterschied. Torfabbau schadet der Umwelt, zerstört Lebensraum und setzt viel klimaschädliches CO2 frei. Torffreie Erden werden oft aus regional verfügbaren Rohstoffen gewonnen und sind daher die weitaus bessere Wahl. Veränderungen fangen immer im Kleinen an – mit torffreier Erde zum Beispiel. Mach mit!

Im Internet findest Du viele weitere Informationsquellen zum Thema “torffreie Erde”. Zum Beispiel die Infopage der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) mit vielen Hintergrundinfos rund um torffreie Erde unter www.torffrei.info. Dort gibt’s auch den Infoflyer zum Downloaden und die fantastische Produkt-Datenbank mit über 250 torffreien Erden zum Recherchieren und Durchstöbern.

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Author

Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Gewinner des "Mein schöner Garten" Influencer Awards 2022 in der Kategorie "Insektenfreundliches Gärtnern" und seit 2023 Gartenfachberater. Besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

3 Comments

  1. Hallo Stefan ,
    vielen Dank für Deinen wichtigen Beitrag. Leider ist es bei uns das Angebot an torffreien Erden noch begrenzt, muss man halt manchmal suchen. Ich habe mir angewöhnt, die Erden mit Bentonit anzureichern und damit gute Erfahrung gemacht. Trotzdem trocknen sie oberflächlich schnell ab, was insbesondere bei Ausaaten tägliche Kontrollen sinnvoll macht. Sonst geht es oft schief.
    Viele Grüße Herbert

    • Stefan

      Hallo Herbert, danke für Deinen Kommentar! Der Tip mit dem Bentonit ist toll! Das werde ich nächstes Jahr definitiv auch probieren, hab sogar noch welchen da :) Viele Grüße!

  2. Hi Stefan,

    Danke für deine tollen Blogbeiträge. Hast du noch was für November geplant? :-) Freu mich immer, über deinen Input.

    Liebe Grüße
    Jana

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