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Tomaten sind das Lieblingsgemüse fast aller Gärtner. Die Pflanzen werden in unseren Breiten traditionell an einer Stütze eintriebig nach oben geleitet. So werden die Früchte nicht schmutzig und die Pflanze kann nach dem Regen gut abtrocknen. Die Tomaten brauchen also eine Rankhilfe. Besonders bewährt hat sich dafür das Tomaten anbinden mit Hilfe von Seilen oder dickeren Schnüren. So lässt sich eine einfache Tomatenstütze selber machen. Das Anbinden von Tomaten kann man schnell erlernen. Ich zeige Dir hier, wie es geht.

Warum Tomatenpflanzen anbinden?

Sehr verbreitet sind die bekannten Tomatenstäbe, die jedoch aus kaltem Metall hergestellt sind. Daran kann sich die Pflanze aufreiben (durch Wind) und sich Verletzungen zuziehen. Das sind perfekte Einfallstore für Krankheiten, wie z.B. die gefürchtete Braunfäule.

Durch das Anbinden an einem Seil schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits braucht man keine Tomatenstäbe zu kaufen, die man im Winter auch noch einlagern muss. Andererseits erspart man den Tomaten viel Stress während des Wachstums. Man ist beim Anbinden auch jederzeit flexibel, wenn die Tomaten mal länger werden sollten, als geplant ;-) Doch dazu später mehr.

Tomaten Rankhilfe aus Schnur
Tomatenstäbe kann man sich sparen, wenn man ein Tomatenhaus besitzt und die Tomaten einfach oben anbinden kann.

Vorteile des Anbindens

Zum Anbinden der Tomaten verwendet man weiche Seile aus natürlichen Materialien. Dadurch besteht für die Tomatenpflanze keine Verletzungsgefahr durch aufgeriebene Stellen. Das Seil ist anschmiegsam und bewegt sich mitsamt der Pflanze sanft im Wind. Es verändert seine Temperatur nicht so stark wie ein Metallstab, was der wärmeliebenden Tomatenpflanze ebenfalls sehr zu gute kommt.

Wenn man sich für Tomatensorten entschieden hat, die hoch in den Himmel wachsen möchten, dann ist die Anbindemethode ein echter Vorteil. Man lässt bei diesen Pflanzen einfach ein wenig Schnur als Reserve. Wenn die Pflanze oben angestoßen ist, wird das Seil vorsichtig nachgegeben. Die Tomatenpflanze rutscht dann nach unten, der obere Bereich bekommt wieder mehr Platz und kann einfach weiterwachsen. Im unteren Bereich der Pflanze entfernt man alle Blätter, die den Boden berühren. Die unteren Früchte sind ja wahrscheinlich schon abgeerntet, wenn man Seil nachgibt. Ein Seil ist also eine perfekte Rankhilfe für alle Arten von Tomaten!

Zu guter Letzt darf man die Platzersparnis dieser Methode nicht vernachlässigen. Nachdem die Tomaten geerntet wurden und wenn es Zeit für das Räumen der Beete ist, rollt man die Seile einfach zusammen. Man kann sie mehrere Jahre wiederbenutzen, sollte sie aber vorher gründlich desinfizieren bzw. abkochen (besonders wichtig bei Braunfäulebefall).

Nachteile

Einen großen Nachteil hat das Anbinden von Tomaten allerdings. Es funktioniert nur, wenn man ein Gestell hat, an dem man die Seile befestigen kann. Alle Besitzer eines Tomatenhauses sind da klar im Vorteil. An der Dachverstrebung lassen sich die Seile leicht anbringen. Ansonsten lässt sich ein solches stabiles Gestell (z.B. aus Holz) ohne viel Mühe selbst bauen.

Tomaten anbinden mit einem Seil
Tomaten werden einfach mit einem Seil angebunden. Unten eine lockere Schlaufe und oben das Seil am Dach befestigen.

Tomatenpflanzen anbinden – so wird’s gemacht

So mache ich es: Die Tomatenpflanzen werden Mitte Mai – nach den Eisheiligen – ins Freiland gepflanzt. Für ein paar Wochen lasse ich sie an einem kleinen Stützstab wachsen, bis die Stängel kräftiger geworden sind. Sie brechen sonst zu schnell. Sobald die Höhe des Stabes nicht mehr ausreicht, werden die Tomaten ans Seil angebunden.

Das Seil lege ich in einer lockeren Schlinge ganz unten an der Pflanze um den Stängel. Meist mache ich nur eine Schlaufe. Danach befestige ich das Seil nicht zu straff an einer Metallöse ganz oben unter dem Tomatendach. Die Tomatenpflanze soll ja nicht herausgerissen werden ;-) Diese Befestigung muss sicher und fest sein, sie trägt später das gesamte Gewicht der Tomatenpflanze.

Ist das Seil korrekt installiert, winde ich die Tomatenpflanze behutsam herum, damit nichts abbricht. Die Pflanze schmiegt sich an und kann ungehindert immer weiter in die Höhe wachsen. Alle paar Tage schaue ich nach den Tomatenpflanzen und lege den neu gewachsenen Teil wieder ans Seil an. Die Tomate wird so vor dem Umknicken bewahrt. Bei dieser Gelegenheit kann man gleich noch die Geiztriebe entfernen.

Tomaten zweitriebig ziehen

Wenn man Tomaten zweitriebig erziehen möchte, ist die Anbindemethode auch gut geeignet. Man befestigt zu gegebenem Zeitpunkt einfach ein zweites Seil an der Tomate (dort, wo der zweite Trieb beginnt) und befestigt es mit etwas Abstand am Dach.

Mit dieser Methode wächst die Tomate um einiges höher, als es ein Tomatenstab es je erlaubt hätte. Die Pflanze kann größer werden und bekommt mehr Sonne.

Tomatenpflanzen am Seil anbinden
Immer wenn die Tomaten ein Stückchen gewachsen ist, wird die Pflanze wieder um die Rankhilfe gewunden, damit sie nicht abknickt,

Fazit

Tomaten anbinden hat gegenüber Tomatenstäben viele Vorteile. Man braucht jedoch ein Gestell, an dem die oberen Enden der Seile befestigt werden können. Tomaten fühlen sich an Seilen als Rankhilfe sehr wohl und werden dadurch schonend in die Höhe geleitet. Zwei- oder mehrtriebiges Führen der Pflanzen ist kein Problem. Im Herbst sind die Seile schnell zusammengerollt und platzsparend verstaubar. Man kann sie mehrere Jahre lang wiederverwenden und somit unsere Umwelt schonen.

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Author

Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

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