Saatgut ist nur eine begrenzte Zeit voll keimfähig. Mit zunehmender Lagerdauer nimmt die Keimfähigkeit nämlich ab. Es gibt jedoch eine einfache Methode, um herauszufinden, ob das Saatgut noch gut keimt – die Keimprobe! Viele Gärtner nutzen die Keimprobe jedes Jahr und Du kannst das auch. Hier zeige ich Dir, wie ich mein Saatgut teste und am Ende des Artikels gibt es noch eine Liste mit den Haltbarkeiten und Keimdauern der wichtigsten Gemüsesorten.

Gemüsesaatgut in einer Keimprobe
Mit Keimproben testet man die Keimfähigkeit von Saatgut

Warum macht man eine Keimprobe

Saatgut, das nach der Aussaat nicht keimt ist etwas, was bei uns Gärtnern extrem schlechte Laune erzeugt. Durch eine Keimprobe kann man sich schon vor der Ausaat im Garten von der Qualität des Saatgutes überzeugen und sich selbst vor unliebsamen Überraschungen bewahren, denn oft ist es für eine zweite Aussaat zu spät, wenn man bemerkt, das Saatgut nicht keimen will. Hilfreich ist die Keimprobe bei selbst gesammeltem Saagut, aber auch bei ertauschtem Saatgut sorgt es für Anbausicherheit. Auch gekauftes Saatgut, was schon etwas überlagertist, kann man so testen. Oftmals keimt es nämlich noch problemlos und man muss es noch nicht wegwerfen.

Wann macht man die Keimprobe

Die Keimprobe kann wunderbar im Winter, bevor man Saatgut bestellt, durchführen. Dann sieht man schnell, welches Saatgut noch gut keimt und welches man lieber nachbestellt. Ich warte immer bis nach der Saatgut-Tauschbörse, denn dann kann ich das ertauschte Saatgut auch gleich mit überprüfen.

Benötigte Utensilien

  • Schälchen
  • Saugfähiges Material (Küchenkrepp, Kosmetik-Pads o.ä.)
  • Saatgut
  • Frischhaltefolie
  • evtl. lichtundurchlässige Deckel
  • Gießkanne / Wassersprüher

So wird die Keimprobe gemacht

In die vorbereiteten Schälchen lege ich jeweils ein Kosmetik-Pad. Die Pads befeuchte ich mit temperiertem Wasser. Danach wird das zu prüfende Saatgut abgezählt. Das ist wichtig, um die Keimrate zu ermitteln.

Ich nehme für gewöhnlich 10-20 Körner, um den Test durchzuführen. Die Samenkörner werden gleichmäßig auf den Pads verteilt. Um die Verdunstung zu reduzieren, bedecke ich alles mit einer Schicht Frischhaltefolie. An einem warmen Ort wartet man nun auf die Keimung der Samenkörner. Debei muss man darauf achten, daß das Saatgut nie austrocknet.

Man sollte sich vor der Keimprobe darüber informieren, ob das zu testende Saatgut Lichtkeimer oder Dunkelkeimer ist. Dunkelkeimer werden zur Keimung lichtdicht verschlossen oder an einen dunklen Ort gestellt.

Auf Kosmetikpads oder Küchenkrepp bleibt das Saatgut konstant feucht

Keimprobe auswerten

Nach einigen Tagen werden einige der Samenkörner gekeimt sein und einige nicht. Im schlechtesten Fall keimt jedoch gar nix, dann kann man das Saatgut direkt kompostieren ;-) Nach der durchschnittlichen Keimdauer (siehe weiter unten) wird gezählt, wieviele Samenkörner gekeimt sind. Mit der Formel

Gekeimte Körner / Gesamte Körner x 100 = Keimrate

ermittelt man die Keimrate. Alles über 90% Keimrate ist wunderbar, alles unter 50% würde ich nur noch unter Vorbehalt aussäen. Wenn viele Samenkörner schimmeln, dann haben sich eventuell Pilzsporen ans Saatgut geheftet, man sollte das Saatgut vor der Aussaat vorbehandeln.

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Keimdauer und Keimfähigkeit ausgesuchter Gemüsesorten

GemüsesorteKeimdauer (Tage)Keimfähigkeit (Jahre)
Artischocke8-125
Aubergine6-84
Rote Bete10-154
Blumenkohl4-64
Bohnen8-143
Brokkoli4-64
Chinakohl4-65
Endivien8-105
Erbsen8-123
Feldsalat15-254
Knollenfenchel12-162
Grünkohl4-55
Gurke4-85
Kohlrabi8-106
Kresse24
Lauch (Porree)14-163
Mangold8-104
Möhren21-283
Neuseeländer Spinat30-405
Paprika8-124
Pastinake21-282
Petersilie21-352
Radieschen8-144
Rettich14-215
Rosenkohl4-55
Rotkohl5-64
Kopfsalat6-105
Schnittlauch142
Schwarzwurzel15-201
Sellerie156
Spargel25-353
Spinat8-145
Tomaten6-85
Weißkohl5-65
Zucchini5-85
Zuckermais14-211-2
Zwiebeln14-212
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