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Parrot Flower Power im Gewächshaus

Diesen FlowerPower habe ich von Parrot zur Verfügung gestellt bekommen – habe selbst angefragt, weil ich das Teil unbedingt mal testen wollte. Freundlicherweise wurde mir einer zugeschickt! Ich teste den nun seit fast einem Jahr und habe mir auch bewusst diese Zeit gelassen, um herauszufinden, ob das Teil nun Spielzeug ist (sieht etwas danach aus) oder was „ordentliches“ für den Garten. Man kann den FlowerPower auch im Blumentopf benutzen, mich reizte aber der Einsatz im Gewächshaus.

Aussehen und Bestandteile

Das Gerät ist ca. 25cm hoch, der untere Teil ist schwarz und verschwindet im Erdboden. Oben ist er aus farbigem Kunststoff gefertigt, dieser Teil ist immer über der Erde. Man hat die Wahl zwischen verschiedenen Farben. Er fällt im Beet nicht sehr auf – sieht aus wie ein Zweig! Ich finde ihn sehr hübsch, er fügt sich gut ein und sieht überhaupt nicht technisch aus. Befüttert wird der FlowerPower durch eine AA-Batterie. Sie hält eine ganze Saison. Zum Batterie einlegen wird der Schraubverschluss (er befindet sich auf dem Foto oben rechts) abgenommen, Batterie rein, fertig. Gespeicherte Werte bleiben erhalten. Neben dem Batteriefach gibt es noch einen „Ast“ am Gerät – dort ist eine kleine Leuchtdiode untergebracht, die ab und an mal leuchtet – bei mir bei der Ersteinrichtung. Das ganze Gerät ist wasserfest und kann theoretisch das ganze Jahr im Beet bleiben – ich nutze ihn aber im Winter im Haus weiter. Er leistet auch in Blumentöpfen gute Dienste.

Der FlowerPower hat mehrere Sensoren eingebaut, mit der er die Wachstumgsbedingungen für die überwachten Pflanzen misst.

Hier die Sensoren im Einzelnen:

1. Lichtsensor

Der Lichtsensor misst die Beleuchtungsstärke. Man kann so erkennen, ob eine Pflanze genug Licht bekommt. Wichtig besonders im Frühling bei der Jungpflanzenaufzucht und auch im Gewächshaus.

2. Temperatursensor

Der Temperatursensor erfasst kontinuierlich die Bodentemperatur. Im Frühling sieht man dadurch, wenn der Bodenfrost aus der Erde raus ist. Dank der Speicherfunktion des Geräts kann man so auch abschätzen, wenn kein Bodenfrost mehr zu erwarten ist.

3. Feuchtigkeitssensor

Das ist eine sehr nützliche Sache – wenn nicht sogar die Nützlichste des ganzen Geräts überhaupt. Das Gerät misst die Feuchtigkeit des Erdbodens. So bekommt man leicht raus, ob gegossen werden muss oder nicht. Gerade im Gewächshaus weiss ich immer nie, wann man gießen muss, die Erde sieht oberflächlich noch feucht aus, aber der Wassergehalt etwas weiter unten ist schon recht niedrig. Das Gerät zeigt prozentgenau die Bodenfeuchte an und man kann rechtzeitig gießen. Fantastisch!

4. Düngerversorgung

Der FlowerPower* misst auch den Düngerzustand des Bodens. Der Salzgehalt des Bodens ändert sich, wenn sich die Düngersituation ändert – und das bekommt der Flowerpower über die Messung des elektrischen Bodenwiderstandes mit. Auch eine sehr nützliche Funktion. Man kann damit den Düngerzustand schätzen. Genaue Aussagen kann man damit jedoch nicht machen. Man weiss aber, ob genug Dünger da ist, oder ob man besser noch etwas nachdüngen sollte.

Alle diese Werte misst der FlowerPower in regelmäßigen Abständen und speichert sie in seinem internen Speicher.

Daten auf dem Smartphone ansehen

Der FlowerPower benötigt zum Auslesen und Anzeigen der gemessenen Daten ein kompatibles Smartphone mit Bluetooth 4.0 Low Energy. Mein Samsung Galaxy S3 funktioniert damit sehr gut. Jedes moderne iPhone sollte auch funktionieren. Es gibt eine App für iOS sowie – seit Neuestem – eine App auch für Android.

In der App legt man sich ein Nutzerkonto bei Parrot an. Danach verbindet man den FlowerPower mit der App. Das geht kinderleicht. Manchmal hakelt bei meinem Android-Telefon die Verbindung, aber es hat bisher immer irgendwann geklappt.

Wenn der FlowerPower einige Tage Daten sammeln konnte, startet man die App und diese verbindet sich dann mit dem Gerät. Anschließend werden die Rohdaten aus dem FlowerPower erst einmal an die Parrot-Server übertragen. Internetverbindung vorrausgesetzt. Dort werden die Daten dann aufbereitet und wieder ans Smartphone übertragen, wo man sie sich dann ansehen kann. Das geht recht flott. Allerdings hat diese Vorgehensweise den Nachteil, falls mal die Parrot-Server ausfallen oder der Service abgeschaltet wird, ist dann auch das Gerät nutzlos…

Pflanzendatenbank

In der App kann man einem (oder mehrere) FlowerPower sagen, welche Pflanzen sie gerade überwachen. Es gibt eine riesige Datenbank mit allen möglichen Pflanzen – wenn man den FlowerPower einer Pflanze zuweist, weiß die App die idealen Wachstumsbedingungen dieser Pflanze und hilft, sie bestmöglich zu pflegen, indem sie Pflegehinweise gibt. Hat die zugewiesene Pflanze z.B. zu wenig Wasser, kommt eine Warnmeldung auf das Smartphone. Ebenso wenn zu wenig Dünger vorhanden ist oder wenn die Temperatur oder das Licht nicht stimmt. Sehr praktisch. Man muss aber regelmäßig synchronisieren und Daten abrufen!

Datenanzeige

Die ermittelten Daten der überwachten Pflanzen (oder wiebei mir – des Gewächshauses) lassen sich komfortabel in der App anzeigen.

Wasserversorgung

Parrot Flower Power Wassermenge Feuchtigkeit

So sieht bei mir die Anzeige der Wasserversorgung aus. Ich messe jetzt seit Mitte März 2014. Der Screenshot wurde Anfang August 2014 aufgenommen. Man kann schön sehen,wann ich gegossen habe und das es im Laufe des Jahres immer trockener im Gewächshaus geworden ist ;-) Im Juli habe ich jedoch wieder die Kurve bekommen und ordentlich gegossen. Man kann sich wahlweise die Daten im Livemodus ansehen oder verschiedene Zeitskalen auswählen. Mit einem Fingerwisch nach rechts oder links lässt sich die Datenkurve scrollen. So bekommt meinen einen sehr genauen Überblick (und Rückblick) über die Messwerte.

Düngermenge

Parrot Flower Power Düngermenge

Die Düngermenge wird durch Messung des elektrischen Widerstands im Boden gemessen. Das ist recht ungenau- aber ausreichend für die Bedürfnisse eines Kleingärtners. Der FlowerPower ist eben ein etwas besseres „Schätzeisen“ ;-) Aber ausreichend für mich. Man sieht schön, das ich im Juni etwas Stickstoff gedüngt hatte. Dort geht die Kurve nach oben. Warum im August die Kurve hoch geht, weiss ich nicht genau… Aber gut. Da der FlowerPower weiß. das er momentan eine Chilipflanze überwacht, sagt er mir immer, ob alles i.O. ist. In meinem Fall ist der Düngerzustand in Ordnung und ich muss nix weiter unternehmen, damit es der Pflanze gut geht. Und er hat recht – der Chili ist sehr gut gewachsen!

Temperaturmessung

Parrot Flower Power Temperatur

Analog zu Wassermenge und Düngezustand kann man sich auch den Temperaturverlauf anzeigen lassen. Gerade im Sommer bekommt man so mit, wenn es im Gewächshaus zu heiß wird. Bei mir war es im Juni fast 50 Grad heiß! Dann kann man gegensteuern und die Türe öffnen. Im Winter sieht man, wenn man mit Bodenfrost zu rechnen hat. Oder im Frühling. Gerade bei der Anzucht von Jungpflanzen gut zu wissen!

Lichtmenge

Parrot Flower Power Licht

Auch gut zu wissen: die Lichtmenge. Hier sieht man auf der Grafik, das der FlowerPower was zu meckern hat. Die Anzeige wird orange – irgendwas stimmt nicht. Ich sollte meine Chili heller stellen – leider geht das im Gewächshaus nicht. Da muss die Pflanze also jetzt durch ;-) Es geht ihr aber noch gut, es sind noch keine Ausfallerscheinungen festzustellen und es hängen viele Chilis dran. Auf der Grafik sieht man die Wochenansicht. Tag und Nacht sich gut voneinander zu unterscheiden. Die Einschnitte in den Kurven sind Wolken vor der Sonne!

Daten auf der Parrot-Website ansehen

Auf der Website des FlowerPower kann man sich einloggen und man sieht dann alle Daten, die man auf dem Smartphone angezeigt bekommt, auch im Broser.

Daten herunterladen

Das Herunterladen der Daten vom Flowerpower auf den eigenen Computer ist leider nicht möglich. Wünschenswert wäre vielleicht ein Export als XLS-Datei für die Weiterverarbeitung in der heimischen Tabellenkalkulation. Es gibt nirgends eine Aussage, wie viele Daten Parrot auf seinen Servern speichert und wie lange. So kann es passieren, das die eigenen Messwerte irgendwann mal weg sind.

Fazit

Der FlowerPower ist mir ans Herz gewachsen. Er ist unauffällig, genügsam, funktionial und sieht gut aus. Durch die Überwachung meines Gewächshauses kann ich den Anbau optimieren, weiß, wann ich punktgenau gießen muss und wann es Zeit für eine Nachdüngung wird. Dank der großen Pflanzendatenbank bekommt man sogar auf einen Blick mitgeteilt, wenn ein gemessener Wert nicht stimmt und wie man am besten für Abhilfe sorgt. Der FlowerPower errechnet sogar anhand der Messwerte den nächsten Dünge- und Gießtermin und erinnert daran (Kalenderfunktion). Für mich ein tolles Gerät, auch nach einem halben Jahr Test und nicht nur in den ersten Tagen nach dem Auspacken. Wenn man ein wenig Budget hat, kann man sich mehrere von diesen Geräten zulegen und zusätzlich zum Gewächshaus auch noch z.B. das Tomatenhaus überwachen (auch nützlich gerade mit Blick auf die Wasserversorgung oder den Düngezustand) oder auch die Gemüsebeete (Interessant für den Kleingärtner: Düngerzustand ist interessant sowie Temperatur im Frühling und Herbst).

Wenn ihr auch einen FlowerPower wollt: Sie werden leider nicht mehr hergestellt :-(

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Autor

Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

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