Jedes Jahr im Januar steht die Aussaat der Paprika und der Chili auf dem Programm. Diese begehrenswerten Gemüse brauchen am längsten mit ihrer Entwicklung – deshalb der frühe Start. Im vergangenen Jahr habe ich gute Erfahrungen mit der frühen Aussaat Mitte Januar gemacht. Paprika gehören zu meinem Lieblingsgemüse, daher ziehe ich mir jedes Jahr einige Sorten vor. Nachher ziehen sie ins Gewächshaus um, dort wachsen sie bei mir einfach am besten.

Ich habe diese besondere Methode im Internet gelesen und praktiziere sie jetzt schon seit mehreren Jahren – mit guten Ergebnissen.

Paprikasamen in Kamillentee
Wenn man die Paprikasamen über Nacht in Kamillentee vorquellt, wachsen die Pflanzen gesünder

Vorquellen der Samen in Kamillentee

Die Paprika- und Chilisamen werden vor der Aussaat 24 Stunden in lauwarmen Kamillentee eingelegt. Die Kamille soll Pilzsporen abtöten und die Sämlinge gesünder und kräftiger machen. Habe von jeder meiner Wunschsorten 5 Samenkörner in je ein Schnapsglas (und in Eierbecher, wir hatten nicht so viele Schnapsgläser) getan und dann mit Kamillentee aufgefüllt. Die Gläser stehen auf einem Papier, wo die einzelnen Sorten beschriftet wurden, damit nix durcheinander kommt.

trockene Kokosquelltöpfe in einem Minigewächshaus
Im praktischen Minigewächshaus herrschen optimale Bedingungen für die Anzucht von Paprika und Chili

Die Kokosquelltöpfe

Die Samenkörner werden in Kokosquelltöpfe* gesät. Die sind ideal für Paprika und Chili! Sie haben lockeres Substrat, in welchem sich die kleinen Sämlinge sehr wohl fühlen. Sie heizen sich gut auf und enthalten nur nährstoffarme Inhaltsstoffe – die Sämlinge haben alle Nährstoffe im Samenkorn drin und dürfen daher nicht gedüngt werden.

Kokosquelltopf
Kokosquelltabs eignen sich wunderbar für die Aussaat von Paprika aber auch für Chilis

So sieht ein Kokosquelltöpfchen* aus. Es besteht aus einem weichen Kokos-Schnitzel-Material, welches unter hohem Druck zusammengepresst wurde. Aussen ist es mit einem Netz umhüllt, damit das Kokosmaterial beim Aufquellen in Form bleibt. Diese Kokostöpfchen sind in Tablettenform sehr platzsparend, dadurch billiger zu transportieren und zu verpacken. Der Inhalt ist biologisch abbaubar und suuuuper für die Umwelt – besser als Plastiktöpfchen.

Noch ein Wort zum Bezug dieser Presslinge: Man muss sie kaufen, wenn sie günstig sind. Hier gibts die Dinger auch online zum ähnlichen Preis.* Die reichen bei mir ca. 2 Jahre – 28 Stück passen in so ein Minigewächshaus. Günstiger hatte ich sie beim Praktiker-Ausverkauf bekommen – jetzt habe ich Vorrat für mehrere Jahre. Also wenn ihr plant, öfters mal Paprika und Chili anzubauen – deckt euch mit Töpfchen ein, wenn sie günstig sind – die halten quasi ewig!

Wasser auf Kokosquelltöpfe zum Aufquellen
Damit die Töpfe quellen braucht man relativ viel Wasser und etwas Zeit

Die Presslinge werden jetzt in Töpfchen verwandelt – mit klarem, lauwarmem Wasser. Ich gieße es immer direkt ins Minigewächshaus*, wo die Presslinge schon an der richtigen Stelle drin liegen. Innerhalb weniger Minuten quellen die Töpfchen auf. Ein tolles Schauspiel!

Vergleich trockene und nasse gequollene Kokosquelltöpfe
Die Töpfe saugen das Wasser auf und entfalten sich zu ihrer vollen Größe

Im direkten Vergleich sieht man schön den Unterschied zwischen den ungequollenen und den gequollenen Töpfchen. Man gießt nach und nach so viel Wasser nach, bis alle Töpfchen aufgequollen sind. Überschüssiges Wasser gießt man ab, die Töpfchen dürfen nicht im Wasser stehen. Die fangen dann an zu gammeln…

Paprikasamen in Kokosquelltöpfen

Nun sind alle Töpfchen gequollen und es kann losgehen. Normalerweise sehen die Töpfchen etwas gleichmäßiger aus, aber diese Praktiker-Töpfchen waren wohl nicht ohne Grund so günstig…

Aussaat der Paprika-Samen

Im Anschluss an das Quellen habe dann in jedes Töpfchen ein Samenkörnchen gelegt. Erfahrungsgemäß geht jedes Körnchen auf. Früher oder später – Paprika und Chili sind ausgesprochene Langsamkeimer! Nur nicht die Geduld verlieren.

Pikierstab bei der Paprika Aussaat
Mit einem Pikierstab (kann man sich leicht selber basteln) geht die Aussaat noch leichter
Samenkorn Paprika in einem Kokosquelltopf
Die Paprikasamen werden in die Quelltöpfe hineingedrückt und dann mit Substrat abgedeckt

Paprikasorten markieren!

So – alle Samen sind nun ausgesät. Man darf nicht vergessen, die einzelnen Töpfchen mit den jeweiligen Sorten zu markieren! Bei mir ist das Minigewächshaus mit einem wasserfesten Stift mit einem Koordinatensystem beschriftet. So weiss ich immer, das z.B. auf C1 die Glockenpaprika keimen werden. Wirklich sehr sinnvoll. Die Beschriftung wird später beim Umpflanzen auch direkt auf die neuen Töpfe übertragen (dafür eignet sich ideal ein weißer wasserfester Stift), damit die Zuordnung möglich ist und man nicht aus versehen die falsche Pflanze ins Gewächshaus setzt.

Tipp: Mittlerweile lege ich mir auf meinem Telefon eine Liste an, in der ich meine Aussaaten dokumentiere. Somit habe ich immer alle Infos dabei.

Minigewächshaus mit Heizung
In einem Gewächshaus kann man mit einer Heizmatte die optimale Temperatur erreichen

Gewächshaus fertig!

Das fertige Gewächshaus sieht so aus. Die Gewächshäuser halten sich übrigens ziemlich lange, wenn man sie gut pflegt. Sie werden im Sommer schön im kühlen Keller gelagert – so verflüchtigen sich die Weichmacher aus dem Kunststoff nicht so schnell und das Plastik wird langsamer brüchig.

Heizung aktivieren

Als nächstes stelle ich das Minigewächshaus auf eine Heizmatte aus dem Terrarienzubehör-Handel. Diese sorgt für ideale Keimtemperaturen. Paprika und Chili keimen am besten bei ca. 25°C. Darunter kann es extrem lange dauern, bis sich erstes Grün zeigt. Die Heizmatte kann man mit einer temperaturgesteuerten Zeitschaltuhr betreiben. Diese Zeitschaltuhr hat einen eingebauten Temperaturfühler, der die Heizmatte immer dann aktiviert, wenn im Gewächshaus die ideale Temperatur unterschritten wird. Ein tolles Hilfsmittel!

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[UPDATE]

Nach 9 Tagen sind schon die ersten Keimlinge zu sehen!

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Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

5 Kommentare

  1. Avatar

    Hallo!
    Ich bin heute auf deiner Seite gelandet, als ich nach Bodenleben gegoogelt habe. Ich finde sie sehr ansprechend. Deine Paprikaaussaat werde ich mit meinen Sorten nachmachen. Ich habe einen ganz neuen Garten und fange mit vielen Dingen erst an.
    Vielen Dnak für die hilfreichen Tipps.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Stefan
      Stefan

      Hi Andrea! Viel Spaß mit Deinem neuen Garten! Er wird Dir sicherlich sehr viel Freude bereiten, Du musst aber etwas Geduld haben ;-) Die Paprika-Aussaat wird Dir gut gelingen. Sie keimen nur manchmal etwas langsam… Das Warten lohnt sich aber – wenn Du die ersten Paprikas geerntet hast, sind alle Mühen vergessen! Viele Grüße aus der Parzelle94!

  2. Avatar

    Hallo, wie tief setzt Du denn die Samen in die Töpfchen? Ich habe jetzt auch 2, 3 Sorten Chili und Paprika und will dieses Jahr den ersten Versuch starten. Deine Methode wird nun auch meine sein :)

    Grüße

    • Stefan
      Stefan

      Ich setze die Samenkörnchen ca. 1cm tief, vielleicht etwas flacher. Die Samen brauchen den Widerstand der Erde (in dem Fall des Kokosmaterials), damit sich die Samenschalen abstreifen können. Sät man zu flach, kleben manchmal die Samenschalen an den Keimblättern und behindern das Entfalten. Das ist nicht so gut für die Pflanze. Lieber etwas zu tief säen – die Keimlinge schaffen das schon, ans Tageslicht vorzustoßen ;-)

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