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Oh je… Da hat man seine kleinen Gurkenpflanzen wochenlang hochgepäppelt und zu stattlicher Größe gepflegt, es hängen sogar schon die ersten Gurken dran und dann sowas: Die Blätter werden gelb und bekommen Flecken. Das kann Falscher Mehltau sein! Er mag das feuchtwarme Klima im Gewächshaus und vermehrt sich dort drinnen sehr schnell. In kurzer Zeit befällt er die komplette Gurkenpflanze und bringt sie zum Absterben, wenn man nichts dagegen unternimmt. In diesem Artikel zeige ich Dir, wie Du den Falschen Mehltau erkennst und was Du dagegen machen kannst.

Gurke Blatt mit gelben Flecken
Diese gelben Flecken an den Gurkenblättern kommen vom Falschen Mehltau

Warum werden meine Gurkenblätter gelb?

Im Gewächshaus herrscht eine besonders hohe Luftfeuchtigkeit. In den Morgenstunden, wenn es kühler wird, kondensiert das Wasser aus der Luft an den Gurkenblättern und bietet so dem Falschen Mehltau die besten Vorraussetzungen, die Gurken-Pflanze zu befallen. Der Pilz zeigt ein recht eindeutiges Schaubild: Die Gurkenblätter bekommen zuerst gelbe Flecken und sterben dann ab. Viele Gärtner haben mit dieser Pilzerkrankung zu kämpfen, sie verursacht regelmäßig großen Schaden. Doch man kann vorbeugen und etwas dagegen tun.

Was ist Falscher Mehltau?

Der Falsche Mehltau ist eine Pilzkrankheit, die viele verschiedene Pflanzen befallen kann. Gurken sind im Gewächshaus besonders gefährdet. Der Pilz verbreitet sich über Sporen, die z.B. der Wind über weite Strecken tragen kann. Wenn diese Sporen in Kontakt mit ihrer Wirtspflanze kommen und die Feuchtigkeit stimmt, dringen sie über die winzig kleinen Spaltöffnungen der Gurken-Blätter in das Innere der Pflanze ein und beginnen ihr unheilvolles Werk.

Das Pilzmycel wächst im inneren der Pflanze und bringt die Zellen zum Absterben. Der Pilz ernährt sich von den Nährstoffen, die er dort vorfindet und hat zum alleinigen Ziel, neue Pilzsporen zu bilden, um sich noch weiter verbreiten zu können. An den vertrockneten Blättern befinden sich nämlich die Sporen, die dem Pilz der Vermehrung dienen. Deshalb sind diese trockenen Blätter sehr gefährlich und müssen beseitigt werden.

Der Pilz überdauert im Boden und in den herabgefallenen Pflanzenteilen und kann so Jahr für Jahr aufs Neue die Pflanzen befallen.

Tip: Wenn Du alles über den Falschen Mehltau wissen möchtest, dann empfehle ich Dir wärmstens die Lektüre des Wikipedia-Artikels zum Thema Falscher Mehltau.

So erkennst Du Falschen Mehltau bei Gurken

Die Pilzinfektion verläuft zunächst sehr unauffällig. Einzelne Blätter an der Gurkenpflanze bekommen wässrig-grüne Flecken, die später gelb werden. Nach und nach werden diese Flecken dunkler und ganz am Ende papierartig grau. Währenddessen breiten sich die gelben Flecken immer weiter über das Blatt aus – der Befall setzt sich fort.

An der Blattunterseite kann man deutlich einen lilafarbenen bis gräulichen Belag unter den gelben Flecken erkennen – das ist der Pilzrasen, an dem man den falschen Mehltau deutlich erkennen kann. Hier sitzen die Spaltöffnungen, über die der Pilz eingedrungen ist und hier bilden sich auch die Pilzsporen, die die anderen Blätter der Gurke infizieren werden.

Bei der anderen Form des Mehltaus, beim Echten Mehltau, sieht man übrigens einen weißen Pilzbelag auf der Blattoberseite. Der Echte Mehltau braucht aber, im Gegensatz zum Falschen, warmes Klima. Der Falsche Mehltau wächst nur bei feuchtem Klima.

Auf den folgenden Fotos sieht man wunderbar das Schadbild des Falschen Mehltaus an der Gurkenpflanze. Ganz links die typischen gelben Blattflecken, danach stirbt das Blatt nach und nach ab, bevor es komplett vertrocknet ist und neue Pilzsporen abgibt.

Es gibt übrigens noch eine zweite Möglichkeit, was gelbe Gurkenblätter hervorrufen kann: Spinnmilben. Die kleinen Biester treten jedoch nur auf, wenn es warm und zu trocken ist. Ich habe darüber auch einen Blogbeitrag verfasst: Spinnmilben an Gewächshausgurken

Falschen Mehltau bekämpfen

Falscher Mehltau braucht Feuchtigkeit, um sich zu vermehren. Besonders in feuchten Sommern und bei Gewächshäusern mit schlechter Belüftung muss man jederzeit mit einem Befall rechnen. Der Falsche Mehltau verbreitet sich durch Pilzsporen, die sich mit dem Wind, aber auch durch Wassertropfen von Blatt zu Blatt und von Pflanze zu Pflanze verbreiten und bei Vorhandensein von ausreichend Feuchtigkeit keimen. Wenn man Bedingungen schafft, die der Falsche Mehltau nicht mag, kann man ihn eindämmen und bekämpfen.

1. Befallene Blätter entfernen

Hat man den Falschen Mehltau eindeutig identifiziert, heisst es schnell handeln! Schon der kleinste Befall sollte bekämpft werden. Als erstes schneidet man die befallenen Blätter ab. Das reduziert den Befallsdruck und entfernt potentielle Sporenquellen, die nachher noch mehr Blätter befallen könnten. Auch die trockenen Blätter, die bereits zu Boden gefallen sind, sollten komplett aufgesammelt werden, auch die Bruchstücke, denn dort sind überall Pilzsporen drin.

Die abgeschnittenen Blätter dürfen keinesfalls auf den Kompost, sondern müssen über den Hausmüll entsorgt werden. Die Sporen überdauern im Kompost und können andere Pflanzen befallen, wenn man mit dem Kompost die Beete düngt.

2. Ackerschachtelhalm-Brühe sprühen

Ackerschachtelhalmbrühe ist ein natürliches Pflanzenstärkungsmittel. Sie verstärkt die Widerstandskräfte von Pflanzen und kann Pilze am Eindringen hindern. Sie ist leicht selber hergestellt und ungiftig. Man sammelt dazu ein Kilo frischen Ackerschachtelhalm (bei mir wächst er direkt im Gemüsebeet ;-) und weicht ihn 1-2 Tage in kaltem Wasser ein. Dann kocht man die ganze Brühe eine halbe Stunde lang auf dem Herd und seiht alles nach dem Abkühlen durch ein Tuch oder ein Sieb. Anschließend wird dieser Sud im Verhältnis von ca. 1:5 mit Wasser verdünnt und auf die Gurken gesprüht. Das Ganze wiederholt man regelmäßig.

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3. bei starkem Befall: Fungizid sprühen

Nur bei einem starken Befall kann man ein zugelassenes Fungizid aus dem Fachhandel sprühen. Das bekämpft den Pilz sehr aggressiv, sollte aber wirklich nur die allerletzte Lösung sein, um die Ernte noch zu retten. Ich persönlich würde nur im Notfall dazu raten und lieber die Methode “Blätter abschneiden” und die Ackerschachtelhalm-Lösung anwenden.

Erfolgsaussichten

Pilzbefall zu bekämpfen ist immer schwierig und selbst für Profis eine Herausforderung. Der Erfolg der Bekämpfung des Falschen Mehltaus hängt von vielen Faktoren ab. Man muss die ersten Anzeichen erkennen und die Blätter zügig abschneiden und entsorgen. Sind im Boden besonders viele Sporen enthalten, dann ist ein erneuter Befall sehr wahrscheinlich. Ist dazu das Wetter noch kühl und feucht, dann kann man nicht viel machen, außer ständig die befallenen Blätter abzuschneiden und mit der Ackerschachtelhalm-Brühe zu behandeln.

Die Gurkenpflanzen sind jedoch sehr wüchsig und bilden unermüdlich neue, gesunde Blätter aus. Sei es an der Pflanzenspitze oder an den Seitentrieben. Diese versorgen dann die Gurkenfrüchte, so dass man auch von befallenen Gurkenpflanzen noch Gurken ernten kann. Unbehandelt führt der Befall mit dem Falschen Mehltau zum Absterben der Pflanzen und damit auch zum Ausfall der Ernte.

Vorbeugung

Vorbeugen ist besser als heilen – das gilt auch beim Falschen Mehltau. Ganz wichtig ist, dass die Blätter der Gurke nicht nass werden. Das bedeutet, dass man beim Gießen nur direkt auf den Boden gießt und nicht über die Blätter.

Die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Gewächshaus sind ebenfalls wichtige Faktoren. Morgentau auf den Blättern begünstigt das Pilzwachstum. Ausreichende Belüftung kann das vermeiden. Für Gewächshäuser gibt es praktisches Zubehör, was diese Aufgaben ganz automatisch übernehmen kann. Hier geht es zu meinen Empfehlungen für nützliches Gewächshaus-Zubehör. Mit einem Hygro-/Thermometer mit Speicherfunktion kann man z.B. das Klima im Gewächshaus prima überwachen.

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Pflanzen, die zu dicht stehen, trocknen schlechter ab. Deshalb ist ein ausreichender Pflanzabstand zwischen den Gurkenpflanzen ganz wichtig. Besonders bei Gurken sollte man durch das Entspitzen dafür sorgen, dass im Gewächshaus kein “Gurken-Urwald” entsteht, sondern dass die Pflanzen schön locker und luftig nach oben wachsen.

Als letzte Vorbeugungsmaßnahme kann man die oben bereits erwähnte Ackerschachtelhalm-Brühe auch vorbeugend anwenden und so die Pflanzen stärken und widerstandsfähiger machen. Diese Brühe ist übrigens im Handel fix und fertig erhältlich, falls man sie nicht selbst herstellen möchte:

Kann man die Gurken noch essen?

Ja, Gurken von Pflanzen, die mit Falschem Mehltau befallen sind, kann man noch essen. Man sollte sie nur gut abwaschen.

Fazit

Wer Gurken anbaut, wird wahrscheinlich irgendwann einmal die Bekanntschaft mit dem Falschen Mehltau machen. Die Blätter bekommen gelbe Flecken und werden trocken, daran kann man ihn gut erkennen. Wenn man jedoch dranbleibt und die Bekämpfung nicht schleifen lässt, stehen die Chancen gut, doch noch eine gute Menge an leckeren Gürkchen ernten zu können. Für die Bekämpfung des Falschen Mehltaus stehen mechanische Methoden zur Verfügung und auch natürliche Pflanzenstärkungsmittel. Auch die Vorbeugung ist kein Hexenwerk. Es gibt aber Jahre, da ist das Wetter einfach nicht für Gurken gemacht. Wenn es zu feucht und regnerisch ist, fühlt sich der Pilz einfach zu wohl und der Gärtner kann der rasanten Verbreitung der Krankheit nur wenig entgegen setzen. Es lohnt sich jedoch, es zu versuchen.

Gurkenpflanzen und Gießkannen im Gewächshaus
Hier ist der Falsche Mehltau im Gewächshaus bei den Gurken schon sehr weit fortgeschritten

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Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

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