Blatt der Gewächshausgurke "Luxury" mit Spinnmilbenbefall - Blatt vertrocknet
Blatt der Gewächshausgurke „Luxury“ mit Spinnmilbenbefall

Ein Graus. Meine mühevoll hochgepäppelten Gewächshausgurken bekommen gelbe, vertrocknete Blätter und die Gürkchen fallen ab. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die feinen Gespinste, die die Spinnmilben gebaut haben. Diese Biester. Spinnmilben kommen wenn die Luft warm und trocken ist. Das war wohl in meinem Gewächshaus so. Wahrscheinlich habe ich die Milben aus der Gärtnerei mitgebracht – eine Freundin, die auch viel gärtnert sagte mir, das sei ein wahrscheinlicher Übertragungsweg. Entweder waren meine Gurkenpflanzen verseucht (was ich aber niecht glaube) oder meine Auberginenpflanze, die aus dem Supermarkt stammt. Dort kann ich mir das schon eher vorstellen. Naja, hin oder her – die Milben sind nun eingezogen und machen mir das Leben schwer.

 

Schadbild von Spinnmilben an einer Gewächshausgurke

Zur Bekämpfung der Spinnmilben kommt mir keine Chemie ins Haus. Ich habe deshalb mit Neem- (Niem-) Öl behandelt. Erstens kräftig gesprüht und zweitens kräftig gegossen. Das Niem soll die Vermehrung der Spinnmilben auf natürliche Weise stoppen und dabei für Menschen unschädlich sein. Einige Tage später habe ich nochmal mit Brennesselbrühe gesprüht – soll wohl auch gut helfen.

Es war nach ein paar Tagen auch wirklich ein Rückgang des Befalls festzustellen, jedoch befürchte ich, das ich einige Tage zu spät war mit der Behandlung. Das Neem-Öl gehört ab jetzt jedenfalls zur festen Gartenausstattung und ich werde immer einen Vorrat da haben. Man bekommt im Internet bei verschiedenen Neem-Händlern eine fertige Mischung bestehend aus dem Öl und einem Emulgator (ich habe Rimulgan, das ist auf Rizinus-Basis), damit sich Öl und Wasser gut mischt. Nach der Behandlung mit dem Neem ist eine Wartezeit von 14 Tagen zu empfehlen. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, besorgt sich fertige Niem-Präparate aus dem Fachhandel.

Die Pflanzen treiben nun an den Seitentrieben wieder aus und ich bin der Hoffnung, das der Befall mit den Milben weniger werden wird durch die Behandlungen mit den natürlichen Spritzbrühen. Werde diese Behandlung noch fortsetzen, damit ich so nach und nach alle Milben erwische und ins Jenseits befördere. Wenn alles nix nützt, muss ich wohl oder übel die Pflanzen entsorgen.

Spinnmilben-Befall auf einer Gewächshausgurke - gelbe vertrocknete Blätter

 

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Autor

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4 Kommentare

  1. Vorbeugend tut man die Gurkenblätter beim Gießen mit nass machen, eine hohe Luftfeuchte zögert den Spinnmilbenbefall auch raus. Wenn ich mich recht erinnere sollte man befallene Pflanzenteile nicht kompostieren. Ein Standortwechsel hilft auch, ich würde im darauffolgenden Jahr in einem befallenen Gewächshaus keine Gurken rein machen.

    • Ulrike Lindner Antworten

      Gurken immer im Auge behalten, denn wenn man die ersten Spinnmilben rechtzeitig entdeckt, können Raubmilben eingesetzt werden, die das Problem auf ganz natürliche Weise erledigen. Die bekommt man heute bei verschiedenen Anbietern per Internet

  2. Im Gewächshaus kann man auch Raubmilben (Phytoseiulus persimilis) gegen Spinnmilben einsetzen – das muss allerdings schon ganz zu Anfang beim ersten Befall passieren und vorher und anschließend dürfen keine Mittel gespritzt werden, die auch auf Raubmilben wirken. Wenn man Glück hat, pendelt sich beim frühen Einsatz ein Gleichgewicht zwischen Spinnmilben, Raubmilben und zugewanderten Nützlingen aus der Natur ein und man hat dann seine Ruhe. Das muss man mit einer Luftfeuchte von ca 60 bis 70 % (Bodenbenetzung mit Wasser an trockenen Tagen) unterstützen. http://www.gartensaison.de/garten/nuetzlinge.htm

    Ich wünsch euch, dass die Erholung der Pflanzen doch noch klappt und ihr ein paar Gurken ernten könnt!

    Eva

  3. Bei mir waren 2 von 4 Pflanzen fortgeschritten befallen. Ich half mir mit einem Radikalschnitt. Alle befallenen Teile (Blätter Gurken) raus. Dann mit dem Heissluftfön die Pflanzen abgesenkt. (mit viel Gefühl). Ergebnis: eine Pflanze treibt wieder.

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