Home»Gartenblog»TOP 6 der Schlechte-Laune-Pflanzen, die einfach nicht wachsen wollen
Lesedauer 7Minuten
Geht es Dir auch so wie mir? Ich habe so ein paar Lieblingspflanzen im Garten, die immer gut wachsen. Mit denen komme ich klar, denen gefällt mein Klima, mein Boden, da herrscht Harmonie im Beet. Doch dann gibt es das komplette Gegenteil. Ein paar Pflanzen sind mein ultimativer Endgegner, da klappt rein gar nichts. Dabei hätte ich diese Pflanzen so gerne im Garten, doch jedes Mal, wenn ich versuche, sie anzubauen, geht alles schief, was schiefgehen kann. Diese Pflanzen wollen definitiv nicht in meinem Klima wachsen und verbreiten dadurch jede Menge schlechte Laune.
Ich möchte Dir den Stress ersparen und Dich damit vorwarnen, falls Du vor hast, diese Pflanzen im eigenen Garten anzubauen. Da kommt Einiges an Arbeit auf Dich zu. Hier sind meine Top-6 der schwierigsten Pflanzen, die ich schonmal im Garten ausprobiert habe.
Ganz vorne steht die Artischocke. Was habe ich mich schon über diese Pflanze geärgert! Bei meiner Freundin in Köln wachsen diese tollen Gewächse ganz von selbst. Sie werden riesig groß, säen sich sogar von selbst aus.
Bei mir in “Randsibirien” erreichen sie nicht einmal ein Drittel der Größe, mickern vor sich hin und verabschieden sich noch weit vor der Blüte ins Pflanzen-Nirvana. Dabei müsste mein Boden ideal sein für diese distelartigen Gewächse. Die Temperaturen werden auch immer passender. Aber irgendetwas mögen die Artischocken nicht bei mir. Es ist zum Piepen! Und zum schlechte Laune bekommen.
Artischocken sind im Beet ein imposantes Gewächs. Sie werden bis zu 2 Meter hoch und blühen hübsch blau. Das Beste: Die Blütenknospen sind essbar. Dies ist auch der Grund, warum ich sie gerne im Garten hätte, denn sie schmecken ziemlich lecker.
Steckbrief: Artischocke
Vom Anbau her sind Artischocken eigentlich nicht schwierig. Alles beginnt mit der Aussaat ab ca. Februar. Ab Mitte Mai dürfen sie raus auf’s Beet. Dann wächst die Pflanze ca. 7-9 Monate, bis man zum ersten Mal ernten kann. Das wäre dann etwa im August oder September soweit.
Sie benötigen lockeren, humosen Boden, der tiefgründig und nährstoffreich ist. Gut zu wissen: Artischocken bilden eine bis zu 2 Meter lange Pfahlwurzel aus, die auch in tieferen Bodenschichten nach Wasser suchen kann. Dies erschwert zwar das Umpflanzen, macht die Artischocke jedoch sehr trockentolerant.
Artischocken sind ausdauernde Pflanzen, von denen man mehrere Jahre lang ernten kann. Nach 4 Jahren jedoch nimmt der Ertrag ab. Wenn man sie über den Winter bekommt. Sie stammen nämlich aus der Mittelmeerregion, wo fast kein Frost vorkommt. In unseren Breiten übersteht sie nur im Weinbauklima ungeschützt den Winter, überall sonst muss sie vor tiefen Temperaturen geschützt werden, um erfolgreich zu überwintern.
Ich vermute, die kalten Temperaturen machen der Artischocke bei mir im Garten den Garaus. Ich lasse mich davon jedoch noch nicht entmutigen und werde einfach nochmal versuchen, welche anzubauen. Ein bisschen Frustrationstoleranz bei uns Gärtnern muss man schon haben, um zu Erfolgen zu kommen.
Ganz anders bei der folgenden Pflanze, die ich definitiv nicht nochmal anbauen werde.
TOP 2: Auberginen, der Endgegner im Gewächshaus
Genauso schwierig, wie die Artischocken sind Auberginen (nennt man auch Eierfrucht oder „Melanzani“). Mein bisher einziger Versuch, Auberginen anzubauen, war im Gewächshaus. Was waren das für schöne Jungpflanzen aus dem Supermarkt. Herrlich und kräftig – ich habe schon die fette Ernte dranhängen gesehen. Doch nix da. Innerhalb weniger Wochen kamen Spinnmilben zu Besuch und vorbei war die Pracht. Aubergine – abgehakt.
Spinnmilben im Kurzportrait
Spinnmilben im Gewächhaus sind das fieseste, was man sich vorstellen kann. Man bekommt sie kaum unter Kontrolle. Sie werden entweder mit Pflanzen eingeschleppt oder sie „fliegen“ von außen zu. Eine Spinnmilbe ist weniger als 1 mm groß und mit bloßem Auge kaum zu entdecken.
Sie siedeln an den Unterseiten der Blätter und saugen Saft aus der Pflanze. Nebenbei spinnen Sie kleine dünne Fäden, an denen man einen Befall erkennen kann. Leider meist zu spät. Wenn man die Pflanzen mit einem feinen Wassernebel einsprüht, dann kann man die feinen Gespinste gut erkennen.
Spinnmilben lieben trockenes, warmes Klima. Daher fühlen sie sich im Gewächshaus so wohl! Gegen Spinnmilben helfen im Frühstadium Behandlungen mit Neem-Öl oder mit Raubmilben. Die Spinnmilben entwickeln sich jedoch oft explosionsartig, so dass eine Behandlung meist zu spät erfolgt.
Besser man prüft Pflanzen aus dem Handel gründlich auf Schädlinge, bevor man sie ins Gewächshaus setzt. Weiterhin ist es wichtig, das Klima im Gewächshaus zu regulieren, so dass es für die Spinnmilben so ungemütlich wie möglich wird. Also Luftfeuchtigkeit raufsetzen und hohe Temperaturen vermeiden.
Dadurch leiden auch die Pflanzen im Gewächshaus weniger unter Stress und können mit ihren natürlichen Abwehrstrategien die Schädlinge, wie z.B. Spinnmilben, besser abwehren.
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TOP 3: Pfirsich, die „Mimose“ unter den Obstbäumen
Etwa in der gleichen Schlechte-Laune-Liga spielt bei mir der Pfirsich. Ich liebe Pfirsiche! Beim Nachbarn stand jahrzehntelang ein Prachtexemplar von Pfirsichbaum. Warum sollte das bei mir nicht auch funktionieren? Pustekuchen!
Der gekaufte Pfirsich sah im ersten Jahr aus wie ein eingepflanzter Silvester-Raketenstab mit ein paar Blättchen dran. Er bekam einen schönen sonnigen Standort mit wenig Wind und gutem Boden. Im zweiten Jahr zeigten sich sogar Blüten und noch ein paar extra Zweiglein kamen zum Vorschein. Das Bäumchen sollte sich doch nicht etwa wohlfühlen bei mir?
Natürlich nicht. Im dritten Jahr dann die totale Ernüchterung: Kräuselkrankheit. Zum aus der Haut fahren. Alle kleinen Pfirsiche, die gedanklich schon als Torte auf meinem Tellerchen lagen, waren abgefallen. Meine Geduld war am Ende!
Ein professioneller Wurzelhalsschnitt erlöste mich von der Qual. An der Stelle des Pfirsich steht jetzt eine schöne Scheinquitte. Schmeckt nicht annähernd so gut wie Pfirsich, wächst aber ohne Murren und macht mir eindeutig bessere Laune.
TOP 4: Melonen, nicht ganz so schlecht wie gedacht
So sieht eine Melonen-Jungpflanze aus. Mit etwas Pech ist das ihre maximale Größe.
Ein wenig besser, aber auch noch nicht ganz rund läuft es mit Melonen. Ich bin jetzt im dritten Melonenjahr und denke nicht daran, aufzugeben. Nachdem im 1. Jahr alle Melonen direkt nach der Pflanzung die Selbstkompostierung eingeleitet (und ordentlich schlechte Laune verbreitet) hatten, waren im 2. Jahr direkt ein paar Früchte dran, die sogar reif wurden!
Im Gegensatz zu den anderen Kandidaten gibt sich die Melone wirklich Mühe. Deshalb gebe ich ihr noch eine Chance und baue wieder welche an. Vielleicht wird sie in diesem Jahr zur Gute-Laune-Pflanze. Oder im nächsten. Verdient hätte sie es.
Melonen-Sorten-Empfehlungen
Ich habe einige Melonensorten durchprobiert. Hier sind meine ultimativen Empfehlungen für euch:
Wassermelone Sugar Baby: Eine samenfeste Melone wie aus dem Bilderbuch. Die Aussaat erfolgt Mitte April, ca. 4 Wochen vor den Eisheiligen. Sie wächst, wie fast alle Melonen, am Anfang sehr langsam und lässt sich wirklich viel Zeit. Bei mir steht sie unter Kunstlicht, damit sie sich gut entwickeln kann. Im Beet zeigt sie nach einer Weile enormen Blattzuwachs und im Sommer die ersten Fruchtansätze. Pro Pflanze kann man mit 2-3 Früchten rechnen. Sie haben einen Durchnmesser von ca. 15cm, schmecken herrlich süß und haben eine unbeschreibliche Aroma-Vielfalt. Ich habe diesen Geschmack noch bei keiner Supermarkt-Melone erlebt. Das musst du probiert haben!
Das ist die Honigmelone „Petit Gris de Rennes“
Honigmelone „Petit Gris de Rennes“: Diese Honigmelone gedeiht in guten Sommern in meinen Breiten hervorragend. Sie wächst am Anfang ähnlich zögerlich wie die Wassermelone, entwickelt sich dann jedoch nach und nach zum Wachstums-Sprinter. Die Früchte sind ähnlich groß wie die „Sugar Baby“ und schmecken hervorragend!
Alternativ wird von vielen Gartenfreunden berichtet, dass die Sorte auch sehr robust sein soll und gute Erträge liefert. Ich hatte sie bisher nur einmal angebaut, jedoch mit mäßigem Erfolg. Vielleicht war das Wetter nicht optimal.
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TOP 5: Gurken, ständig krank
Mit Gurken stehe ich leider auch ein bisschen auf Kriegsfuß. In den meisten Jahren machen sie mir so richtig schlechte Laune. Sie haben eine sehr fragile Gesundheit und scheinen Schädlinge nur so anzuziehen. Besonders aus Samen gezogene, unveredelte Sorten.
Anfangs wachsen die Gurken bei mir immer sehr gut, doch sobald sich sommerliche Temperaturen einstellen und die Pflanzen an Größe gewinnen, geht es bergab. Sie teilen ihre Leidenschaft für Spinnmilben mit der Aubergine. Dazu kommen verschiedene Pilz- und Viruskrankheiten, wie z.B. Mehltau oder das Gurken-Mosaikvirus, die der Pflanze start zusetzen können.
Gurken benötigen im Wachstum viel Zuwendung, perfekte Bodenverhältnisse und ausgewogene Nährstoff- und Wasserzufuhr. So richtig habe ich den Dreh noch nicht rausgefunden, bei mir sehen die Gurken jedes Jahr noch vor der Ernte erbärmlich aus :(
Dieses Bild sehen viele Gärtner im Sommer: Mehltau an den Gurken
Lediglich mit Freiland-Gurken hatte ich 2025 einen kleinen Erfolg zu verzeichnen. In diesem Jahr hatte ich meine Rahmenbeete im Freiland mit reichlich Kompost versorgt. Das gefiel den Gurkenpflanzen sehr gut! Er blieb lange feucht, die Wurzeln konnten sich im lockeren Substrat ungehindert ausbreiten und das gute Wetter tat seinen Rest.
Tipp für robustere Gurken
Im Handel sind veredelte Gurkensorten erhältlich. Bei denen wird an die Gurkenpflanze ein Wurzelsystem eines Kürbis angeflanscht. Also unten Kürbis, oben Gurke. Dies sorgt dafür, dass viele Erreger, die im Boden leben, nicht so gut in die Gurkenpflanze gelangen können. Weiterhin verbessert die Kürbiswurzel die Versorgung mit Wasser und Nährstoffen. Im Ergebnis wachsen die Gurken um Einiges besser als unveredelte Sorten. Nachteil: Das Veredeln von Gurken ist aufwändig, im Handel angebotene veredelte Gurken kosten mehr und sind meist nicht samenfest. Mit etwas Geschick kann jedoch jeder das Veredeln von Gurken erlernen und dann seine komplette Nachbarschaft mit veredelten Gurken versorgen!
TOP 6: Topinambur, der Wühlmausmagnet
Wenn ich eine Pflanze im Garten überhaupt nicht mag, dann ist das Topinambur. Vor vielen Jahren habe ich einen Eimer mit Topinamburknollen geschenkt bekommen. Wie sehr hatte ich mich darüber gefreut!
Die Pflanzen dienten mir als Sichtschutz zum Nachbarn, weil sie so schön hoch wachsen. Bis zu 2-3 Meter wird eine Topinambur-Pflanze hoch und – wenn der Frost nicht zuvor kommt – blüht sie ab Ende September auch noch hübsch mit gelben Blütenköpfen, die ein bisschen aussehen wie Sonnenblumen. Nur kleiner.
Einige Zeit hat das sehr gut funktioniert, bis eine Wühlmausfamilie die leckeren Knollen der Pflanze entdeckte. Flugs gruben die Mäuse die Knollen als Winterfutter aus und lagerten sie in ihrem Bau. Ich hatte sonst nie Wühlmausprobleme, doch seit ich den Topinambur im Garten hatte, waren sie überall. Die nahrhaften Knollen waren der Startschuss für eine ausufernde Wühlmauspopulation in meinem Garten. Natürlich mit allen unangenehmen Nebeneffekten, wie abgefressene Wurzeln, verschwundenes Gemüse und Mäuselöcher überall. Zu allem Überfluss wuchsen die Topinamburknollen, die sich die Mausfamilie als Wintervorrat angelegt hatte, in ihrem Bau weiter. Da wo ich sie hingepflanzt hatte, war keine mehr.
Als Konsequenz habe ich in mühevoller Sisyphos-Arbeit jede Pflanze mit dem Spaten ausgegraben und in die Mülltonne geworfen. Es hat 2 Jahre gedauert, bis mein Garten wieder topinamburfrei war. Was für eine Qual. Sie wuchsen einfach überall. Um die Wühlmäuse hat sich zum Glück die Gartenkatze gekümmert.
Mein Garten ist nun wieder topinambur- und wühlmausfrei. Endlich.
Und mal ehrlich, Topinambur sind geschmacklich wahrlich kein Feuerwerk. Man kann sie für ihre schönen Blüten anbauen oder für ihre Funktion als schnell wachsender Sichtschutz. Meiner Meinung nach sind sie geschmacklich jedoch sehr überbewertet und eher ein Magenfüller als ein Gemüsegenuss. Ich bin happy ohne sie :)
Fazit
Auch wenn es einige Pflanzen gibt, die im eigenen Garten absolut gar nicht wachsen möchten, ist es kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen. Manchmal passt das Klima nicht, manchmal ist ein simpler Anbaufehler der Grund und manchmal stimmt das Wetter einfach nicht. Lass Dich davon nicht abbringen, Dein Lieblingsgemüse immer wieder anzubauen und lerne aus Deinen Fehlschlägen. Man kann als Gärtner nicht alles haben und ein paar Pflanzen, die partout nicht im eigenen Garten wachen wollen, gibt es immer. Ein wenig Frustrationstoleranz gehört zum Gärtnern. Je länger man gärtnert, desto besser kann man damit umgehen. Versprochen.
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Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Gewinner des "Mein schöner Garten" Influencer Awards 2022 in der Kategorie "Insektenfreundliches Gärtnern" und seit 2023 Gartenfachberater. Besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich