Tomatenpflanzen einpflanzen – Vaters Methode

Tomatenhaus Eigenbau

So habe ich dieses Jahr Tomaten gepflanzt:

Nachdem mir letztes Jahr der Sturm mein 20-Euro-Folien-Tomatenhaus ins Nachbargrundstück geweht hatte, musste definitv was Neues her. Es ist dieses Tomatenhaus geworden. Mein Vater hat es mir gebaut – ihm gebührt aller Ruhm und Ehre für diese Festung der Tomaten! Es ist aus stabilem Rahmenholz gebaut, so hoch, das man drin stehen kann. Es ist an 3 Seiten mit Folie umschlossen, damit kein Regen an die Pflanzen kommt (wegen der  Braunfäule) – aber trotzdem überall offen genug, damit der Wind durchpusten kann und Tauwasser schnell abtrocknet.

Auf dem Bild ist noch kein Dach drauf – das wurde später noch montiert. Das Häuschen (in dem man auch problemlos übernachten kann ;-) wurde mit Einschlagbodenhülsen im Beet verankert und sollte so auch mittleren Stürmen Stand halten und den Tomatenpflanzen ausreichend Schutz bieten. Die Nachbarn jedenfalls gehen seit Aufbau des Hauses immer mit neidvollem Blick am Garten vorbei ;-)

Tomaten Pflanzlöcher

Aber nun zum Thema: Tomaten einpflanzen. Mein Vater gab mir dieses System vor, er hat es jahrelang praktiziert und viel Erfolg damit gehabt. Knackpunkt des Ganzen ist, das man die Tomaten schräg in die Erde einpflanzt, fast schon „liegend“. Dazu habe ich als allererstes mit Stäben die Positionen der Pflanzen im Tomatenhaus markiert. Es müssen immer ca. 50cm Platz zwischen den Pflanzen sein – ich bekomme beispielsweise bei diesem Abstand 7 Pflanzen ins Tomatenhaus. Diese Stäbe verbleiben die gesamte Saison im Boden und sollten entsprechend tief in die Erde gesteckt werden.

Vor den Stäben habe ich die Pflanzlöcher gegraben. Sie haben eine Elliptische Form – warum, das seht ihr gleich.

Pferdedung

Nun kommt eine wichtige Komponente ins Spiel. Unter Einsatz meines Lebens habe ich beim benachbarten Pferdehof Pferdemist gesammelt. Na gut, der Bauer war eher froh, das er das Zeug los ist – ich durfte nehmen, so viel ich wollte ;-)

Diesen Pferdemist habe ich nun in die Löcher gefüllt – ziemlich tief. Lochtiefe insgesamt ca. 30cm und dann 10cm Mist drauf. Danach nochmal eine genau so dicke  Schicht Erde obendrüber. Die Tomaten dürfen keinen direkten Kontakt mit dem Pferdemist haben! Der Mist zersetzt sich im Laufe der Saison und stellt so gute, organische Nährstoffe für die Tomaten zur Verfügung. Der Pferdemist ist quasi eine lecker Nascherei für die Tomaten, die sie zu Höchstleistungen animieren soll. ACHTUNG! Update zu demThema am Ende des Artikels.

Tomate schräge Pflanzung

Danach habe ich die Tomaten ins Pflanzloch gelegt (so ca. 10cm tief). Wie auf dem Bild zu sehen – deshalb auch die ovalen Pflanzlöcher. Untendrunter ist der Pferdemist. Der Wurzelballen liegt recht flach in der Erde – dort ist es am wärmsten und die Tomaten liiiiiieben Wärme!

Die Tomatenpflanzen wurden am unteren Stielbereich vorher entblättert. Bitte keine Blätter mit eingraben! Vorraussetzung ist natürlich, das die Pflanzen schon entsprechend groß sind. Wenn man jetzt Erde auffüllt, wachsen am gesamten Stiel, der mit eingegraben wurde, kleine Wurzeln, die die Tomate mit Nährstoffen und Wasser versorgen werden. Mehr Wurzeln = mehr Nährstoffe = mehr Tomaten! Einfach, oder? Die abgepflückten Blätter lässt mach einfach unter den Tomaten liegen. Dort verotten sie schnell. Tomaten mögen das. Man kann auch ab und an mit Grasschnitt oder Ähnlichem mulchen, so bleibt der Boden länger feucht. Das mögen Tomaten auch sehr gerne!

Tomate liegend gepflanzt

Hier nochmal eine Ansicht bei einer anderen Tomate. Man muss vorsichtig sein, das die Stiele nicht abbrechen, aber sie sind recht flexibel und elastisch.

Author: Stefan

Seit 2006 Schrebergärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun ;-) Besuchen Sie die Parzelle 94 auch auf Google+!

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18 Kommentare

  1. superschön und praktisch…bei uns im norden geht es nur mit gewächshaus..gruß wiebke

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    • :-) Hier bei uns im Osten ist es genau so. Gewächshaus oder Braunfäule… ;-(

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  2. Das sieht ja wirklich super aus diese Lösung. Ich hab mal eine Frage zum Vorgehen. Du hattest geschrieben, dass du die Samen in Kokosquelltabletten keimen lässt. Das hatte ich dieses Jahr auch vor, in einem Zimmergewächshaus auf dem Fensterbrett.

    So wie es auf deinem Bild hier aussieht, hast du sie dann ja nochmal in ein extra Töpfchen umgesetzt, bevor sie dann ins freie kamen (oder pflanzt man die dann direkt mit dem Kokosding ins freie)? Wann macht man das umpflanzen? Wenn das erste Blättchen (nach den Keimblättern) da ist? Und dann in so einen ~8cm-Topf?

    Über Tips, wie du das machst, würde ich mich freuen.

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    • Hallöle! Die Tomaten bleiben bei mir immer so lange im Kokos-Topf, bis die Wurzeln unten rauswachsen. Da sind dann auch schon ordentlich Blätter dran. Zu diesem Zeitpunkt pflanze ich die Tomaten samt Kokos-Topf um – in einen Blumentopf mit richtiger Erde, die darf dann auch gedüngt sein. Dort bleibt dann die Pflanze bis ich sie ins Freie setze.

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      • Hallo, vielen Dank für die schnelle Antwort. Düngst du die Pflänzchen im Kokostöpchen schon, oder erst später im Topf, oder sogar erst im freien?

        Toller Blog übrigens, hab die Zeit gerade zum Stöbern genutzt ;)

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        • Ich dünge eigentlich nicht bis zum Umtopfen… Dann ist ja Dünger in der Erde. Man kann ab und an mit Biodünger nachdüngen, bin jetzt aber nicht so der Düngerexperte. Immer gut gießen ist wichtiger ;-)

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          • klingt gut, danke für die Tips!

  3. Amüsant und lehrreich geschrieben ;-)
    Sag mal, hat sich das mit dem Pferdemist denn nun bemerkbar gemacht? Ich hatte eigentlich vor, erst im Herbst dieses Zeug ins Gewächshaus zu bringen, damit es bis zum kommenden Frühjahr verrottet und so für die Tomaten was bringt.

    Grüße,
    Sven

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    • Die Tomaten sind sehr ins Kraut geschossen. Viele Blätter,wenig Früchte. Pferdemist im Herbst ist bestimmt die bessere Variante. Werde den Artikel nochmal updaten. Viele Grüße!

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  4. Hallo, in welche Himmelrichtung zeigt die offene Seite bei dir (Süden oder Osten)?

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    • Südosten ;-) Sollte auf jeden Fall nicht die Wetterseite sein, also bei uns Westen.

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  5. Mit zu viel Dung habe ich auch eher negative Erfahrungen. Geerntet wird dann mehr Kraut als Tomaten. Zum Pflanzen nur gut verrotteten Dung oder gut abgelagerten Kompost. Nach erstem Fruchtansatz laufend nachdüngen. Um die Tomate einarbeiten und Tomate auch etwas anhäufeln. Macht dann dort mehr Wurzeln. Laut meinem Opa ist der Urin des Menschen ein vorzüglicher Tomaten-Dünger.

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    • Hi Teddy,

      ja, das mit dem Dünger ist so eine Sache. Bei mir im Gewächshaus haben die Tomaten auf frischer Erde auch mehr Blätter als Früchte ;-) Das mit dem Anhäufeln ist eine sehr gute Idee! Danke!

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  6. Hallo
    Sehr schön!Weiss nicht wie alt der Beitrag ist
    !Mich ürden die Masse ineressieren (Bauplan vorhanden?)

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  7. Hallo,
    Ich würde gerne wissen, ob das Tomatenhaus in einer bestimmten Himmelsrichtung aufgestellt wurde und ob es von vorne offen bleibt.

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    • Hallo, mein Haus steht mit der Öffnung nach Osten. Westen ist bei uns die Wetterseite. So regnet es nicht rein. Die Seite bleibt immer offen. Viele Grüße!

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  8. Was soll das bringen mit dem schrägen Einsetzen? Der frische Pferdemist ist auch so eine Sache, sollte man bei Tomaten eigentlich nicht machen. Die Tomaten stehen auch viel zu dicht auf deinen Bildern. So klein wie das Haus ist passen da max. 2 Tomaten rein. 20 bis 30 cm Abstand und dann auch noch 2 Reihe ist viel zu eng

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    • Das schräge Einsetzen leuchtet ein. Für heuer schon zu spät. Habe aber einiges für nächstes Jahr kopiert.
      Eigentlic h wollte ich wg. Pferdemist nachschauen, nachdem der Reitstall aber kürzlich den schönen alten Mist entsorgte sagte man mir , der neue sollte nur verdünnt werden, dann wäre er okay. Soll man Leuten glauben, die schönen alten Mist auf die Deponie werfen? Schaun wir lieber im Net.
      Jedenfalls setze ich nun nochmals Brennesseljauche an, ist immer noch das Beste. Der Abstand der Pflanzen ist mit min. 20 cm knapp aber okay. Man muß nicht aus jeder Frage ein Glaubensbekenntnis machen.

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