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Wenn der Gartenboden gesund ist, fühlt sich das Gemüse wohler und wächst gesünder. Durch Mulchen mit Rasenschnitt pflegt man den Boden und man spart sich ganz nebenbei eine Menge Arbeit! Viele Gärtner mulchen jedoch nicht, weil Sie Angst vor Unkraut oder Schädlingen haben, doch die Angst ist ganz unbegründet. Welche tollen Vorteile das Mulchen mit Rasenschnitt hat und wie es gemacht wird, lernst Du in diesem Blogbeitrag.

frischer Rasenschnitt eignet sich als Mulch für Gemüsebeete
Frischer Rasenschnitt ist perfekt zum Mulchen geeignet

Wohin mit dem Rasenschnitt?

Im Garten fällt viel Rasenschnitt an, besonders wenn man große Rasenflächen hat, die regelmäßig gemäht werden müssen. Oft wandert der Rasenschnitt auf den Kompost, wo er jedoch nur schlecht verrottet, wenn man ihn in dicken Schichten einbringt. Oft vermodert er nur und kompostiert sich schlecht. Viele Gärtner fahren ihren Rasenschnitt deshalb sogar zur örtlichen Grünmülldeponie, weil sie selber keine Verwendung für ihn haben. Das kostet Zeit, ganz zu schweigen von der Umweltbelastung durch das Hin- und Herfahren mit dem Auto. Wenn man den Rasenschnitt als Mulch auf den Gemüsebeeten verwendet, schlägt man gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe!

Mulchen bringt nur Vorteile!

Das Mulchen mit Rasenschnitt bringt meiner Meinung nach nur Vorteile für den Gemüsegarten. Man wird große Mengen Rasenschnitt los, man pflegt den Boden und das Bodenleben und produziert gleichzeitig besten Dünger und jede Menge Humus.

Erosion wird gestoppt

Erosion ist ein Problem im Garten. Besonders starker Regen wäscht lockere, fruchtbare Erde weg. Die landet dann beim Nachbarn oder auf den Gartenwegen. Besonders die obere humusreiche Deckschicht ist schnell weggespült. Das Mulchen mit Rasenschnitt „bremst“ die Wucht des Regens ab und sorgt dafür, dass das Wasser gleichmäßig in den Boden einziehen kann. Der Boden bleibt durch die schützende Schicht aus Mulch länger feucht und damit auch länger durchlässig, so dass das Wasser besser aufgenommen und abgeleitet werden kann. Die Bodenerosion wird durch das Mulchen wirksam vermindert.

Bodenleben wird aktiviert

In unserem Gartenboden wimmelt es nur so vor Lebewesen. Da existiert eine richtige kleine Parallelwelt, in der es nur so kreucht und fleucht. All diese Lebewesen ernähren sich von organischen Stoffen und machen daraus Humus und Nährstoffe für unsere Pflanzen. Das Bodenleben ist also der beste Freund des Gärtners!

Wenn wir unsere Beete mit Rasenschnitt mulchen, dann füttern wir die Bodenlebewesen und halten sie bei Laune. Wenn man die Beete nach dem Mulchen beobachtet, kann man sehen, wie sich Regenwürmer einzelne Grashälmchen in ihre Gänge ziehen, um sie genüsslich zu verspeisen. Bakterien und andere Kleinstlebewesen ernähren sich ebenfalls vom Mulchmaterial und machen Humus und Kompost daraus.

Das Mulchen mit Rasenschnitt ist also nichts anderes, wie ein großer Flächenkompost, der unseren Boden schützt, das Bodenleben fördert und Nährstoffe herstellt. Fantastisch!

Wasser wird gespart

Eine durchgehende Mulchschicht vermindert die Wasserverdunstung. Der Mulch beschattet den Erdboden und schützt vor direkter Sonneneinstrahlung. Das sorgt dafür, dass weniger Wasser aus dem Boden verdunstet – der Gärtner, der seine Beete mulcht, muss somit weniger gießen! Besonders in Zeiten, in denen es immer seltener regnet und wo der Klimawandel immer stärker zu spüren ist, lohnt sich das Mulchen mit Rasenschnitt ganz besonders.

guter Boden dank Mulchen mit Rasenschnitt
Mulch verwandelt sich in Humus – eine perfekte Nahrungsgrundlage für Bodenlebewesen und für unser Gemüse

Automatische Düngung

Mulch wird von den Bodenlebewesen zu Humus umgewandelt. Und zu pflanzenverfügbaren Nährstoffen. Das sorgt für einen automatischen, natürlichen Düngeeffekt, was uns Gärtner sehr zu Gute kommt. Wir müssen weniger düngen und belasten die Umwelt weniger. Unser Gemüse freut sich über diese natürliche Nährstoffzufuhr und dankt es uns mit kräfigem Wachstum und gesunden Pflanzen.

gleichmäßigere Bodentemperatur

Wenn die Wurzeln der Pflanzen glücklich sind, ist es auch die ganze Pflanze ;-) Und die Wurzeln lieben gleichmäßige, kuschelig warme Bodentemperaturen. Dann legt das Gemüse so richtig mit dem Wachstum los. Der Mulch funktioniert wie eine Isolationsschicht für den Boden. Er sorgt dafür, dass die Erde nicht zu stark auskühlt oder sich zu sehr erhitzt. Besonders im Sommer ist das ganz wichtig. Gleichmäßige Bodentemperaturen sorgen für gutes Wachstum und die Mulchschicht aus Rasenschnitt ist dafür der ideale Temperatur-Regler.

Unkraut wird unterdrückt

Einer der besten Vorteile, die man durch Mulchen mit Rasenschnitt bekommt, ist weniger Unkraut! Die Mulchschicht verhindert, dass Licht an den Boden gelangen kann. Das Unkraut wird dadurch an der Keimung gehindert und falls doch mal ein Kräutlein keimen sollte, dann schafft es das meistens nicht, durch die Mulchschicht hindurchzuwachsen. Eine dicke Mulchschicht sorgt also dafür, das wir Gärtner seltener Unkraut jäten müssen!

Boden bleibt locker

Dadurch dass die Mulchschicht dafür sorgt, das der Boden gleichmäßig feucht bleibt und das Bodenleben aktiviert, bleibt auch der Boden länger locker! Wir müssen ihn weniger bearbeiten, denn aktive Regenwürmer und ein gesundes Bodenleben sind besser als jedes Hacken. Wenn man mit der Hand die Mulchschicht beiseite räumt, kommt schöner, sattbrauner lockerer Boden zum Vorschein.

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So wird mit Rasenschnitt gemulcht

Ganz wichtig ist, dass man den Rasen mäht, wenn noch keine Gräser oder andere Unkräuter Samen angesetzt haben. Sofort nachdem mein Grasbehälter vom Rasenmäher voll ist, gehe ich damit direkt zu meinen Gemüsebeeten und verteile den Rasenschnitt darauf. Ich gebe eine ca. 5cm dicke, lockere Schicht auf die Beete. Den Rasenschnitt lege ich vorsichtig um die Pflanzen herum, ich lasse ca. 2-3 cm Abstand zur Pflanze. Der komplette Erdboden ist anschließend mit Rasenschnitt bedeckt, man kann keine bloße Erde mehr sehen.

Man darf die Schicht nicht zu dick machen, denn der Rasenschnitt beginnt sonst zu modern. 5 Zentimeter sind ideal. Im Laufe der Zeit wird das Mulchmaterial zusammentrocknen. Am Ende bleibt nur noch eine dünne Schicht Heu auf dem Beet übrig, Diese Schicht lässt man einfach liegen. Nach jedem Rasenmähen wird die Mulchschicht einfach erneuert. Dadurch ist der Boden jederzeit bedeckt und der Boden sowie das Bodenleben haben durchgehend ausreichend Nahrung und Schutz.

Problem: Frische Aussaaten

Frische Aussaaten und ganz kleine Jungpflanzen sollten nicht gemulcht werden. Genauso wie die Mulchschicht Unkraut unterdrückt, verhindert sie auch das Auflaufen von Saaten. Die Bereiche auf dem Beet, wo ausgesät wurde, spart man einfach beim Mulchen aus. Sobald die Pflänzchen größer sind als die Mulchschicht, also darüber hinaus ragen, kann man den Boden darunter ebenfalls mit Rasenschnitt mulchen.

Anderes Mulchmaterial

Rasenschnitt ist nicht das einzige geeignete Mulchmaterial im Garten. Es ist jedoch ideal, denn es ist oftmals in großen Mengen verfügbar, mehrmals im Jahr. Als Alternative kann man die Beete auch mit großen Blättern bedecken oder mit anderem Grünschnitt. Sogar herausgerissenes Unkraut kann man als Mulch auf dem Beet liegen lassen, solange es noch keine Samen angesetzt hat. Es wird nicht mehr festwachsen.

Rindenmulch oder anderes holziges Mulchmaterial, wie z.B. geschredderte Äste etc. sind als Mulch auf Gemüsebeeten ungeeignet. Das holzige Material entzieht dem Boden bei der Verrottung Stickstoff, den aber unser Gemüse dringend zum Wachsen benötigt. Rindenmulch ist besser auf Gartenwegen aufgehoben.

Probleme mit Unkraut?

Unkraut wird durch die Mulchschicht effektiv unterdrückt. Wenn man jedoch Rasenschnitt ausbringt, der Unkrautsamen enthält, wäre das kontraproduktiv. Generell kann ich jedoch aus eigener Erfahrung berichtet, dass durch Mulchen weniger Unkraut auf den Gemüsebeeten zu jäten ist. Ich liebe das ;-)

Mulch sorgt für besseren Boden im Gemüsegarten

Probleme mit Schnecken und Mäusen?

Schnecken lieben feuchte, dunkle Verstecke. Es kann sein, dass sich unter einer frischen Mulchschicht Schnecken einfinden. Meiner Erfahrung nach ernähren sich diese unbeliebten Gartenmitbewohner jedoch eher vom Mulch als von den Pflänzchen.

Man kann die Schnecken, die sich im Beet verstecken, mit einem feuchten Holzbrettchen fangen und einsammeln. Dazu wird ein Holzbrettchen einen Tag lang in Wasser gelegt, damit es sich schön vollsaugen kann – zum Beispiel in die Regentonne. Dann legt man es auf den blanken Erdboden ins Beet. In den Morgenstunden, kurz bevor der Tag anbricht, sucht sich die Schnecke ein kuschelig feucht-kühl-dunkles Versteck für den Tag und wählt dafür oft einen Platz unter dem Bettchen :-) Dort findet der Gärtner dann die Schnecke und kann sie mitnehmen. So einfach geht das.

Fazit

Mulchen mit Rasenschnitt bringt uns Gemüsegärtnern viele Vorteile. Man wird die manchmal riesigen Mengen Rasenschnitt los, die auf dem Kompost nur schwer verrotten. Man pflegt den Boden und die Bodenlebewesen, Erosion wird verhindert und gleichzeitig erzeugen wir durch Flächenkompostierung wertvollen Humus und Nährstoffe für unsere Pflanzen. Sorgen, dass durch das Mulchen vermehrt Unkraut auf den Beeten aufgeht, sind unbegründet. Einzig auf die fiesen Schnecken sollte man ein wenig achten. Ich Mulche jetzt schon seit vielen Jahren und erleichtere mir dadurch die Gartenarbeit ungemein. Versuch es doch selbst einmal!

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Autor

Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

1 Kommentar

  1. Ah, guter Tipp. Als „Junggärtner“ hätte ich das nur kompostiert. So kann ich‘s natürlich viel besser direkt verwenden.

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