Rasen erneuern – Vorbereitung, Kalken, Schwitzen

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Neue Rasen braucht das Land!

Toom hat mich gefragt, ob ich ihre neuen Rasenprodukte mal testen möchte. Warum nicht? Der schnaufende Postbote brachte zwei recht dicke Pakete mit allem, was man dazu benötigt direkt ins Haus – los gehts!

Rasen erneuern ausgangszustand obstwiese fruehling unkraut

So sieht der Rasen im April aus – viel Unkraut, wenig Gräser.

Der Rasen-Ausgangszustand

Meinen Rasen habe ich bisher noch nie so wirklich beachtet. Mir war wichtig, das der Obstgarten „untenrum“ schön grün ist. Und das war er. Doch beim genauen Hinsehen bemerkte ich, das dort alles mögliche wächst, außer Gras. Löwenzahn kuschelt mit dem Wegerich, große Blätter wachsen neben kleinem Klee. Und immer mal wieder dazwischen Grashalme. So richtig schön sieht die Fläche nicht aus, sehr löchrig im Gesamtbild und spätestens im Sommer ist das meiste davon braun.

Den Rasen hatte ich bis dahin auch noch nie gedüngt. Man bedenkt, das man mit jeder Rasenmahd die Nährstoffe in Form von Rasenschnitt entweder auf den Kompost, auf die Beete oder in die Grünmüll-Annahme bringt… Dem Rasen sollte also ab und an etwas Nährstoff zugeführt werden. Hab ich nie gemacht. Das zeigt sich in der Ansammlung von Wiesenkräutern – die lieben es nämlich nährstoffarm. Und sind deshalb so zahlreich vorhanden. Weiterhin benutzt man auch den Rasen – also man begeht ihn. Dadurch verdichtet sich der Boden und das findet der eigentliche Rasen völlig ungut. Einige Unkräuter dagegen mögen dichten Boden sehr, es siedeln sich robuste Sorten an, die auch mit festem Boden gut klarkommen und verdrängen dort den Rasen. Im Frühling hatte ich eine wunderbare Löwenzahnwiese!

Was ist Rasen eigentlich?

Ein Rasen ist im Prinzip eine Monokultur von Gräsern. Es gibt dabei verschiedene Gräser, die sich für verschiedene Bodenverhältnisse und Standorte eignen. Diese Gräser haben eines gemeinsam: sie sind alle sehr schnittverträglich und bilden dichte Flächen aus Halmen. Kurz gemäht sieht alles sehr schick aus. Es gibt Rasensorten für den Schatten, Rasensorten für hohe Belastbarkeit, schnell wachsenden Rasen, sehr dichten Rasen und und und. Rasen soll pflegeleicht sein, ein gutes Gesamtbild ergeben, kleine Pflegefehler verkraften können und ein schönes, zierendes Element in der Gartengestaltung sein.

Was erwarte ich von meinem Rasen?

Ich möchte gerne für meinen Garten einen strapazierfähigen Rasen, der mir möglichst wenig Arbeit macht. Die Rasenfläche soll nicht aussehen wie ein Golfrasen – sondern eher wie eine gepflegte Gänseblümchenwiese. Der Rasen ist ja bekannt und beliebt als grüner Ruhepunkt im Garten, ich will mich darauf sonnen können aber auch mal eine Runde Federball spielen ;-) Und jede Woche mähen oder gießen möchte ich auch nicht. Pflegeleicht, robust, unkompliziert – so soll mein Rasen sein.

Rasen-Erneuerung nach Plan

Nun wird es ernst. Die große Rasenaktion beginnt. Diese Arbeiten gilt es durchzuführen, wenn man seinen Rasen wieder schön machen will.

  • Unkrautbekämpfung
  • Kalken
  • Vertikutieren
  • Boden lockern
  • Rasen kurz mähen
  • Rasen abtragen im Extremfall
  • Neueinsaat
  • Düngung
  • Bewässern
  • Mähen
  • Freuen

Klingt anstrengend und langwierig – das ist es auch! Rasenerneuerung ist nicht an einem Nachmittag gemacht und je nachdem, welche Vorstellungen man vom eigenen Rasen hat, kann es ganz schön in Plackerei ausarten ;) Man kann sich jedoch mit den richtigen Geräten und den richtigen Produkten ein wenig die Arbeit erleichtern.

1. Schritt: das Unkraut kommt raus – per Hand

Ich wollte schon früh im Jahr beginnen mit der Rasenaktion – jedoch machte mir das Wetter einen Strich durch die Rechnung. Pünktlich ab Anfang April sanken bei uns die Temperaturen auf einstellige Werte, nachts sogar teilweise mit Frösten. Keine gute Bedingung, um mit der Rasenanlage zu beginnen. Rasen wächst am besten ab 10 Grad Celsius Bodentemperatur (wohlgemerkt!). Obwohl der April perfekt dafür wäre- es ist da normalerweise schön feucht und meistens schön warm. Aber nix da – dieses Jahr war alles etwas anders. Also nutzte ich den April für die Vorarbeiten.

Ich entferne so gut es geht das Rasenunkraut. Besonders der recht zahlreich vorhandene Löwenzahn wird mit einem Unkrautstecher einzeln (!) entfernt. Diese Arbeit hat locker 2-3 Tage in Anspruch genommen. Die anderen Rasenunkräuter entferne ich auch so gut es geht, aber alle erwischt man nicht. Bequemer funktioniert es mit dem Einsatz von Herbiziden, also von Unkrautvernichtungsmitteln, die nur das Gras übrig lassen. Aber mir kommt so etwas nicht ins Haus. Durch das spätere regelmäßige Mähen werden einige Unkräuter von selbst verschwinden. Die restlichen muss ich dann wieder per Hand entfernen. Gerade bei alten Rasenflächen, die stark verunkrautet sind, bietet sich ein Abtragen der kompletten Rasenschicht an. Danach kann man neu einsäen und alles ist wieder tippi toppi.

2. Schritt: Boden kalken

Unsere Böden sind durch den sauren Regen alle eher im sauren pH-Wert anzusiedeln. Rasen mag das jedoch nicht sonderlich, weswegen er ab und an gekalkt werden sollte. Kalk hebt den pH Wert an und sorgt dafür, daß im Boden gebundene Nährstoffe freigesetzt werden. Er ersetzt und unterstützt also eine Düngung. Man sollte jedoch nicht zu oft kalken, da dies dem Boden mehr schadet als nützt.

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Der Toom Rasenkalk kommt im praktischen 100qm Vorratsbeutel.

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Der Kalk ist pilliert und so sehr komfortabel auszubringen. Ein klares Plus!

Im großen Toom Rasenpflegeset war ein Paket Rasenkalk enthalten. Mit einer Menge von 10kg kann man 100qm Rasenfläche mit Kalk versorgen. Der Kalk ist in Form von Perlen verarbeitet. Warum nur? Die Lösung dieses Rätsels erschließt sich spätestens, wenn man den Kalk verstreut! Durch die Kügelchen entsteht fast kein Staub beim Ausstreuen. Man braucht keine Atemschutzmaske und der Wind kann dem Kalk auch nix anhaben. Er fällt auf die Stellen, auf die er fallen soll. Ein zweiter schöner Effekt: Die Kügelchen rollen zwischen die Grashalme auf den Boden. Staubförmiger Kalk würde auf den Blättchen liegen bleiben und diese verbrennen. Durch die Kügelchen gelangt der Kalk dorthin, wo er hingehört. Nach dem nächsten Regen lösen sich die Kügelchen auf und werden ins Erdreich gespült, wo sie ihre Arbeit aufnehmen.

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Die Kalk-Kügelchen fallen so direkt auf den Boden, stauben nicht und lösen sich schnell auf.

 

So geht es weiter:

Nachdem der Kalk eine Weile einwirken konnte, wird der Rasen gründlich vertikutiert. Vertiku-was? Das erfahrt ihr im nächsten Teil!

Toom hat eine recht sehenswerte und vor allem informative Website zum Thema Rasen vorbereitet, die sich sehr ausführlich mit allem, was mit Rasenpflege und Neuanlage zu tun hat, beschäftigt. Ungeachtet dessen bekommt man auch in den Toom-Baumärkten persönliche fachliche Beratung zu jeglichen Rasenfragen.

Fragen zum Thema Rasen und Rasenpflege?

Du hast auch einen Problemrasen? Hättest gerne Tipps zum Thema oder eine Frage? Dann hinterlasse einfach hier einen Kommentar! Die interessantesten Fragen werde ich an einen Rasenexperten weiterleiten und in einem Rasen-Spezial-Frage-und-Antwort-Beitrag veröffentlichen.

 

Author: Stefan

Seit 2006 Schrebergärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun ;-) Besuchen Sie die Parzelle 94 auch auf Google+!

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4 Kommentare

  1. Hallo Stefan!
    Ich habe dieses und letztes Jahr tausende (!!!) Löwenzähne und irgendwelche Wegeriche (spitz- und rundblättrige) ausgestochen! Die habe ich zumindest schon mal gut ausmerzen können. Aber da die Nachbarn ihre Pusteblumen so sehr genießen, werde ich nächstes Jahr wohl wieder dabei sein… ;-) Jetzt müsste ich noch quadratmeterweise (!!!) Hahnenfuß-Zeugs ausstechen. Habe irgendwie seit letztem Jahr verdrängt, dass die so schöne laaange Ranken machen und überall hinwollen. :-( Bei ca. 100qm Rasen dauert das ne Weile. Die Beete müssen größer werden, dann hab ich weniger Rasen….
    Mir fehlt ehrlicherweise die Motivation aus dem Rasen was Schönes zu machen. Die übelsten Unkräuter ausstechen geht noch, aber die Fläche zu vertikutieren – nö! Vielleicht können Deine Rasenexperten ja mal einen Tipp zu feuchtem Rasen geben. Da wir in einem Überschwemmungsgebiet mit hohem Grundwasserspiegel liegen, und nach großem Regen eine Sumpflandschaft haben, vermoost natürlich viel oder der Rasen säuft einfach ab. Nach dem Winter habe ich oft viele kahle Stellen durch die Feuchtigkeit. Also den Rasen belüften wird wohl nicht viel bringen, wenn er beim nächten Regen wieder unter Wasser steht.

    Sorry für den langen Roman!
    Viele Grüße
    Daniela

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    • Huiu! Ich bin auch noch unglücklich mit meinem Rasen. Wenn erstmal das Unkraut drin ist, bekommt man es per Hand echt nur schwer wieder raus. Mal sehen, wie sich der Rasen jetzt entwickelt. Habe gedüngt und gegossen und gemäht – vielleicht ändert das die Bodenbedingungen und das Unkraut fühlt sich bald nicht mehr wohl. Bei mir ist es der Wegerich, der in Unmengen gewachsen ist… Deine Frage habe ich notiert und leite sie weiter. Melde mich. Viele Grüße!

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  2. Hallo Stefan,

    da bin ich mal gespannt, wie sich dein Rasen entwickelt! Weißt du wie sich der Kalk mit Haustieren verträgt? Ich befürchte immer, dass mein Hund davon etwas naschen könnte und ob das so gut ist …

    Liebe Grüße und viel Erfolg beim Rasen-Projekt
    Sandra

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    • Hey Sandra, ich weiss nicht genau, aber ich würde die Haustiere erstmal eine Weile nicht auf den Rasen lassen, bis sich der Kalk gelöst hat. Viele Grüße!

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Trackbacks/Pingbacks

  1. Rasen-Langzeit-Projekt - Das Ergebnis und mein Fazit — Parzelle94.de - […] nach dem Winter, als die Temperaturen draußen dauerhaft über 10 Grad gestiegen sind. (zum Blogbeitrag Rasen vorbereiten und vertikutieren)…

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