Ja, der Giersch. Viele Gärtner, die ihn haben, hassen ihn regelrecht. Doch mit Giersch ist es wie mit den Schnecken – man wird ihn nicht los, kann ihn aber im Zaum halten. Wie das geht? Es ist nicht schwer, man muss aber regelmäßig dabei bleiben und einige Dinge beachten. Dann kann man Giersch erfolgreich auch ohne Chemie vernichten und entfernen, auf jeden Fall wird er weniger werden. Erst einmal tief durchatmen – Giersch ist nicht das Ende der Welt! Er gehört zur Natur dazu, ist nur etwas nervig. Mit etwas Ausdauer kannst auch Du deinen Giersch entfernen ;-)

Was ist denn Giersch überhaupt?

Giersch einfach vernichten entfernen jaeten Anleitung_parzelle94
Das ist er: Der Giersch. Doch nur keine Angst – man kann ihn auch ohne Chemie entfernen und seiner Herr werden

 

Siehe Foto. Das ist der Giersch. Giersch ist eine Gartenpflanze, die vielfach als Unkraut bezeichnet wird. Doch das war nicht immer so. Giersch kann man als Salat essen oder sogar Limonade draus machen! Giersch schmeckt wunderbar angenehm und ist gesund. Doch oft wird der Giersch schnell zu viel für Limonade und Salat. Er bildet unterirdisch wahre Netzwerke von Rhizomen – also Ausläufer – und breitet sich so schnell über große Flächen aus. Dann bleibt einem nichts anderes mehr übrig, als ihn zu entfernen.

Besonders ärgerlich ist es, wenn der Giersch durch das Wurzelwerk von Stauden und Sträuchern hindurch wächst. Gerade dort bekommt man ihn nur schwer wieder los. Daher sollte man ihn so schnell es geht jäten, sofern man keine größere Giersch-Kultur im Garten haben möchte. Und auf alle Fälle sollte man vermeiden, daß der Giersch zur Blüte kommt und sich mit hunderttausenden kleinen Fallschirmchen im ganzen restlichen Garten und in den Gärten der Nachbarn verteilt! Obwohl die Blüten recht hübsch sind ;-)

Wie werde ich den Giersch garantiert nicht los

  1. durch ignorieren. Das geht schief.
  2. durch chemische Pflanzenvernichter. Vergiftet den Garten – der Giersch lacht sich eins ;-)
  3. durch unkontrolliertes Umgraben und „in-der-Erde-rumstochern“. Der Giersch treibt aus klitzekleinen Wurzelresten wieder aus. Die Eigenschaft der Wurzel – nämlich schnell zu zerbrechen – sorgt für viele Nachkommen!

Giersch entfernen leicht gemacht – auch ohne Chemie

Ok, eins vorneweg. Giersch entfernt man nur durch Handarbeit bzw. man kann ihn nur mit etwas Schweiß in Zaum halten – jedoch nicht mit chemischen Hilfsmitteln. Aber wir sind hartnäckige Gärtner. Je öfter man dem Giersch zu Leibe rückt, desto schneller verliert er die Lust am Weiterwachsen. Wirklich! Man muss ihn nur lange genug ärgern, dann gibt er auf. Los geht’s!

Schritt 1: Boden vorsichtig (!) lockern

Die Giersch-Wurzeln befinden sich in 20-30cm Tiefe in der Erde. Mit einer Grabegabel (NICHT mit dem Spaten!) steche ich in die Erde und lockere den Boden großflächig auf. Mehrmals an der selben Stelle wiederholen, bis die Erde krümelig wird. Nicht die Gabel mit der Erde hochheben – die Wurzeln könnten zerreißen – das wäre das Ende ;-) Am besten man sucht sich für diese Arbeit einen Tag aus, an dem die Erde trocken ist, aber noch krümelig.

Giersch einfach vernichten entfernen jaeten Anleitung parzelle94 Grabegabel
Mit einer Grabegabel wird der Boden vorsichtig aufgelockert

Schritt 2: Den Giersch erfühlen und rausholen

Jetzt stecke ich meine beiden Hände in die Erde. Man kann sofort das Wurzelgeflecht des Giersch erfühlen. Es liegt nicht tief! Ich lasse meine Handflächen gerade und schüttle quasi die Wurzeln  vorsichtig aus der Erde raus. Gleichmäßig arbeite ich mich über die Fläche voran und langsam erscheint das gesamte komplexe Wurzelgeflecht an der Oberfläche.

Einzelne Wurzeln kann man mit der Hand entlang ihrer Wuchsrichtung verfolgen. So findet man die Ausbreitungsrichtung des Giersch heraus und meistens sitzt am Ende einer Wurzel ein Knoten mit einem frischen Blatt. Das holt man dann noch mit ans Tageslicht. Nach und nach legt man eine große Fläche des Giersch frei und holt es an die Oberfläche. Ich hole so viel wie möglich von den Wurzeln vorsichtig aus dem Erdreich heraus. Geschafft! Also fast. Garantiert habe ich etwas übersehen – aber es ist eh klar, das ich die ganze Aktion mehrfach wiederholen muss, um dauerhaft Erfolg zu haben.

 

Giersch einfach vernichten entfernen jaeten Anleitung parzelle94 per Hand entfernen jäten
Am besten erfühlt man die zerbrechlichen Wurzeln des Giersch knapp unter der Erdoberfläche

 

Schritt 3: Die Wurzeln entsorgen

Jetzt habe ich eine Menge Wurzeln im Eimer. Was macht man nun damit? Das Zeug ist wie eine Bombe, wenn es wieder mit Erde in Kontakt kommt ;-) Es würde alles mit neuem Giersch fluten! Es gibt aber eine Lösung. Man kann die Wurzeln in die Restmülltonne geben. Dann landet es auf der Deponie. Oder man legt es in die Sonne und lässt alles komplett (!) austrocknen. Ohne Regen. Danach ist es „deaktiviert“ und kann kompostiert werden. Alles andere hat keinen Sinn. Biotonne kommt nicht in Frage und kompostieren im unvertrockneten Zustand erst recht nicht.

 

Wurzeln des Giersch in einem Eimer
Das Wurzelwerk des Giersch ist eine tickende Zeitbombe ;-) Niemals auf den Kompost werfen!

Winzige Wurzelstücke treiben wieder aus

Aus diesem winzig kleinen Wurzelstück kann eine neue Giersch-Pflanze entstehen. Sobald es in Kontakt mit dem Erdreich kommt, geht das Wachstum weiter und eine neue Giersch-Plantage entsteht. Wenn ihr das wollt – nur zu. Wenn nicht, muss alles fein säuberlich entfernt werden.

Giersch einfach vernichten_entfernen jaeten Anleitung parzelle94 Wurzelstück
Aus diesem winzigen Wurzelstück kann eine neue Giersch-Plantage entstehen

Nur Mut beim Kampf gegen den Giersch

Der Giersch ist keine biblische Plage und auch die Garten-Apokalypse wird dadurch nicht ausgelöst. Wenn man entspannt und gelassen, vor allem gründlich an die Entfernung des Giesch rangeht, wird alles gut. Viel Spaß beim Dialog mit dem Giersch und immer die gute Laune bewahren!

Wenn alles nix hilft

Sollte auch hartnäckigstes Jäten nichts helfen, gibt es noch zwei ultimative „Notlösungen“. Die erste wäre, den Boden großflächig mit dunkler Folie abzudecken und ein oder zwei Jahre abzuwarten. Lohnt sich bei wirklich großflächigen Beständen der Pflanze. Die zweite Lösung ist der großzüge Austausch der Erde ;-) In jedem Fall sollte man schauen, woher der Giersch kommt. Wenn er im Nachbargarten oder auf dem Nachbargrundstück munter vor sich hin wächst ist es nur eine Frage der Zeit, bis er wieder bei Dir im Garten ist. Keinesfalls helfen chemische Hilfsmittel, denn die schaden am Ende uns allen – quasi als Retourkutsche, wenn wir die ganzen Pflanzenschutzmittel mitessen. Viel Erfolg beim Projekt „Giersch bekämpfen“ :-)

 

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Autor

Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

6 Kommentare

  1. apfelNomNomNom Antworten

    Zusätzlich zum Ausgraben hilft es, hier und dort in die frisch gelockerte Erde eine Kartoffel zu stecken. Das mag Giersch gar nicht. Und man bekommt Kartoffeln :)

    • Stefan
      Stefan Antworten

      Oh – guter Tipp bei großen Flächen! Ich werde das probieren. Habe eine Stelle, wo eh Kartoffeln hin sollen. Momentan wächst dort noch etwas Giersch.

  2. Ich hatte zum Glück nur einen kleine Ecke Giersch im Garten. Mir wurde ein Johannisbeerstrauch geschenkt und den Giersch gab’s gratis dazu. ;-) Er tauchte dann natürlich erst nach der Pflanzung auf. War aber leicht auszumerzen.
    Was ich im Garten leider nie wegbekommen werde ist der Schachtelhalm. :-( Das Zeug ist die Brut Satans!!!

    • Stefan
      Stefan Antworten

      Ja das stimmt. Schachtelhalm habe ich auch im Garten. Sobald ich ein Stückchen sehe, was aus der Erde kommt, rupfe ich es raus. Jäten kann man ja komplett vergessen bei dieser Pflanze – die Wurzeln gehen 2m in die Tiefe!

  3. ohh cool, ich habe die Info über Giersch noch nicht gewusst ich würde gern den Giersch Salat probieren.

    L.G

  4. Mit Giersch im Garten hatte ich glücklicherweise noch keine Probleme. Aber falls noch jemand einen Verwertungstipp braucht: Man kann ihn auch kurz in einer Pfanne mit Butter schwenken (wer’s deftiger mag: mit etwas Speck) und mit frisch gekochten Nudeln mischen – dann Salz, Pfeffer, Olivenöl, geriebenen Pecorino oder Parmesan drüber. Herrlich! :-)

    Liebe Grüße, Kati

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