Bienen umstellen alter Standort auf Paletten

Die lieben Bienen – eigentlich haben sie sich recht wohl gefühlt an ihrem Standort. Aber es gab einen großen Nachteil. Die Langstroth-Magazine standen einfach auf Europaletten. Den Bienen hats gefallen – den Holzkisten nicht. Durch die Nässe haben sich die Europaletten verformt – und damit auch die Holzkisten. Es sind millimeterbreite Spalten entstanden, wo problemlos räuberische Bienen durchgepasst haben. Das fand ich sehr unschön – die Bienen übrigens auch – und entschloss mich, die Bienen umzustellen und einen neuen Ständer für die Bienenkisten hinzustellen.

 

Bienen umstellen Flugloch verschliessen

1. Flugloch verschließen

Damit die Bienen vor dem Umstellen möglichst alle zuhause sind, plant man die Umstellaktion möglichst für kurz vor Sonnenuntergang. Die Bienen sind dann vom Sammeln nach Hause zurück gekehrt und haben schon ihre Schlafanzüge an ;-)

Als erstes wird das Flugloch verschlossen. Ich habe einen breiten Streifen Schaumstoff reingeklemmt – das hält superdicht und geht nachher leicht wieder raus. Habe alle Beuten gleichzeitig verschlossen. Die Bienen merken davon gar nix – ist ja schon fast dunkel und da hat keine Biene mehr draußen was zu suchen.

Bienen umstellen Zargen verzurren

2. Zargen fest verzurren

Für das, was wir als nächstes vor haben, muss das Bienenmagazin ordentlich verzurrt werden, denn es wird holprig. Ich benutzte einen Spanngurt. Unten werden die Kisten leicht angehoben, der Gurt unter den Boden geschoben und dann oben am Deckel vorsichtig festgezurrt, so daß sich das Band nicht im Holz einschneidet.

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3. Die Bienen werden durchgerüttelt

Bienen umstellen Schubkarre ruetteln

Jetzt wird es spannend. Die Bienen werden auf eine Schubkarre verladen – da braucht man 2 Personen dafür. Jetzt fährt man mit der Schubkarre ein paar Runden durch den Garten, so daß die Bienen ordentlich durchgeschüttelt werden! Natürlicht nicht zuuuu kräftig, aber die Bienen müssen schon merken, das da draussen irgendwas los ist.

Bienen umstellen neuer Platz Balken

4. Neuer Standort – neues Glück

Nachdem alle Bienenkisten eine Runde durch den Garten geschaukelt sind, kommen sie an den neuen Platz. Seht ihr dieses Luxus-Gestell? Der blanke Wahnsinn ;-) Die Fluglöcher bleiben noch bis zum nächsten Morgen verschlossen. Die Bienen sind durch das Hin- und Herfahren etwas nervös und sollen sich erstmal etwas beruhigen.

Bienen umstellen Flugloch mit Zweigen

5. Der Morgen danach

Einmal kurz schlafen – dann gleich wieder nach den Bienen gucken. Die wollen nämlich raus. Alles nicht so einfach. Man entfernt ein kleines Stückchen vom Schaumstoff und stopft den kleinen Schlitz mit Zweigen voll – Nadelholz, Koniferen, egal. Die Bienen müssen merken, das was anders ist als vorher. Keine Angst, es kommen keine Scharen von Bienen rausgeflogen. Die benötigen eine kleine Weile, um mitzubekommen, das das Flugloch wieder geöffnet ist.

Jetzt krabbeln die Bienen langsam durch die Zweige und fliegen sich auf den neuen Standort ein. War nach dem Öffnen später nochmal nachschauen – und siehe da – kaum verirrte Bienen! Die Zweige entfernt man nach einiger Zeit und das Flugloch wird wieder geöffnet.

Bienen umstellen naechster morgen

Warum funktioniert dieser Trick?

Das Umstellen der Bienen auf eine nur kurze Distanz – bei mir keine 2 Meter – wird auf vielen Seiten und in vielen Foren als sehr schwierig beschrieben. Die Bienen merken sich ihren Standort dermaßen detailliert, das sie nach dem Umstellen ihr eigenes Volk nicht mehr wiederfinden würden und immer zum alten Standort zurückkehren. Bei mir hätten sie sich dann alle auf der Wiese einfinden müssen, wo sie vorher gestanden haben – aber dort waren keine Bienen zu finden. Das Umstellen hat also funktioniert.

Auf einigen Seiten hatte ich über die Methode gelesen, die ich hier beschrieben habe. Im Grunde genommen geht es darum, eine Katastrophe für die Bienen zu simulieren, wie sie auch in der freien Natur vorkommen kann: DER BAUM FÄLLT UM.

Bienen „wohnen“ ja in der freien Wildbahn in Hohlräumen – z.B. in Bäumen. Und dort kann es vorkommen, das ein Sturm einen Baum umwirft. Dann sind die Bienen auf sich selbst angewiesen und müssen ihre nun neue Position wiederfinden und sich einprägen. Wir simulieren also mit dieser Methode das Umfallen eines Baumes ;-) Mit allem, was dazu gehört.

Als erstes werden die Bienen durchgeschüttelt, damit sie merken, dass etwas Bedeutendes passiert und sie sich auf eine Veränderung einstellen müssen. Sie werden dadurch unruhig und diese Unruhe überträgt sich auf das ganze Bienenvolk.

Dann ist eine Nacht lang das Flugloch verschlossen. Die Bienen können nicht raus und beruhigen sich wieder.

Durch die Äste vor dem Flugloch merken die Bienen, das etwas anders ist als vorher. Sie müssen sich durch dichtes Blattwerk und Astgewirr kämpfen – auch die Sonne steht nun draussen vor der Behausung in einem anderen Winkel – sie fliegen sich also neu ein! Fertig!

Diese Methode hat bei mir sehr gut funktioniert und ich kann sie euch nur empfehlen, wenn ihr nicht die Möglichkeit habt, die Bienen vorrübergehend 2-3 Kilometer weit entfernt aufzustellen (die übliche Methode beim Umstellen von Bienenvölkern).

Falls ihr es mal ausprobiert, würde ich mich über eure Erfahrungen mit der Methode hier in den Kommentaren sehr freuen!

Viel Erfolg!

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Autor

Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

9 Kommentare

  1. Avatar

    Hallo!

    Ich habe vier Völker in Bienenkisten auf dem Grundstück. Da die Nachbarin eine Bienengift-Allergie hat, sollen sie weiter vom Zaun weg. Es sind etwa 12m Distanz. Die hier beschriebene Methode war mir am sympathischsten. Also haben wir am Freitag Abend nach Sonnenuntergang die Fluglöcher verschlossen und zwei Kisten nacheinander mit Hilfe des Schubkarrens, mit einigen Umwegen, auf ihren neuen Standort befördert und darauf geachtet, dass in der Kiste aufgeregtes, hochfrequentes Summen herrscht. Da die Bienenkisten unten geschlossen sind und ich befürchtete, die Bienchen könnten ersticken, haben wir das Flugloch kurz danach geöffnet und mit Zweigen versehen. Bei der ersten Kiste kamen erst am nächsten Morgen die Bienen raus gucken, bei der zweiten sind sehr viele herausgeschossen. Sie waren aber trotz allem friedlich, schienen nur neugierig. Am nächsten Morgen habe ich mir zuerst Sorgen gemacht, da einige aus dem ersten Volk am alten Standort herumgeflogen sind und sich in einer kleinen Traube an der Palette gesammelt haben, auf der die Kiste vorher stand. Im Laufe des Tages hat sich das aber reduziert. Die Restlichen habe ich in eine Kiste gepackt und vor den neuen Standort gestellt, an dem ihre Mitbewohnerinnen ganz kräftig am sterzeln waren. Das scheint auch gut gewesen zu sein.

    Kurzum: Bienenumzug Teil 1 war erfolgreich. Obwohl ich nicht sicher bin, ob es nicht auch ohne die Schubkarrenaktion funktioniert hätte.
    Nach der positiven Erfahrung werde ich es aber mit den beiden anderen Kisten genau so machen.

    Vielen Dank für die Beschreibung!

    • Stefan
      Stefan

      Hallo Kathrin, schön, das es funktioniert hat! Bei mir war es auch kein Problem. Das mit der Schubkarre hatte ich mir auch überlegt, aber mich dann doch entschieden, sie eine Runde durch den Garten zu schieben ;-) Es haben sich alle wieder in ihre Völker zurückgefunden… Viele Grüße!

  2. Avatar

    Hi.

    Wir haben unsere Bienen auch nach dieser Methode umgestellt jedoch direkt zum Platz ohne holprige Umwege.
    Diesen Beitrag habe ich erst danach entdeckt.
    Erst flogen ein paar Bienen noch am alten Standort herum, nun scheinen die das neue Zuhause aber angenommen zu haben.
    Geht also auch ohne durchschütteln ;)
    LG

    • Avatar
      verbena.sofie

      Hallo ,könnt ihr mir sagen ob diese Methode jetzt Ende Oktober auch noch funktioniert ?Danke für alle Anworten und Hilfestellungen.

    • Stefan
      Stefan

      Hallöle, kann man jetzt noch machen, aber nur bei Flugwetter und dann früh am Tag! Ich würde das Verstellen jedoch verschieben auf den Frühling, kurz vor dem ersten Reinigungsflug. Dann haben die Bienen eh vergessen, wo sie sind (durch den Winter) und finden sich gleich am richtigen Ort ein. Bloß nicht im Winter verstellen, da sitzen die Bienen in der Wintertraube. Wenn dann am Bienenstock gerüttelt wird, fallen Bienen herunter und finden nicht mehr in die Traube zurück weil entweder in Minuten gefroren oder starr vor Kälte… Am sichersten ist das Verstellen jedoch im Frühling / Sommer. Da können die Bienen, die sich nicht gleich zurückfinden, auch problemlos mal eine Nacht draußen verbringen.

    • Avatar

      Hallo zusammen
      Ich möchte meine Beuten auch ca. 50 Meter vom aktuellen Standort verstellen.
      Eins habe ich noch nicht genau verstanden: wie lange müssen die Zweige vor dem Flugloch bleiben? Ein par Stunden, eine Tag oder mehrere Tage?
      Vielen Dank für eure Antwort

  3. Avatar

    Hallo Steffan,
    der Beitrag ist zwar schon ein paar Jahre her, dennoch finde ich ihn echt klasse.
    Ich selber schreibe auch auf meinem eigenen Imkerei/Bienen Blog über Bienen und die Imkerei und solche Beiträge, wo man seine eigenen Erfahrungen schildert sind einfach nur goldwert!
    Ich persönlich musste noch nie ein Bienenvolk umsetzen…hoffentlicht bleibt dies auch so!
    LG Samy

  4. Avatar

    Hallo habe meine Bienen gemäß der tollen Beschreibung umgesetzt, 21uhr.
    Standortwechsel in Bienstand aus Holz in 3 Meter Entfernung.
    Hab mir allerdings den Aufwand mit dem Schubkarren erspart.
    Flugloch wurde mit Wacholderzweigen verengt und alter Standort, Überdachung mit einer Plane und Pflanzen umgestaltet.
    Am Morgen danach sind noch einige Flugbienen zum alten Standort zurück, hat sich aber zum Abend hin verflogen.
    Zweiter Tag schon sehr entspannter, heute dritter Tag danach, Zweige entfernt und Umstellung des Standortes zu 100 % umgesetzt.
    Also traut euch einfach und probiert es aus.
    Danke für den Tipp

  5. Avatar

    Hallo Stefan,

    vielen Dank für die Anleitung.
    Habe meine Bienen 300 m umgezogen.
    Heute morgen das Flugloch halb geöffnet und ordentlich mit Zweigen vollgestopft.
    Man konnte richtig sehen wie die Bienen zuerst den Eingang einprägen, anschließend eine Runde über dem Standort drehen und erst dann losfliegen. Schon nach kurzer Zeit kamen die ersten wieder mit Pollen zurück.

    Wirklich ein super Tipp, vielen Dank!

    Viele Grüße
    Peter

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