Bienen umstellen auf kurze Distanz – funktioniert!

Bienen umstellen alter Standort auf PalettenDie lieben Bienen – eigentlich haben sie sich recht wohl gefühlt an ihrem Standort. Aber es gab einen großen Nachteil. Die Langstroth-Magazine standen einfach auf Europaletten. Den Bienen hats gefallen – den Holzkisten nicht. Durch die Nässe haben sich die Europaletten verformt – und damit auch die Holzkisten. Es sind millimeterbreite Spalten entstanden, wo problemlos räuberische Bienen durchgepasst haben. Das fand ich sehr unschön – die Bienen übrigens auch – und entschloss mich, die Bienen umzustellen und einen neuen Ständer für die Bienenkisten hinzustellen.

1. Flugloch verschließen

Bienen umstellen Flugloch verschliessen

Damit die Bienen vor dem Umstellen möglichst alle zuhause sind, plant man die Umstellaktion möglichst für kurz vor Sonnenuntergang. Die Bienen sind dann vom Sammeln nach Hause zurück gekehrt und haben schon ihre Schlafanzüge an ;-)

Als erstes wird das Flugloch verschlossen. Ich habe einen breiten Streifen Schaumstoff reingeklemmt – das hält superdicht und geht nachher leicht wieder raus. Habe alle Beuten gleichzeitig verschlossen. Die Bienen merken davon gar nix – ist ja schon fast dunkel und da hat keine Biene mehr draußen was zu suchen.

2. Zargen fest verzurren

Bienen umstellen Zargen verzurren

Für das, was wir als nächstes vor haben, muss das Bienenmagazin ordentlich verzurrt werden, denn es wird holprig. Ich benutzte einen Spanngurt. Unten werden die Kisten leicht angehoben, der Gurt unter den Boden geschoben und dann oben am Deckel vorsichtig festgezurrt, so daß sich das Band nicht im Holz einschneidet.

3. Die Bienen werden durchgerüttelt

Bienen umstellen Schubkarre ruetteln

Jetzt wird es spannend. Die Bienen werden auf eine Schubkarre verladen – da braucht man 2 Personen dafür. Jetzt fährt man mit der Schubkarre ein paar Runden durch den Garten, so daß die Bienen ordentlich durchgeschüttelt werden! Natürlicht nicht zuuuu kräftig, aber die Bienen müssen schon merken, das da draussen irgendwas los ist.

Author: Stefan

Seit 2006 Schrebergärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun ;-) Besuchen Sie die Parzelle 94 auch auf Google+!

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5 Kommentare

  1. Hallo!

    Ich habe vier Völker in Bienenkisten auf dem Grundstück. Da die Nachbarin eine Bienengift-Allergie hat, sollen sie weiter vom Zaun weg. Es sind etwa 12m Distanz. Die hier beschriebene Methode war mir am sympathischsten. Also haben wir am Freitag Abend nach Sonnenuntergang die Fluglöcher verschlossen und zwei Kisten nacheinander mit Hilfe des Schubkarrens, mit einigen Umwegen, auf ihren neuen Standort befördert und darauf geachtet, dass in der Kiste aufgeregtes, hochfrequentes Summen herrscht. Da die Bienenkisten unten geschlossen sind und ich befürchtete, die Bienchen könnten ersticken, haben wir das Flugloch kurz danach geöffnet und mit Zweigen versehen. Bei der ersten Kiste kamen erst am nächsten Morgen die Bienen raus gucken, bei der zweiten sind sehr viele herausgeschossen. Sie waren aber trotz allem friedlich, schienen nur neugierig. Am nächsten Morgen habe ich mir zuerst Sorgen gemacht, da einige aus dem ersten Volk am alten Standort herumgeflogen sind und sich in einer kleinen Traube an der Palette gesammelt haben, auf der die Kiste vorher stand. Im Laufe des Tages hat sich das aber reduziert. Die Restlichen habe ich in eine Kiste gepackt und vor den neuen Standort gestellt, an dem ihre Mitbewohnerinnen ganz kräftig am sterzeln waren. Das scheint auch gut gewesen zu sein.

    Kurzum: Bienenumzug Teil 1 war erfolgreich. Obwohl ich nicht sicher bin, ob es nicht auch ohne die Schubkarrenaktion funktioniert hätte.
    Nach der positiven Erfahrung werde ich es aber mit den beiden anderen Kisten genau so machen.

    Vielen Dank für die Beschreibung!

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    • Hallo Kathrin, schön, das es funktioniert hat! Bei mir war es auch kein Problem. Das mit der Schubkarre hatte ich mir auch überlegt, aber mich dann doch entschieden, sie eine Runde durch den Garten zu schieben ;-) Es haben sich alle wieder in ihre Völker zurückgefunden… Viele Grüße!

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  2. Hi.

    Wir haben unsere Bienen auch nach dieser Methode umgestellt jedoch direkt zum Platz ohne holprige Umwege.
    Diesen Beitrag habe ich erst danach entdeckt.
    Erst flogen ein paar Bienen noch am alten Standort herum, nun scheinen die das neue Zuhause aber angenommen zu haben.
    Geht also auch ohne durchschütteln ;)
    LG

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    • Hallo ,könnt ihr mir sagen ob diese Methode jetzt Ende Oktober auch noch funktioniert ?Danke für alle Anworten und Hilfestellungen.

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      • Hallöle, kann man jetzt noch machen, aber nur bei Flugwetter und dann früh am Tag! Ich würde das Verstellen jedoch verschieben auf den Frühling, kurz vor dem ersten Reinigungsflug. Dann haben die Bienen eh vergessen, wo sie sind (durch den Winter) und finden sich gleich am richtigen Ort ein. Bloß nicht im Winter verstellen, da sitzen die Bienen in der Wintertraube. Wenn dann am Bienenstock gerüttelt wird, fallen Bienen herunter und finden nicht mehr in die Traube zurück weil entweder in Minuten gefroren oder starr vor Kälte… Am sichersten ist das Verstellen jedoch im Frühling / Sommer. Da können die Bienen, die sich nicht gleich zurückfinden, auch problemlos mal eine Nacht draußen verbringen.

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