Dünger selber herstellen: Brennesseljauche

Beete und Pflanzen düngen ist ja immer so eine Sache. Mineralischer Dünger ist zwar super – leicht zu bekommen, billig und einfach anzuwenden – jedoch laugt er den Boden auf Dauer aus und tötet das Bodenleben (Regenwürmer, Mikroorganismen) langsam aber sicher ab. Was tun? Greift zu alten Hausmitteln!

Man kann sich aus einer Handvoll Brennesselpflanzen und Wasser einfach und schnell eigenen Dünger herstellen, der nicht giftig, aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt und 100% umweltverträglich ist! Brennesseljauche versorgt die Pflanzen mit allen wichtigen Nährstoffen wie z.B. Stickstoff und Mineralien und Spurenelementen. Regelmässig damit gegossen werden es die Pflanzen danken – besonders Starkzehrer wie Kohlsorten und Tomaten und Gurken.

So einfach gehts:

In einen großen Eimer

oder in ein Faß packt man eine ordentliche Menge an Brennesselpflanzen. Da kann ruhig noch die Wurzel dranbleiben – so wie man sie aus der Erde reißt, kommen sie in das Gefäß. Danach gießt man alles mit Wasser auf und deckt es ab, damit keine Tiere reinfallen. Aber bitte nicht luftdicht abdecken, die Brühe muss „atmen“. Nach ca. 1-2 Wochen merkt man, das sich was im Eimer tut – es fängt an zu riechen. Das ist der einzige Nachteil dieser Brennesseljauche. Aber es ist ja für einen guten Zweck. Den Geruch kann man etwas mildern, wenn man etwas Urgesteinsmehl über die Jauche streut.

Wenn der Sud fertig ist, verdünnt man ihn einfach im Verhältnis 1:10 mit Wasser und kann damit alle Pflanzen gießen und düngen (bitte nur auf die Erde gießen, nicht auf die Blätter). Ich gieße immer eine kleine Menge Sud direkt in meine Gießkanne und fülle dann mit Regenwasser auf. So ist alles schön vermischt und ich muss mir die Hände nicht schmutzig machen ;-) Man kann den Sud auch noch durch ein Sieb geben, das ist aber in den meisten Fällen nicht notwendig. Ich gieße immer ohne Brause direkt an die Pflanze und da rutschen Pflanzenteile aus dem Sud einfach mit durch. Diese werden dann auf dem Beet zu Humus.

Der üble Geruch verschwindet innerhalb von Minuten und die Pflanzen sind wieder für eine Weile mit Nährstoffen versorgt. Gleichzeitig regt die Brennesselbrühe das Bodenleben an, so daß sich Regenwürmer und Mikroorganismen wieder ans Werk machen können.

Ausser Brennesseln kann man auch noch andere Pflanzen mit in den Sud geben. Beinwell z.b., Schachtelhalm oder geringe Mengen Rasenschnitt.
Versuchts mal! Bei mir gehört der Jaucheeimer zu einer gesunden Nährstoffversorgung meiner Pflanzen einfach dazu.

Mit dieser Brühe kann man auch Stauden düngen – aber achtung: Jetzt im Juni / Juli sollten z.B. Lavendel oder Rosen letztmalig gedüngt werden, damit ihr Holz noch ausreifen kann für den Winter. Wenn es das nicht tut, und z.B. durch Dünger angeregt weiter wächst und nicht verholzt, friert es durch Frost stark zurück und im schlimmsten Fall erfriert die Pflanze.

Author: Stefan

Seit 2006 Schrebergärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun ;-) Besuchen Sie die Parzelle 94 auch auf Google+!

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