Bienen_Magazin_Kippkontrolle

Im April kommen die Bienen wieder in Fahrt. Wenn sie sich vermehren und draussen ordentlich viel Nahrung zu holen ist, wie jetzt gerade, kommen die kleinen Mädels schnell ins Schwärmen! Jetzt gilt es für uns als Imker, etwas hinterher zu sein, damit wir dem Schwärmen evtl. zuvor kommen können. Da gibt es nämlich einige Tricks, wie man die Bienen schwarmtechnisch hinters Licht führen kann. Aber erstmal muss man schauen, ob die Bienen schon in Schwarmstimmung sind. Das geht ganz leicht. Die Magazine, wo die Bienen drin sind, kann man ganz leicht kippen. Und dort sieht man auf einen Blick, ob man sich Sorgen machen muss. Oben auf dem Foto sieht man so eine gekippte Zarge. An der Unterseite der Rähmchen sind noch keine Schwarmzellen zu sehen. Die bauen nämlich die Bienen, wenn sie schwärmen wollen. Die Wachsteilchen da rechts sind normaler Wildbau (denke ich jedenfalls, eine Schwarmzelle sieht anders aus). Es sind auch keine sogenannten „Spielnäpfchen“ auf den Waben. Also alles gut. Weiter zu Schritt 2:

Bienen_Honigraum_April

Der Deckel des Magazins wird abgenommen. Darunter kommt der Honigraum zum Vorschein. Ein paar Bienen kommen mir zum Hallosagen entgegen, mehr aber auch nicht. Dort oben ist noch nicht viel los. Die Bienen scheinen momentan noch mit der Aufzucht der Jungen zu tun zu haben, als Honig sammeln zu wollen. Das wird hoffentlich noch! Bald ist die Ostblüte vorbei und es gibt nix mehr. Warten wir es mal ab.

Bienen_Langstroth_Metall_Absperrgitter

Nun wird der Honigraum beiseite gestellt und man sieht das Absperrgitter. Es wurde kunstvoll mit Wabenbau an die unteren Rähmchen angeschlossen, damit die Bienen besser in den Honigraum aufsteigen können. Hier sieht man schon, das im Brutraum (also in der unteren Kiste) deutlich mehr los ist, als oben im Honigraum. Nach dem Ziehen einiger Rähmchen sehe ich, das sehr viel bereits verdeckelte Brut im Volk ist, jedoch wenig frische Eier – ich gehe mal davon aus, das die Königin keinen Platz zum Eierlegen mehr hat und deshalb der Honig erst mal in den Honigraum umgelagert werden muss.

Bienen_Drohnenwabe_April

Vor ca. 20 Tagen hatte ich den ersten Drohnenrahmen ins Volk gehängt. Das ist ein Holzrähmchen ohne vorher eingelötete Mittelwand. Dort bauen die Bienen nach Herzenslust Waben und es werden meistens Drohnenwaben – die sind größer als Arbeiterinnenwaben. Das tolle ist, das durch einen biologischen Effekt in diesen Drohnenzellen am meisten Milben enthalten sind. Also entnimmt man den Drohnenrahmen in regelmäßigen Abständen dem Volk und schneidet ihn aus. Die Drohnen, die so verloren gehen, fehlen nicht im Volk. Drohnen gibt es auch so immer sehr viele. Hier noch eine Detailansicht des Drohnenrahmens:

Bienen_Drohnenwabe_Detail

Man sieht schön die buckeligen Zelldeckell, damit die dicken Brummer gut Platz haben. Diese Drohnen müssen nun weg, damit man auch die Milben mit vernichtet. Ausschneiden wollte ich nicht, da es eine große Sauerei gegeben hätte. Denn in den leeren Zellen befand sich noch unreifer Honig und der hätte mir schön die Hände verklebt. Also habe ich die Drohnenwabe entnommen und sofort mit einem leeren Drohnenrähmchen ersetzt. Damit waren die Arbeiten am Volk erst einmal beendet. Deckel drauf – fertig.

Bienen_Drohnenwabe_einfrieren

Den entnommenen Rahmen mit der Drohnenbrut habe ich in die Arktis geschickt. Dadurch frieren die Maden und Larven der Drohnen durch. Man kann diese Waben dann nach 1-2 Tagen aus dem Frost holen, die Deckel der Zellen abschaben und die tiefgefrorenen Larven rausschütteln und kompostieren oder den Hühnern geben. Dort sieht man dann auch die dunklen Varroamilben auf den weißen Larven sitzen. Ich werde mal ein Foto machen. Durch das Ausschneiden der Drohenbrut aus dem Volk nimmt man enorm den Druck der Milbe aus dem Volk. Beim nächsten Besuch der Bienen werde ich einige Brutwaben in den Honigraum umhängen und mit Mittelwänden füllen, damit die Königin wieder Platz zum Brüten hat. Danach hoffe ich, mir einen Ableger bilden zu können, damit ich wieder 2 Bienenvölker habe. Ich werde berichten.

 

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Autor

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2 Kommentare

  1. wie gross ist der Spalt zwischen Schied und Zargenwand?
    Lässt sich das Schied auch bei 2 zargigen Bruträumen einsetzen?

    mfg
    T.Lüders

    • Stefan
      Stefan Antworten

      Hallo! Sie meinen Trennschied? Der Spalt ist bei mir vielleicht einen halben Zentimeter breit. Das Schied muss nicht bienendicht sein. Die Königin sieht es als Barriere, die sie nicht überschreitet. Die Arbeiter-Bienen jedoch schon. Man kann ja hinter das Schied z.B. Futterwaben hängen. Bei einem zweizargigen Brutraum bräuchte man in dem Fall 2 Schiede – denke ich. Mir ist diese Betriebsweise jedoch nicht bekannt. Viele Grüße!

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