Ja, was soll man sagen. So einen warmen März hatten wir schon eine Weile nicht mehr. Gut für den Gärtner – man konnte bei angenehmen Temperaturen Gärtnern und auch der Sonnenhut kam schon zum Einsatz.

Salatpflanzen in Schalen

Die Beete wurden mit Kompost, der seit letztem Jahr gelagert wurde, aufgebessert. Etwas Hornspäne sorgen für den erfrischenden Stickstoff-Kick – Pflanzen lieben das! ;-) Der Kompost wurde nur oberflächlich zusammen mit der welken Gründüngung in die Beete eingearbeitet und wird in den nächsten Wochen von den Bodenlebewesen zu Nährstoffen für die Pflanzen umgesetzt. Mit dem Grubber und dem Rechen bekommt man die angetrocknete Erde wunderbar krümelig. Dazu trägt natürlich auch die Kalkung bei, die ich letzten Herbst durchgeführt hatte. Der Boden war laut Bodenprobe zu sauer und Kalk sorgt für eine gute Krümelstruktur im Boden – man sollte es aber mit dem Kalk nicht übertreiben, er laugt sonst den Boden aus. Nur alle 2-3 Jahre sollte Kalk zum Einsatz kommen.

So, und nun solls auch endlich mit dem Gärtnern losgehen – man startet am besten mit vorgezogenem  Kopfsalat und Kohlrabi aus der Gärtnerei. Diese beiden Gewächse reifen schnell, schmecken lecker, sind gesund und halten vor allem auch etwas Frost aus, falls nachts die Temperaturen nochmal unter null Grad fallen sollten.

Kopfsalat pflanzen

Kopfsalat pflanzt man etwas höher ins Beet, wie er im Topf stand. Das hat den Zweck, das die Blätter nicht so schnell die Erde berühren, lange feucht bleiben und sich so mit einem fiesen Pilz anstecken. Die Pflanze muss im Beet „wackeln“, das heisst von rechts nach links kippen können. Dann kann sie gut wachsen. Schon ein paar Tage später wackelt dann nix mehr und der Salat wächst und wird immer kräftiger und vor allem immer mehr ;-)

Kohlrabi pflanzen

Genauso verhält es sich mit dem Kohlrabi. Wird auch wackelig gepflanzt. So bildet sich eine dicke Knolle.

Pflanzen Hauben Garten

Im Schuppen warteten schon seit einem Jahr diese Dinger auf ihren Einsatz. Nachdem ich sie im letzten Jahr nicht einsetzen konnte (da folge ja auf den Winter sofort der Sommer), haben sie nun ihren großen Auftritt. Es sind Pflanzen-Schutzhüte, die auch noch direkt bei mir um die Ecke hergestellt worden sind (allerdings vor einigen Jahrzehnten). Man stülpt sie über die Pflänzchen und schützt sie so vor eisigen Winden, Minusgraden in der Nacht und vor allem vor den nimmersatten Nacktschnecken.

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Regenmesser März 2014

Der Regenmesser zeigt für den Zeitraum 2. Märzwoche eine Regenmenge von 25 Liter an! Wow! Alle Fässer (inkl. des neuen 1000-Liter-Fasses) sind randvoll!

Garten im März 2014

Entsprechend üppig entwickelt sich nun alles in der Parzelle94. Inklusive des Unkrauts. Dieses Jahr ist mir besonders ein Unkraut aufgefallen – es wächst in Massen. Es handelt sich um ein unscheinbares Pflänzchen. Die Blätter sehen aus, als seien sie aus kleinen Kreisen zusammengesetzt, die strahlenförmig um die Pflanzenmitte herum wachsen. Aus dieser sprießt ein Blütenstengel mit kleinen weißen Blüten. Diese verwandeln sich nach der Bestäubung in röhrenförmige Samenstände, die – wenn reif – mit aller Wucht ihren Inhalt in die benachbarten Beete schleudern. Extrem unsympatisch das Zeug ;-) Habe den Namen dieses Krauts noch nicht herausgefunden, aber ich werde Foto und Namen nachliefern.

Moorbeet Heidelbeeren Preiselbeeren Cranberrys

Wie schon berichtet hatte ich Anfang März ein Moorbeet mit Kulturheidelbeeren angelegt. Da nun im Beet noch viel Platz war, bot es sich an, noch etwas hinzuzupflanzen – nix leichter als das! Beim Gärtner des Vertrauens lächelten mich Preiselbeeren an – und gleich daneben standen Cranbeerypflanzen. Mir kamen gleich die leckeren Beeren in den Sinn – und schon standen die Pflanzen im Einkaufswagen. Cranberry und Preiselbeeren haben die selben Bodenansprüche wie die Kulturheidelbeeren – schön sauer, luftig und geschützt mit einer dicken Mulchschicht, damit der Boden nicht so schnell austrocknet. Habe sie direkt als Bodendecker zu den Heidelbeeren gepflanzt und warte nun mit Ungeduld auf die erste Ernte.

Gojibeere Bocksdorn

Gleich neben dem Moorbeet ist dieses Gewächs in den Garten eingezogen. Ein Bocksdorn – besser bekannt unter dem trendigen Namen „Gojibeere“. Ein stacheliges Beerenobst mit Wachstumsgarantie – glaubt man den Berichten über diese Pflanze. Soll in jedem Boden wachsen, Trockenheit und Dürren überstehen und trotzdem viele Früchte liefern. Das macht Hoffnung auf reiche Ernte! Ich werde berichten. Noch ist das Gewächs klein, die Stacheln haben es aber jedoch schon in sich. Ich befürchte jedoch, das die Vögel das nicht stören wird und sie gemeinsam mit mir um die Wette ernten werden.

Smoker Stockmeissel

Die milden Temperaturen und die damit verbundene erwachende Natur mit frischen Blüten lockt auch die Insekten wieder auf den Plan und aus der Winterstarre – Zeit, mal nach den Bienen zu schauen! Der Stockmeissel liegt bereit und der Smoker ist gezündet – los gehts!

Bienenstock März 2014

 

So sehen die Bienen von außen aus. Vor dem Bienenstock sieht man einige tote Winterbienen liegen. Sie wurden nach dem Winter von ihren Kolleginnen im Rahmen des alljährlichen Frühjahrsputzes aus dem Bienenstock rausgeworfen und liegen nun da. Die Arbeit, sie wegzubringen bleibt wiedermal am Imker hängen ;-)

Ansonsten herrscht schon reger Flugverkehr am Flugloch und wenn man genau hinsieht, kann man erkennen, das einzelne Bienen dicke Pollenhöschen gesammelt haben. Ein gutes Zeichen, das Leben im Bienenvolk ist – Pollen wird nämlich in rauhen Mengen für die Jungbienen-Aufzucht gebraucht!

Wildbau Bienenstock März 2014

Die Temperaturen erlaubten es an diesem Tag, die Bienenkiste zu öffnen, ohne das die Bienen auskühlen. Innen haben sie schon fleissig die obere mit der unteren Kiste durch Wabenbau verbunden. (Auf dem Bild sieht man die untere Kiste, da stand noch eine Kiste mit Waben drauf, dort hatten die Bienen ihre Futtervorräte eingelagert. In der unteren Kiste befindet sich der „Wohnsitz“ der Bienen).

Brutwabe März 2014

Und so sieht nun eine Wabe aus der unteren Kiste aus. Habe sie mal rausgenommen, um zu kontrollieren, was die Bienen da gerade treiben und ob sie den Winter gut überstanden haben.

Brutwabe März 2014

Hier die selbe Wabe, nur von der anderen Seite (wenn man auf das Bild klickt, kann man mehr erkennen).

Man sieht schön, das eine Königin im Volk sein muss, denn es ist viel Arbeiterinnenbrut zu erkennen – das sind die kleinen hellbraunen Flächen in der Mitte der Wabe. Daran angrenzend befinden sich dicke Maden, die von den Ammenbienen mit Futtersaft und Pollen gefüttert werden, bis sie sich verdeckeln und dann so aussehen, wie die Zellen in der Mitte der Wabe. An diese dicken Maden schliessen sich die Pollenvorräte an und direkt daneben befinden sich die Honigvorräte – der Futterkranz. Ganz frisch gelegte Bieneneier habe ich keine gefunden. Ich habe jedoch meine Nachschau auf das Wesentliche beschränkt und nicht so genau hingesehen, denn das Volk sollte jetzt im Frühling so kurz nach dem Winter nicht allzusehr gestört werden und erst einmal zu Kräften kommen.

Alles in Allem sieht es im Bienenvolk gut aus und ich muss mir erstmal keine Sorgen machen. Bald gibts Honig! Momentan ist es bemerkenswert, wie weit die Natur bereits in ihrer Frühlingsentwicklung fortgeschritten ist. Die Obstbäume sind bereits teilweise am Blühen und der Raps auf den Feldern wird schon gelb – ganze 4 (!) Wochen eher als sonst!

Biene an Pfirsichblüte

Besonders schön blühen momentan die Pfirsiche und werden von Bienen und auch Hummeln und anderen Insekten gerne angeflogen. Hier sieht man eine Biene mit Pollenhöschen (so nennt man das, wenn die Bienen Pollen gesammelt und an ihren Hinterbeinen festgeklebt hat – mit etwas Phantasie sieht es aus wie ein Höschen  ;-)

Spinne Rosmarin

Der Rosmarin saß übringens bis heute immer noch im Gewächshaus im Winterquartier. Er ist wahnsinnig groß geworden und zeigt sogar schon einige Blütestände! In den drei Jahren in denen ich diese Pflanze jetzt habe ist es das erste Mal!

Rosmarin ins Freiland ausgepflanzt

Heute war jedoch der Tag der Tage – der Rosmarin kam wieder raus ins Freiland, wo er bis zum Herbst stehen wird. Nach dem Umpflanzen habe ich ihn mit einer Kanne Regenwasser ordentlich eingeschlämmt, so daß alle Wurzeln guten Halt und Erdkontakt bekommen. Wenn man bedenkt, das dieser Rosmarin ursprünglich so ein winziges Gewächs aus dem Supermarkt war… Die Methode mit der Überwinterung im Gewächshaus klappt also wunderbar! Selbst letztes Jahr wo wir so einen langen Winter mit strengem Frost hatten, hat er die Kalte Jahreszeit gut überstanden.

Aussaat Tütchen

Der März ist ja auch klassische Aussaatzeit für die verschiedensten Gemüse- und Blumenpflanzen. Bei mir war heute der Startschuss. Mangold und Puffbohnen habe ich schon vor 1-2 Wochen gesteckt, aber heute kamen die Pflanzen dran, die ich gerne im Gewächshaus anziehen möchte, um sie dann nach den Eisheiligen rauszupflanzen (bzw. die Sorten, die etwas Frost vertragen, schon etwas eher).

Bautzener Kastengurke Aussaat

Hier wird in einigen Wochen die Bautzener Kastengurke wachsen. Baue sie nun im 3. Jahr an. Dieses Jahr möchte ich gerne mal etwas mehr als eine Gurke ernten :-) Deshalb werde ich etwas mehr als eine Pflanze auspflanzen! Ein guter Plan, oder?

Junpflanzen Aussaat Gefäße

Auch allerhand andere Sorten kamen heute in die Töpfe. Da wären auf der Seite der Gemüse: Böhmischer Strunk, Baumspinat (beides von der diesjährigen Saatguttauschbörse), Inkagurken (die hatte ich zum Geburtstag bekommen) sowie Kürbis. Blumenpflanzen habe ich folgende ausgesät: Cosmea (die Bekannten in weiß und lila sowie eine spezielle Sorte in orange!), eine bunte Mischung an Studentenblumen, Mexikanische Sonnenblume, Zinnien und Sonnenblumen (hoffe, das die bei mir besser werden, wenn ich die vorziehe. Die Freilandaussaat war in 2013 ein Desaster).

Im Freiland habe ich heute auch schon ein paar Blumen ausgesät. Da wären zum einen die Trichtermalven am Zaun. Diese habe ich in einer langen Reihe ausgebracht, weil sie zusammen mit Cosmea und Dahlien einen Sichtschutz bilden sollen. Die einjährige Duftwicke wurde auch heute gesät. Hatte noch Samen von der legendären Sorte „Matucana“ gefunden. Die soll fantastisch duften – hoffentlich ist das Saatgut noch nicht zu alt und keimt noch. Die Wicke steht direkt an der Sitzecke in Nasenhöhe! ;-) Am umgestalteten Kompostplatz habe ich noch einige hundert Samenkörner (die sind echt winzig) der Nachtviole verstreut. Eine tolle Pflanze insbesondere für Nachtfalter, denn sie duftet vor allem in den Abendstunden und lockt so viele Nachtschwärmer an. Mir fiel auch noch ein Päckchen mit Saatgut der Duftnachtkerze (Oenothera odorata) in die Hände – nunja, was soll man machen – habe sie einfach mal mit ausgesät. Die Pflanze ist recht robust und kommt auch an Stellen, wo nix anderes wächst. Und genau dort habe ich sie auch hingesät.

Mit dieser Sä-Aktion geht der März 2014 in der Parzelle94 zuende und morgen beginnt auch schon der April. Das erste Vierteljahr war echt schnell vorbei – war nicht erst vor paar Wochen Silvester? Und jetzt blühen schon die Bäume. Toll!

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Seit 2006 Kleingärtner mit Passion und Experimentierfreude. Seit 2011 Gartenblogger. Naturnah und erdverbunden. Ohne viel Schnickschnack. Garten als Wohlfühloase und sommerliches Wohnzimmer ohne jeglichen Erfolgsdruck. Kommuniziere gerne über den Gartenzaun - besuche mich auf Instagram und Facebook! Mehr über mich

7 Kommentare

  1. Avatar

    Tja, da machst du wohl jetzt auch Bekanntschaft mit dem Springkraut. So nannte es zumindest mein Nachbar als er mich warnte ich soll mehr Unkraut jäten ;) Danke für die Beruhigung mit dem wackeligen Salat. Its not a bug its a feature! Ich werde dann mal deinem Beispile folgen und Gurken vorziehen. viele Grüße Steph

  2. Avatar

    Schöner Gemüsegarten! Das Ernten muss viel Freude machen. Das möchte ich auch mal so haben und mir für dieses Jahr viel vorgenommen.

    Zu deinem Wildkraut – vielleicht meinst du ja das, was ich zurzeit so oft zupfe. Ich hab mal in meinem Pflanzenführer nachgeschaut und tippe auf das „Behaarte Schaumkraut“ auch „Gartenschaumkraut“ genannt. Das hat eine rosettenartige Blattanlage, lauter runde Blättchen, fiederartig angeordnet mit Endblättchen an der Spitze, dann Blütenstiele mit recht unscheinbaren weißen Blütchen und diesen steil hochragenden Samenschötchen. Nicht zu verwechsen mit dem Wiesenschaumkraut. Mein Unheilstifter ist verhältnismäßig klein.

    Andere Wildkräuter, die gerade gut in Saft und Blüte stehen, sind das Hirtentäschelkraut mit diesen eher dreieckigen Samentäschchen und die liebe Vogelmiere, die abrr glaube ich keine Schleudertechnik hat und mit ihren wuchernden Trieben richtige kleine Teppiche weben kann, wenn man sie nicht laufend entfernt.

    Weiter frohes Schaffen und einen herzlichen Gruß, Rike

    • Stefan
      Stefan

      Hallo Rike! Es ist tatsächlich das Behaarte Schaumkraut. Habe gerade mal danach gegoogelt. Echt fies, aber ich werde es weghäckeln ;-) Vogelmiere hab ich auch ziemlich viel, die ist aber superleicht zu entfernen. Habe auch noch das Gemeine Kreuzkraut https://www.hortipendium.de/Gemeines_Kreuzkraut im Garten. Jetzt lese ich gerade auch noch das es giftig ist! Aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaah zu Hüüüüülfe!

  3. Avatar

    Hallo,

    so einen tollen garten hätte ich auch gerne. Mir bleibt leider nur mein Balkon, wobei ich da auch schon eine ganze Menge unterbekommen.

    Gruß Hendrik

    • Stefan
      Stefan

      Auf dem Balkon kann man auch wunderbar Gärtnern… Man muss nur immer gut giessen :-)

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