Das Bienenjahr neigt sich dem Ende entgegen. Draussen in der Natur finden die Bienen immer weniger Futter – immer weniger Pflanzen blühen. Man muss also zufüttern, denn Anfang August hatte ich ja leckeren Honig geerntet und somit den Bienen den Wintervorrat geraubt. Weiterhin ist nach der Honigernte die beste Zeit, gegen die tückische Milbe „Varroa Destructor“ zu behandeln. In Deutschland ist das übrigens nur mit Ameisensäure erlaubt! Das ist eine natürliche Säure, die den Bienen nix anhaben kann, aber den Milben den Garaus macht! Bei uns sind keine anderen chemischen Mittel erlaubt! Übrigens auch keine Antibiotika – weshalb Honig von deutschen Imkern immer antiobiotikafrei ist. Ein – wie ich finde – nicht ganz uninteressanter Fakt. Aber das nur am Rande.

Imker Zubehör

So sieht mein Werkzeug für den heutigen Bienenbesuch aus. Klick ruhig mal auf das Bild, dann sieht man es besser.

Es handelt sich um 3 Flaschen mit Zuckerwasser zum Füttern, den Smoker (nie ohne Rauch an die Bienen!), einer leeren Zarge, die ich nachher für die Fütterung brauche, einen Futterbehälter mit Weinkorken, meinen Stockmeißel und den Bienenbesen und einer Plastikfolie, die die Bienenbehausung nach oben  hin abschließt.

Bienen vor dem Flugloch im August

Kurz das Flugloch kontrollieren – es sind noch Bienen da und ab und zu kommt eine reingeflogen und einige fliegen auch raus. Ein paar der Bienen, die reinkommen, habe dicke Pollenhöschen dran – ein gutes Zeichen, das Brut im Volk ist! Junge Bienenbrut braucht nämlich Eiweiß zum Wachsen – und das ist in Pollen mehr als genug drin! Pollen = Bienenaufzuchts-Futter!

Bienenbeute mit Stockkarte

Jetzt wird das Magazin geöffnet. Und was kommt zum Vorschein? Die Stockkarte! Die ist wirklich ganz wichtig. Auf ihr notiert man, was man an dem jeweiligen Volk für Arbeiten verrichtet hat und wann. So kann man immer nachverfolgen, wie sich ein Bienenvolk entwickelt. Man glaubt gar nicht, wie schnell man vergisst, ob man das letzte Mal 2 oder 4 Liter gefüttert hat ;-)

Unter der Stockkarte befindet sich der Holzdeckel und wenn man den mit dem Stockmeißel entfernt hat (die Bienen kitten den immer schön fest), dann sieht man in das innere der Bienenbeute. Ein magischer Moment.

Bienenbeute mit Schwammtuchbehandlung Varroa

 

Bienenbeute mit Schwammtuchbehandlung Varroa

Hier sieht man das Schwammtuch. Vor 5 Tagen hatte ich es mit einer bestimmten Menge Ameisensäure getränkt und auf das Volk gelegt. Die Ameisensäure verdunstet und verteilt sich im Bienenvolk. Den Bienen macht das nichts weiter aus, jedoch den an den Bienen klebenden und in den Brutzellen sitzenden Milben gefällt das überhaupt nicht. Sie sterben ab und fallen runter. Das ist der Zweck der Milbenbehandlung. Diese Milben nennt man übrigens „Varroa“.

Unter dem Bienenvolk – auf dem Bienenboden – platziert man vor der Säurebehandlung eine „Windel“. Das ist in meinem Fall ein Blatt weißes Papier, auf dem sich die runtergefallenen Milben sammeln, so daß man sie gut sehen kann. Hier habe ich mal eine fotografiert. Sie sind wirklich winzig.

Varroa Milbe Großansicht Detail

Mit ca. 1mm Durchmesser (eher etwas weniger) sind sie auf einer Biene kaum zu entdecken, aber auf der Varroa-Windel kann man sie gut sehen und vor Allem zählen.

Bei mir waren es nur sehr wenige – so konnte ich die Varroa-Behandlung für diesen Sommer beenden.

Varroa-Windel tote Biene

Tote Bienen gehören leider auch dazu, wie diese hier. Aber es werden ja ständig neue Bienen geboren.

Bienenwabe mit Bienen Brut in allen Stadien Detail

Hier ist ein Bild, auf das ich das ganze Jahr gewartet habe. Die Bienen brüten! Die Zellen in der rechten oberen Ecke zeigen verdeckelte Arbeiterinnenbrut! Man erkennt es daran, das die Zellen ein wenig dunkler sind als verdeckelte Honigzellen und ein wenig mehr nach oben gewölbt. Daneben sind leere Zellen, in denen teilweise kleine Eier liegen. Die Königin ist also in Stimmung und legt fleißig befruchtete Eier! Welch Freude!

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Autor

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